Gläsernes Dach für Einkaufspassage?

Nur Freie Wähler sprechen von „verfrühter Einzelentscheidung“
BRETTEN.
Überraschend hatte Oberbürgermeister Paul Metzger eine Vorlage für eine erste Einkaufspassage mit gläsernem Dach in Brettens Innenstadt aus dem Hut gezaubert.
■ Von PZ-Mitarbeiterin Gabriele Meyer
Er erntete am Dienstag abend die fast einhellige Zustimmung des Gemeinderates zu seinen Aktivitäten für eine attraktive Einkaufsmeile in der Melanchthonstadt. Nur die Freien Wähler bemängelten „eine verfrühte Einzelentscheidung und ein fehlendes Gesamtkonzept“ und mäkelten angesichts des angedachten Glasdaches, „nicht alles müsse aussehen wie die Stadtbahnhaltestelle Mitte“.

„Guru“ gab den Ausschlag
Letztlich „schuld“ an der Offensive des Oberbürgermeisters war der vor Jahresfrist als Referent in Bretten angetretene „Marketing- Guru“ Christian Klotz. Dessen Vorschlag für einen Haushaltstitel zur Vergabe zinsloser Darlehen an Innenstadt-Anlieger hatte die Verwaltung mit der Einstellung von 100 000 Mark in den Haushalt 1998 umgesetzt. Doch genutzt wurde das städtische Angebot nicht. „Ein bis zwei Anfragen“ seien zu verzeichnen gewesen, erläuterte das Stadtoberhaupt dem Gemeinderat – und bei denen sei es „nur um Farbe gegangen“. Angesichts der Bankangebote von zinsgünstigsten Darlehen seit langer Zeit sei es ihm schwergefallen, hierfür städtische Gelder bereitzustellen: „Es sollte dann schon wirklich substantiell etwas passieren.“

Glücksfall: 1OOOOO Mark übrig
So kam es, daß die Verwaltung noch rund 100 000 Mark für Stadtverschönerungsmaßnahmen zu vergeben hatte – und die will Metzger mit Zustimmung des Gemeinderates jetzt für die gläserne Überdachung der Spitalgasse neben dem Kaufhaus Schneider nutzen. Vitrinen und ein Kiosk sollen den Zugang zu Brettens guter Stube noch attraktiver machen.

Manches verbesserungswürdig
Die als Diskussionsgrundlage von der Verwaltung vorgestellten Vorschläge hielten die Gemeinderatsmitglieder allerdings im einzelnen noch für verbesserungsbedürftig. Ungeschoren kam der Einzelhandel in der Diskussion nicht davon. Bernhard Kurz (CDU) verglich ihn angesichts des ungenutzten städtischen Finanzangebots mit „einem Jagdhund, den man zum Jagen tragen muß“. „Da verliert man die Lust und läßt es bleiben.“

„Eine Menge Möglichkeiten“
Auch Metzger hielt mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. „Es hätte eine Menge Möglichkeiten gegeben zu investieren und attraktiver zu werden.“ Otto Mansdörfer (Grüne) sah die Schuld allerdings woanders: „Die Konditionen für den Kreditfonds sind von der Stadt bis heute nicht ausgearbeitet worden – und ohne konkretes Angebot findet auch eine Bank keine Kunden.“

Für OB ist dies nur der Anfang
Jörg Biermann (Liste Unabhängiger Bürger) warnte vor gegenseitigen Schuldzuweisungen und beantragte ebenso wie die Grünen, die Kreditbedingungen für das kommende Haushaltsjahr auszuarbeiten. Für Oberbürgermeister Metzger, der zusagte, die Stadtbildpflege- Richtlinien zu ergänzen, ist die Spitalgasse nur ein Anfang. Fest im Visier hat der Verwaltungschef bereits zwei weitere Fixpunkte besonderer Innenstadt- Tristesse: Die Marktgasse und die rückwärtige Ansicht eines Einkaufsmarktes zum Sporgassenparkplatz hin.

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