„Georg-Wörner-Straße nicht als Stadtautobahn“

Bürgerinitiative zur Freigabe der Pforzheimer Straße
„Provisorium“ seit fast zwei Jahren
Bretten (ba). Oberbürgermeister Paul Metzger hat in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats in Aussicht gestellt, dass nach dem Weinmarkt die seit zwei Jahren gesperrte Pforzheimer Straße zwischen Marktplatz und Friedrichstraße wieder freigegeben werden könne. An der Verkehrsregelung in der Georg-Wörner-Straße werde das aber nichts ändern. Die ehemalige Einbahnstraße ist seit der Sperrung der Pforzheimer Straße in beiden Richtungen befahrbar. Eine Bürgerinitiative kämpft gegen die zusätzliche Belastung.

Sie hat nun zur jüngsten Entwicklung Stellung bezogen: „Die Anwohner der Georg-Wörner-Straße begrüßen ausdrücklich die Wiedereröffnung der Pforzheimer Straße, nachdem sich der Verkehr und die damit zusammenhängende Lärm- und Feinstaubbelastung in der Georg-Wörner-Straße in den letzten Monaten nochmals deutlich gesteigert haben. Für uns als Anwohner hat sie ein insgesamt unerträgliches Niveau erreicht.“

Verwundert zeigen sich die Mitglieder der Bürgerinitiative allerdings darüber, dass die Öffnung erst so spät erfolge. „Das Regierungspräsidium Karlsruhe hatte uns aufgrund unserer Beschwerde eine Öffnung bereits für Anfang August in Aussicht gestellt“, schreiben sie. Vor allem aber äußert die Initiative Enttäuschung darüber, dass die Zweibahnregelung in der Georg-Wörner-Straße beibehalten werden soll.

„Gegenüber den Anwohnern wurde die Verkehrsänderung von Seiten des Oberbürgermeisters mehrfach mündlich und in der Presse schriftlich als zeitlich befristetes Provisorium dargestellt. Oberbürgermeister Paul Metzger versprach den demonstrierenden Anwohnern am 14. Februar 2008, das Provisorium Georg-Wörner-Straße nach einigen Monaten wieder rückgängig zu machen. Seit dieser Zusicherung sind inzwischen eineinhalb Jahre vergangen, ohne dass sich ein Gesamtkonzept für die Lösung der innerstädtischen Verkehrsprobleme abzeichnet. Was nützt ein Projekt „Soziale Stadt“, wenn gleichzeitig gesunde, ohne den Einsatz von öffentlichen Mittel gewachsene innerstädtische Strukturen durch ungehemmten Verkehrsfluss zerstört werden?“ heißt es weiter

Die Bürgerinitiative erinnert daran, dass der damals neue Brettener Oberbürgermeister vor mehr als 20 Jahren für eine Verkehrsplanung eingetreten sei, die Probleme nicht nur verlagere. Metzger habe damals erklärt, die Georg-Wörner-Straße sei ein innerstädtischer Wohnbereich, der vom Verkehr entlastet werden müsse. Als sinnvolle Konsequenz sei die Einbahnregelung eingeführt worden, konstatiert die Bürgerinitiative.

„Von unserem neuen Oberbürgermeister erwarten wir statt einer futuristischen Stadtentwicklung und illusionärer Tunnelbaupläne ein tragbares innerstädtisches Verkehrskonzept, in dem die Georg-Wörner-Straße nicht als willkommene Stadtautobahn missbraucht wird“, heißt es zum Abschluss der Stellungnahme.

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8 Antworten zu „Georg-Wörner-Straße nicht als Stadtautobahn“

  1. mm sagt:

    die von der Stadtverwaltung über Jahre verfolgte Alternative ist der Breitenbachweg, vorbei am Schulzentrum, weiter über die Otto-Hahn-Straße durch das Wohngebiet Wanne. Damit würde man die Anwohner der Georg-Wörner-Straße glücklich machen, aber dafür Andere und auch das Schulzentrum belasten.
    Gerne würde man es seitens der Stadtverwaltung natürlich sehen, wenn sich jetzt die Betroffenen der Georg-Wörner-Straße und der Wanne in die Haare bekommen würden. Damit könnte man vom eigenen Versagen in der Verkehrspolitik ablenken und hätte seine Ruhe. Bis Ende Januar 2010 ist sowieso nicht mehr mit einer vernunftorientierten Diskussion oder gar Lösungsfindung zu rechnen, aber vielleicht danach?!

  2. Gust. sagt:

    Mit besonderem Dank dafür an Herrn Metzger (CDU).

  3. edd. sagt:

    Als kostenlose Zugabe jede Menge Dreck, Gestank und Lärm!

  4. cv- sagt:

    Eine Stadtautobahn.

    Sowas hat eben nicht jede Stadt.

    Aber die Große Kreisstadt Bretten!

  5. -A-H. sagt:

    Was soll ich versprochen haben? – da muss ich mich wohl versprochen haben! 🙂

    Dieses sinngemäße Zitat stammt von einem deutschen Ministerpräsidenten – (selbstverständlich von der CDU) – auf die sinngemäße Aussage eines Journalisten: Aber das haben sie doch versprochen Herr K. 🙂

  6. Th. sagt:

    „Oberbürgermeister Paul Metzger versprach den demonstrierenden Anwohnern am 14. Februar 2008, das Provisorium Georg-Wörner-Straße nach einigen Monaten wieder rückgängig zu machen.“

    Damals wurde leider nicht danach gefragt, was Metzger (CDU) unter „nach einigen Monaten“ verstand.

  7. Wit./MD sagt:

    Hat die dortige Bürgerinitiative eine Lobby? 🙂

  8. -Ferd.-Ö.- sagt:

    Probewohnen für Metzger und die Volksvertreter in der Georg-Wörner-Straße 🙁

    Und die äußerst unfreundliche Haltung dieser Damen und Herren gegenüber Bürgern und Anwohnern wäre schnellstens vorbei! 🙂

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