Ettlingen will Landesgartenschau 2012 /14 Millionen Euro

Rathaus will Stadt aufwerten
Von unserem Redaktionsmitglied Heidi Schulte-Walter

Ettlingen. Das „Ja“ des Gemeinderats gilt als sicher: Ettlingen soll sich für die Landesgartenschau 2012 beim Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum in Stuttgart bewerben.
Eine offizielle Entscheidung wird am Mittwochabend in öffentlicher Sitzung fallen, nach interner Abstimmung im Ausschuss ist die „Marschrichtung“ aber längst klar. Bis 31. Oktober muss Ettlingen gegenüber der Behörde in
Stuttgart seine Bewerbungsabsicht schriftlich artikulieren, bis Mitte November sind dann die geforderten Unterlagen nachzureichen. Erstellt werden sollen sie mit Hilfe eines externen Planungsbüros.
Bislang befasst sich mit dem Projekt Gartenschau das Stadtplanungsamt. Dessen Leiter Winfried Müller hat – wie befeits kurz berichtet – in den zurückliegenden Wochen diverse Varianten entworfen.

Favorisiert wird der Vorschlag eines Grüngürtels am nördlichen Stadtrand vom Schwarzwald im Osten bis zur Alb im Westen. Er sieht einen großzügigen, für alle Bürgerinnen und Bürger nutzbaren Wegering vor, der nach innen wie außen vernetzt ist. Spannend ist für Müller dabei die Integration der beiden neuen Baugebiete am „Schleifweg“ und in den „Neuwiesen“, der „Denker-Inseln“ an der Alb (Erweiterung Gewerbepark Alte Eto) sowie die abschließende Gestaltung der Albuferlandschaft mit Albwanderweg.

Einbezogen werden könnten zudem der „grüne Saum“ von Neuwiesenreben, der grüne Stadtrand auf der Kasernenseite (mittels einer Brücke), der Friedhof Ettlingen, der ohnehin erweitert werden muss, die Vorbergzone, der Bismarckturm und last but not least der Robberg mit seinen Kleingärten.
OB Josef Offele spricht von „positiven Erfahrungen“, die Ettlingen mit der Landesgartenschau 1988 gemacht habe und einem lang anhaltenden Imagegewinn. Beschert wurden der Stadt damals als Herzstück der Horbachpark, außerdem die Schlossgartenhalle und der Rosengarten. „Die Gartenschau könnte einen Mo-
tivationsschub geben“, gagt der Rathauschef, Im Mittelpunkt der Überlegungen stehe dabei nicht der „Showgedanke“, sondern der, „etwas bleibendes zu schaffen“. Es gehe um Verbesserungen in der Infrastruktur und eine Aufwertung des eher vernachlässigten nördlichen Stadtgebiets.

Die Chancen, dass Ettlingen mit der Gartenschau 2012 bedacht wird, sind schwer zu beurteilen. Erfahrungsgemäß bewerben sich rund 30 Städte, für 2012 haben aus der Nachbarschaft schon Rheinstetten und Rastatt angekündigt, ins Rennen zu gehen, und auch Bretten erwägt eine Bewerbung.
Beziffert werden die Kosten der Landesgartenschau in Ettlingen ganz grob auf zwölf bis 14 Millionen Euro. Müller hat errechnet, dass an der Stadt rund sieben Millionen hängen bleiben, hinzu kommen Folgekosten für den Grünzug. Beim Horbachpark liegen sie jährlich um die 200 000 Euro; so hoch müssten sie aber für die neuen Flächen nicht sein, meint Müller.

Mit Blick auf den schwierigen Haushalt 2003 erklärt Josef Offele, viel Geld für Vorgutachten zur Gartenschau würden dort zunächst nicht eingestellt. Wenn Ettlingen zum Zug komme, seien neben dem Planungs- und Bauamt freie Büros gefordert. Zu Erinnerung; Für die Landesgartenschau 1988 teilten sich vier Wettbe-
werbsgewinner die Arbeit auf.

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