Protest über die Benachteiligung Brettens im Bundesverkehrswegeplan

Oberbürgermeister Paul Metzger fordert in einem Brief Korrekturen

In einem Brief an den Bundesverkehrs-minister Manfred Stolpe gibt Oberbürgermeister Paul Metzger seiner Verärgerung Ausdruck, dass im neuen Bundesverkehrswegeplan 2003 die gebündelte Trasse B35/B293 (zwischen Gölshäuser und Diedelsheimer Dreieck) aus dem bisher „vordringlichen Bedarf herausgenommen wurde und lediglich ein Zwischenausbau erfolgen soll. Damit rücken der verkehrlich zwingend erforderliche Gesamtausbau des Alexanderplatzes sowie die Planungen zum Neubau der B 294 um Bretten (Südwesttangente) in weite Ferne. Der Bundesverkehrswegeplan 2003 gilt bis zum Jahr 2015 und sieht für den Alexanderplatz auch keine Planungsberechtigung vor.

„Es geht bei diesen Maßnahmen nicht nur um unseren eigenen innerörtlichen Verkehr, sondern in hohem Maße um die Optimierung regionaler Verkehrsflüsse, die aktuell alle Verkehrsteilnehmer mit immer länger werdenden Staus schlimm belasten. Negativ davon betroffen sind dadurch auch die Entwicklungsperspektiven von Nachbargemeinden wie z.B. Oberderdingen. Dies kann nicht akzeptiert werden Der Mittelbereich Bretten darf beim Bundesstraßenbau nicht weiter so eklatant vernachlässigt werden“, so OB Paul Metzger. Aus Sicht der Stadt Bretten weist der OB insoweit neben der Belastung der historischen Altstadt vor allem auf die Regionalbedeutsamkeit der drei sich in Bretten kreuzenden Bundesstraßen hin: Die B 293 stellt eine wichtige Verkehrsachse zwischen den Oberzentren Karlsruhe und Heilbronn dar. Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung der A 5 und A 6 mit regelmäßig auftretenden Staus kommt der B 293 auch im regionalen Wirtschaftsverkehr eine hohe Bedeutung zu. Der starke Lkw-Verkehr auf dieser Straßenachse rührt nicht allein von den zwischen den beiden Oberzentren liegenden Wirtschaftsräumen Bretten und Eppingen her, sondern in zunehmendem Maße wird auch der Wirtschaftsverkehr zwischen den beiden Oberzentren über die Bundesstraße abgewickelt. Mit Einführung der Lkw-Maut auf den Autobahnen ist abzusehen, dass sich dieser Trend weiter verstärkt und letztendlich dazu führen wird, dass auf dem gemeinsam geführten Abschnitt der B 35 und B 293 in Bretten der Verkehr über bestimmte Tageszeitabschnitte zum Erliegen kommt.

Betroffen davon ist nicht nur die B 293 entlang der Landesentwick-lungsachse Karlsruhe-Bretten-Heil-bronn, sondern in gleichem Maße auch der Verkehr auf der B 35, der zwischen Bruchsal und Mühlacker und weiter über die B 10 nach Stuttgart ebenfalls sehr hohe Lkw-An-teile aufweist. „Es ist absurd eine Landesentwicklungsachse zu dekretieren ohne gleichzeitig den damit verbundenen stärkeren Verkehr zu berücksichtigen“, gibt OB Metzger zu bedenken. Darum ist der Bund zwingend aufgefordert, den gemeinsam geführten Abschnitt der B 35/B 293 am Schnittpunkt der Landesentwicklungsachsen wieder in den vordringlichen Bedarf aufzunehmen. Ein Zwischenausbau kann nur kurzfristig Besserung schaffen.

Zunehmende Verkehrsbedeutung gewinnen wird auch die B 294 zwischen Bretten und dem Autobahn-anschluss in Pforzheim. Zum einen stellt dieser Abschnitt für den Wirtschaftsraum Bretten die kürzeste Entfernung an das Autobahnnetz dar.Zum anderen gilt auch hier festzustellen, dass sich der Regionalverkehr zunehmend Wege abseits der überlasteten Autobahnen sucht. Ein Anwachsen des Übereckverkehrs zwischen Bruchsal und Bretten nach Pforzheim und umgekehrt ist deutlich spürbar. Da macht es wenig Sinn, wenn einerseits vorhandene Engpässe in Bruchsal und Bau-schlott bereinigt werden, andererseits aber der Engpass in der Me-lanchthonstadt Bretten billigend in Kauf genommen wird. Ziel des Bun-desverkehrswegeplans muss sein, für einen durchgehenden Verkehrs-fluss zu sorgen. Ein willkürliches Herauspicken einzelner Maßnahmen und deren Aufnahme in den Maßnahmenkatalog des Bundesver-kehrswegeausbauplanes ist zu kurz gegriffen und trägt nicht zu einer ganzheitlichen Lösung des Problems bei.

Bretten drängt daher auch weiterhin darauf, dass die Planung für eine B 294 Ortsumgehung Bretten aufgenommen wird. Ohne eine solche Planung bleibt nämlich zu befürchten, dass die Realisierung auf sehr lange Zeit nach 2015 verschoben wird. Dienlich sind für die weiteren Planungen auch neue Verkehrsdaten, die am 15.07.2003 im Auftrag von Regierungspräsidium und Stadt erhoben wurden und bis zum Herbst ausgewertet sein werden.

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