Oberderdingen zahlt 6,6 Millionen an Steuern zurück

Gemeinde spürt erheblichen Rückgang bei der Gewerbesteuer
Von unserer Mitarbeiterin Claudia Pospieszczyk
Oberderdingen. Ein eher verhaltenes Jahr 2010 erwartet Oberderdingens Bürgermeister Thomas Nowitzki. Das verdeutlichte er in seinem Bericht in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend: „Ein Großteil der baden-württembergischen Warenexporte geht in die europäischen Länder. Die Erwartungen sollten nicht zu stark nach oben geschraubt werden“. Auch die Unternehmen in der Gemeinde seien 2009 von der Krise stark betroffen.

Die Gemeinderäte tragen laut Schultes nicht nur die Verantwortung für den Betrieb der Gemeindeverwaltung, sondern auch für die Gemeinde insgesamt sowie alle Werte auf deren Gemarkung. Jeder der rund 10 500 Einwohner Oberderdingens wohne durchschnittlich auf 55 Quadratmeter. Allein der Wert des Wohnraums betrage rund 635 Millionen Euro, unberücksichtigt dabei die unbebauten Grundstücke, Gewerbeimmobilien, Wald und Flur. „Durch kluge Politik in den nächsten Jahren kann es uns möglich sein, diese Werte zu erhalten oder vielleicht noch leicht zu steigern“, sagte Nowitzki.

Seine Aussicht auf die Bilanz der Gemeinde sei sehr ordentlich und man habe die Konsolidierung als Ziel für 2009 gesetzt. Der Jahresabschluss 2008 habe zwar einen Fehlbetrag erbracht, doch insgesamt ein gutes Ergebnis des laufenden Betriebs ermöglicht. 2009 sei die Gemeindekasse von der Notwendigkeit von Kassenkrediten geprägt gewesen. Der deutliche Rückgang der Gewerbesteuer mache Oberderdingen erheblich zu schaffen. „Es gab noch nie, dass in 448 Rückzahlungsbescheiden insgesamt rund 6,6 Millionen Euro an Gewerbesteuereinnahmen ausgebucht und zurückgezahlt werden mussten“, sagte Nowitzki in seinem Rückblick.

Als eine von zwei Gemeinden im Landkreis Karlsruhe habe Oberderdingen 2009 die Windelaktion fortgeführt und dafür rund 10 000 Euro aufgewendet. Für 2010 seien mindestens bei den wesentlichen Einnahmearten keine Erhöhungen von Steuern und Gebühren geplant. Fast unverändert sei der Einwohnerstand mit etwas mehr als 10 400 zum 31. März 2009. „Erfreulicherweise haben 31 Familien mit mindestens einem Kind Oberderdingen als Wohnort gewählt“, berichtete Nowitzki. 88 Geburten stünden 91 Sterbefälle gegenüber.

Der Gemeindevollzugsbeamte Ernst Schwarz habe knapp 44 000 Euro aus Vollstreckungen und 11 000 Euro aus Verwarnungsgeldern erhoben. Wichtige Themen seien Bildung und Betreuung. „Die soziale Infrastruktur ist bei uns auf einem Niveau, um das uns so manche an Einwohnern größere Stadt beneidet“, sagte Nowitzki. Gemäß gesetzlicher Regelung müsse man bis 2013 bis zu 90 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren schaffen. Derzeit verfüge man über 55 Plätze. Der finanzielle Aufwand für die zehn Einrichtungen mit 467 Plätzen sei enorm. Rund 1,1 Millionen Euro gingen an die kirchlichen freien Kindergartenträger, rund 550 000 Euro erhielten die Gemeindekindergärten. Das Land erstatte hier knapp 470 000 Euro.

Die Gemeinde zählt mehr als 1 300 Schüler. Mit der Sanierung der Samuel-Friedrich-Sauter-Grundschule in Flehingen für rund 1,7 Millionen Euro sowie dem Baubeginn an der Großvillarser Heinrich-Blanc-Schule habe man viel in die Bildung investiert. Zudem hat der Landkreis rund 6,5 Millionen Euro für die neu gebaute Eduard-Spranger-Schule in Oberderdingen ausgegeben.

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2 Antworten zu Oberderdingen zahlt 6,6 Millionen an Steuern zurück

  1. f - h sagt:

    „Durch kluge Politik“…sagte Nowitzki??? 🙁

  2. mm sagt:

    ist es jemandem aufgefallen? Jetzt, wo die Zeiten schwerer werden, wird der Gemeinderat auf einmal in die Verantwortung genommen…

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