Wanne Bewohner schreiben an Gemeinderäte

Leserbrief – und deren Antworten
von D. Zürner und weiteren Anwohnern der Otto-Hahn-Strasse
Im Wohngebiet Wanne leben ca. 4000 Menschen, die Otto-Hahn-Strasse wurde als Erschliessungsstraße für dieses Wohngebiet gebaut und mit unseren Steuergeldern und Erschliessungs-Beiträgen mit bezahlt.
Die Anwohner der Otto Hahn-Straße werden seit dem Bau der Querspange, der Straße von der Ruiter- Strasse zur B294, der Pforzheimer Strasse, durch Schleichverkehr, welcher von Bundes- Landes- und Kreisstraßen ins Wohngebiet Wanne einfährt, belastet. Die Strecke über die Otto-Hahn- Strasse, Max-Plank-Strasse und den Breitenbachweg wurde seither zur „inoffiziellen“ Durchgangsstraße von der B294 zur B35, sowie der L1103.

Auch wurden Strecken wie die K3569, Ruiter Strasse, durch Sperrung dem öffentlichen Straßenverkehr entzogen und sind nun Werksparkplatz von Neff BSH und auch nur wieder über das Wohngebiet Wanne, Otto-Hahn-Strasse erreichbar. Das wurde bewußt von der Stadtverwaltung so installiert um die Innenstadt zu entlasten.
Das Wohngebiet Wanne wird nun durch die Mitarbeiter von Neff BSH auch noch zusätzlich belastet weil die ja weil Schichtbetrieb ab 4.30 Uhr am Morgen bis spät am Abend teils bis Mitternacht durchs Wohngebiet von und zum Arbeitsplatz fahren.

Die Verkehrszählungen der Stadtverwaltung ergaben im Jahr 1986 1400 KFZ/24h, im Jahr 2003 bereits 3200 KFZ/24h.
In einem im Jahr 2006 von der Stadtverwaltung in Auftrag gegeben Gutachten „Daten und Fakten zur Verkehrsentwicklung in Bretten“ wird im Abschnitt „Ist-Zustand der Verkehrsbelastung in Bretten und Prognose bis 2020 wenn nichts passiert“, festgestellt:

„Der nordöstliche Abschnitt der Otto-Hahn-Straße wird eine Zunahme von voraussichtlich 26 Prozent und der südliche Abschnitt eine solche von knapp 35 Prozent zu verkraften haben“.

Und das an 3 Schulen und einem Kindergarten vorbei! Durch das Entfernen des LKW Verbotschildes am Breitenbachweg fahren auch immer mehr LKW durch das Wohngebiet, die LKW Verbotszone der Innenstadt ist auch nicht komplett durch Beschilderung geschlossen.

Auch das wurde absichtlich so von der Stadtverwaltung so gemacht um die Gewerbetreibenden der Stadt zu entlasten, schliesslich existiert ja auch eine Ausnahmegenehmigung eines Fuhrunternehmers von der Ruiter Str./ Salzhofen damit er immer mit seinen Schwer-LKW durchs Wohngebiet fahren kann, wann er will.
Man muss auch wissen dass im Bereich der Otto-Hahn-Strasse bis zum Wannenweg täglich mindestens 105 Busse fahren.

Das alles wurde ohne das Zutun der Anwohner der Otto-Hahn- Straße von der Stadtverwaltung und vom OB Metzger hinterrücks so installiert um die Innenstadt zu entlasten, obwohl der ehemalige Leiter der Straßenbehörde / Ordnungsamt Martin Judt, den Leuten welche einen Bauplatz kauften, auf Nachfrage garantierte, dass die Otto-Hahn- Strasse niemals eine Hauptverkehrsstraße wird!

Ich muss auch an die unmögliche Praktik der Stadtverwaltung erinnern dauernd die B294 mit Schwerverkehr über die Wanne bei jeder sich bietenden Gelegenheit um zu leiten, in 7 Jahren 13 Mal ! (Anmerkung BAK: siehe dazu auch „Stadt Bretten lenkt Schwerverkehr der B294 ins Wohngebiet Wanne„)

Seit Jahren kämpfen die Anwohner der Otto-Hahn- Strasse um Verkehrsberuhigung, Unterschriftensammlung der Anwohner und Briefen an die Stadtverwaltung und OB und der Bitte um Verkehrsberuhigung, ohne sichtbare Erfolge, denn das ist wohl das einzige Wohngebiet in Bretten indem man noch 50Km/h fahren darf. Bundes- Landes- und Kreis-Straßen werden Verkehrsberuhigt nur die Otto-Hahn- Strasse nicht. 

Nun  dachte ich ich schreiben doch mal vor der Wahl die Parteien im Gemeinderat an und bitte die um Hilfe und Erklärung wie sie das sehen.

Schockierend für uns Anwohner war die auf Anfrage einiger Gemeinderäte bei der Stadtverwaltung gegebene Antwort, bei der Otto-Hahn-Strasse handele es sich um „eine Art Landesstrasse“!

Hier nun die Antworten der Parteien:
Geantwortet haben schriftlich die Grünen/ Bündnis 90, die FDP und die CDU welche mit Herr Treut auch zum Gespräch bereit war. Leider hatten ich von den Freien Wählern und der SPD direkt bis heute nichts als Antwort erhalten.

Die FDP will eine Verkehrsberuhigung in der Wanne, Tempo 30 und die vom Rathaus angekündigten Veränderungen , die da wären: Anschluss L1103 an B35 und über Alexanderplatz und Melanchthonstrasse und Verlegung der B294.

Die Grünen wollen das, was ja auch der Herr Mansdörfer in den BNN schon geschrieben hat, Innenstadt verändern, Georg- Wörner-Strasse verkehrsberuhigen auch die Weißhoferstrasse, das Wohngebiet Wanne mit den Schulen und Kindergarten kann ruhig mit noch mehr Verkehr belastet werden, so ließt man das aus der Antwort. Hatte Herr Mansdörfer in früheren Antworten noch die Anwohner für nicht fähig gehalten, die Ergebnisse der Verkehrszählungen richtig zu lesen (es war wohl zu viel Verkehr!), hat er sich jetzt etwas neues ausgedacht, um die Anzahl der durchfahrenden KFZ zu senken: er nimmt die Registrierfunktion des Geschwindigkeits-Messgerätes in der Otto-Hahn-Strasse, das einseitig die vorbeifahrenden KFZ zählt, als Grundlage seiner Beurteilung und die fällt wie immer gleich aus: Kaum Verkehr durch die Wanne! Wenn also ein Ingenieurbüro im Auftrag der Stadtverwaltung nicht die gewünschten Ergebnisse misst, nimmt man ein nicht geeichtes Anzeigegerät her, warum nicht gleich ein Thermometer?

Von der CDU hatte sich Herr Treut, sowie Herr Rath mit uns unterhalten. Beide erkannten das Problem mit dem Schleichvekehr von Bundes und Landes- und Kreis-Straßen im Wohngebiet, und machten sich Gedanken um Verkehrsberuhigung und Entlastungen auch durch eine Orts-Umgehung von Bretten.

Vor einem Jahr hatte ich auch schon einmal Herrn Schlotterbeck von der SPD angemailt und in der Mail mit Unterschriften der Anwohner auf das Problem hingewiesen Schon damals bekam ich keine Antwort also rief ich ihn an, er meinte, es müsse wenigstens Tempo 30 in der Otto- Hahn- Strasse gemacht werden.

Gleiches gilt auch für die Freien Wähler, ich schrieb Frau Leins per Mail und unterhielt mich auch telefonisch mit ihr. Auch sie ist für Tempo 30 in der Wanne. Leider antworteten beide nicht auf die Anfrage jetzt vor der Wahl!

Offenbar sind SPD und freien Wählern die Anwohner der Otto-Hahn- Strasse ziemlich egal. Dieses Anschreiben wurde ganz bewusst vor der Wahl an die Fraktionen verschickt, nahezu alle Anwohner  der Otto-Hahn- Strasse unterstützen mit ihren Unterschriften und das in den vergangenen Jahren mehrfach, die Forderung nach Verkehrsberuhigung. Deshalb kann ich jetzt getrost das alles auch im Internet veröffentlichen, wie gesagt es ist ja Wahlkampf und als Anwohner der Wanne gut zu sehen wie die Parteien so denken und was sie von ihren Wählern halten.

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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3 Antworten zu Wanne Bewohner schreiben an Gemeinderäte

  1. gg sagt:

    Ich sehe leider nicht den geringsten Unterschied zwischen einem Schreiben an die Brettener (Noch)-Volksvertreter – und deren teilweiser Beantwortung – und dem Einwurf desselben in einen Papierkorb.

    Übrigens: Papier ist (sehr) geduldig! 🙂

  2. R. sagt:

    Die Schweizer haben den staatlichen Mindestlohn abgelehnt – eine deutliche Mehrheit ist gegen das Volksbegehren der Gewerkschaften gewesen.

    Im Klartext: Das Schweizer Volk hat eine klare Absage an die Einmischung des Staates in Lohnsachen erteilt.

    In Deutschland ist halt alles anders: Da hat sich der fast alles bestimmende (regulierende) Staat in den Mindestlohn eingemischt! 🙁

  3. R. sagt:

    Ein sachlich berechtigter und einwandfreier Bericht eines Anwohners, der die Öffentlichkeit nicht scheut.

    Das ist eben der Unterschied zwischen direkter (Schweiz) und undirekter Demokratie (BRD). In der indirekten Demokratie haben die Bürger/-innen – außerhalb von Wahlen – nichts abzustimmen. Bei der direkten Demokratie ist das stets durch Volksentscheid möglich.

    Beispiel: Heute stimmen per Volksentscheid die Menschen in der Schweiz über die Höhe des Mindestlohns ab. Das Ergebnis ist dann von der Regierung umzusetzen.

    Wenn ich nur an das jahrelange politische, parteibezogene,gewerkschaftliche und kirchliche Hickhack um den Mindestlohn in Deutschland denke, dann kann ich reflektieren, warum eine dringend notwendige kommunale

    VERKEHRSBERUHIGUNG

    in dem geschilderten Wohn-Bereich niemals eintreten wird.

    Denn gewählte Dilettanten lösen keine Probleme – sie schaffen nur welche! 🙁

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