Brücke und Tunnel zur Entlastung Brettens

Auch an den Lückenschluss Richtung Knittlingen gedacht / Problem Alexanderplatz
Von unserem Redaktionsmitglied Rudolf Baier

Bretten. „Ohne Südwest-Tangente bleibt das Chaos in der Innenstadt“, sagt Oberbürgermeister Paul Metzger voraus. Und meint damit nicht nur die Fahrzeugmassen, die schon heute die Straßen Brettens verstopfen. Weitere werden hinzu kommen im Laufe der nächsten Jahre, etwa mit der erwarteten Einführung der Lkw-Maut im Sommer. Und die Südwesttangente, die die B35 im Westen mit der B294 im Süden verbindet, wird wohl noch auf viele Jahre Zukunftsmusik bleiben (siehe -Kommentar).
Immerhin ist sie nun nicht mehr nur ein Gedankenspiel von Planern und weitsichtigen Kommunalpolitikern. Das Land hat die Trasse über das Rinklinger Tal und durch den Rech-berg in die Prioritätenliste für den Bundesfernstraßenbau aufgenommen. Und das ist das Startsignal, konkrete Pläne zu erarbeiten -egal, wann sie realisiert werden.

Vorstellungen, auf welcher Trasse die neue Straße verlaufen könnte, haben der Oberbürgermeister und sein Stadtplaner Ulrich Braun schon im Kopf: Die Südwesttangente soll im Westen nicht direkt an die B35 angebunden werden, sondern etwa in Höhe des Silcherwegs von der Melanchthonstraße abzweigen. Auf einer Brücke würde sie zwischen Bahnhof und Glas-Bischoff die Bahngleise überqueren, dann die Ruiter Straße und den Saalbach (etwa in Höhe der Gemarkungsgrenze Rinklingen-Bret-ten). Anschließend soll sie in einem Tunnel unter dem Rechberg verschwinden. Wieder am Tageslicht würde die Trasse auf die Straße nach Sprantal geführt und von dort zur B294 nach Pforzheim.

Auf rund 25 bis 30 Millionen Euro veranschlagt der Stadtplaner die Kosten für dieses Projekt. Zum Vergleich: Die B293-Umgehung Gölshausens, die derzeit im Bau ist, kostet etwa 10,5 Millionen Mark. Noch teurer wäre eine weiter südlich geführte Südwestumfahrung Brettens, wie sie auch schon im Gespräch war. Und, darin sind sich Oberbürgermeister und Stadtplaner einig, sie brächte der Stadt weniger Entlastung. Denn die stadtnahe Tangente soll auch Verkehr in den Süden Brettens aufnehmen, soll eine direkte Anbindung an Gewerbe- und Wohnflächen erhalten. Selbst das Wohngebiet Wanne soll so eine Entlastung erfahren – erst recht dann, wenn auch noch die Lücke zwischen der B294 und der B35 bei Knittlingen geschlossen würde und Bretten damit eine komplette Südumgehung bekäme.

Der Punkt, an dem die Südwesttangente im Westen Brettens mit dem bestehenden Straßennetz verknüpft werden soll, findet derzeit besondere Beachtung. Denn die Planung für das Sanierungsgebiet Bretten West, also die Stadteinfahrt der Melanchthonstraße, hängt stark von der Trassenführung ab. Hier sieht der Oberbürgermeister dringenden Handlungsbedarf – auch, um möglichen Investoren konkrete Pläne vorlegen zu können.

Wie es künftig im Brettener Westen aussieht, hängt aber auch vom längst überfälligen Ausbau des Alexanderplatzes ab. Dieser schon heute überlastete Verkehrsknoten wird künftig eine noch wichtigere Rolle spielen als bisher. Denn er soll auch den von Gölshausen kommenden und in Richtung Pforzheim fließenden Verkehr auf der B294 aufnehmen.

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