Wer zahlt bei Schäden?

OB favorisiert Querspange zwischen B 35 und B 294
In der Georg-Wörner-Straße ist der Verkehr zum Ärgernis geworden
Bretten. Schon 2002 schlossen sich die Anwohner der Brettener Georg-Wörner-Straße zusammen, um sich gemeinsam für eine bessere Lebensqualität in ihrer Straße einzusetzen. Zu viele und zu schnelle Fahrzeuge sind ihrer Meinung nach dort unterwegs. Einen Zustand, den sie schon länger nicht mehr hinnehmen wollen. Den Fragen und Sorgen der Anlieger stellte sich am Mittwochabend Oberbürgermeister Martin Wolff.

Als besonderes Ärgernis werden die LKW empfunden, welche die Georg-Wörner-Straße als Abkürzung nutzen und damit für eine erhebliche Lärmbelastung sorgen. „Warum wird die Straße nicht ganz für LKW gesperrt?“ wollte ein Bürger wissen. Woraufhin OB Wolff erklärte, dass es sich bei der Georg-Wörner-Straße um eine Landesstraße handele und es LKW bis 3,5 Tonnen möglich sein müsse, auf Landesstraßen zu fahren. Doch nicht nur der Lärm, den die Schwergewichte verursachen beunruhigt die Bewohner; es ergibt sich auch noch ein weiteres Problem: In der Georg-Wörner-Straße stehen beinahe ausschließlich Altbauten und diese wiederum befinden sich auf trockengelegtem Schwemmgebiet, das nicht dafür geschaffen sei, den täglichen Erschütterungen durch die gestiegene Verkehrsbelastung standzuhalten.

So gab es in der Vergangenheit schon Risse in einigen Häusern. Ein viel höheres Risiko befindet sich jedoch, nicht sichtbar, unter der Straße. Die Bürger bewegt nun die Frage, welche konkreten Gefahren durch die Wasser- und besonders die Gasleitungen unter der stark befahrenen Straße entstehen könnten. Und sie möchten wissen, wer die Verantwortung für eventuelle Schäden übernimmt.

Der OB versprach, sich darüber zu informieren. Notiert wurde auch der Vorschlag vieler Anwesender, den Standort für die Verkehrskontrollen (die BNN berichteten) innerhalb der Georg-Wörner-Straße zu ändern, um so realistischere Zahlen bezüglich der „Raser“ in der 30er-Zone zu erhalten. Auch tauchte die Frage auf, ob der Kreisverkehr, der sich am östlichen Ende der Georg-Wörner-Straße befindet, noch zu einem „echten Kreisverkehr“ ausgebaut werden würde. „Sobald das Geld da ist“, bejahte der OB. Weitaus wichtiger war für die Anwohner allerdings die Frage, ob nach dem Ende der Bauarbeiten am Hebererhaus die alte Verkehrsführung, die die Einbahnverkehrsregelung in der Georg-Wörner-Straße beinhaltet, wieder angedacht sei. „Keine Schnellschüsse“, wolle er machen, erklärte der OB, sondern den Sachverhalt zunächst durch Experten prüfen lassen.

Seine Priorität sei es, den Durchgangsverkehr aus der Stadt hinauszubringen. So verfolge er gerade die Idee, die zwei Bundesstraßen miteinander zu verbinden: Mit einer „Querspange“ zwischen der B 35 und derB 294 ließe sich der Verkehr aus Karlsruhe Richtung Pforzheim aus Bretten herausbekommen. Was die innerstädtische Verkehrsführung betrifft, möchte der OB die Sache mit „Sinn und Verstand“ angehen und mit Hilfe von Verkehrsexperten herausfinden, welches Konzept für die Situation in Bretten angebracht wäre. Besagtes Gespräch soll noch in diesem Jahr stattfinden. Julia Bothe

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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2 Antworten zu Wer zahlt bei Schäden?

  1. -el- sagt:

    Mal sehen was der nächste OB in Verkehrssachen drauf hat.
    Das stand in der Pforzheimer Zeitung, 9.April, 1987:

    „Ganz oben auf der Tagesordnung steht die Verkehrsplanung im Bereich der B 294 zwischen der Goldstadt und Bretten”, teilte Paul Metzger weiter mit und ergänzte, daß dabei die vieldiskutierte Anbindung an die Autobahn bei Pforzheim, ein verkehrsgerechter Ausbau der Bundesstraße sowie die Südumgehung im Raum Bretten eine entscheidende Rolle spielen werden.“

    Heute – 9. April 2010 – kann man lesen:
    „So verfolge er gerade die Idee, die zwei Bundesstraßen miteinander zu verbinden: Mit einer „Querspange“ zwischen der B 35 und derB 294 ließe sich der Verkehr aus Karlsruhe Richtung Pforzheim aus Bretten herausbekommen.“

  2. F. Cizerle sagt:

    „Als besonderes Ärgernis werden die LKW empfunden, welche die Georg-Wörner-Straße als Abkürzung nutzen und damit für eine erhebliche Lärmbelastung sorgen.“
    —————————————–

    Am 17.02.2010 wurde vom BAK nachfolgender Verbesserungsvorschlag beim OB Wolff eingereicht.

    „…in der Georg Woerner Str. ist der LKW Verkehr scheinbar nicht kontrollierbar.

    Eine sofortige Lösung kann darin bestehen, dass eine Radarstation mit einem höheren Messpunkt (nur für LKW) installiert wird. Vergleichbar mit der Südtangente in KA. Dieser Kontrollpunkt muss aber so ausgerichtet sein, dass nicht nur die Geschwindigkeit gemessen wird, sondern grundsätzlich jeder LKW registriert werden kann.

    So können ALLE LKW erfasst werden und diejenigen die ohne Sondergenehmigung durchfahren gleich entsprechend verwarnt werden. Und das Tag und Nacht – ohne Polizeieinsatz.

    Diese Einrichtung ist daher für alle Durchgangsstraßen, die für den LKW Verkehr nicht freigegeben sind, geeignet.“

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    Bis heute wurde diese E-Mail vom Rathaus weder bestätigt noch beantwortet, obwohl die Empfangsbestätigung angefordert wurde.

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