Immer mehr Autos rollen durch Bretten

46 Prozent Plus seit 1986

Bretten (ba). Ein Blick auf die Straßen der Stadt belegt es: Die Zahl der Fahrzeuge ist in den vergangenen gut 15 Jahren enorm gewachsen. Stadtplaner Ulrich Braun wartet mit konkreten Zahlen auf. Waren 1986 in Bretten noch rund 12 700 Fahrzeuge gemeldet, kletterte die Zahl bis 2002 auf rund 18 600. Das entspricht einer Steigerung von über 46 Prozent. „Und am Straßennetz hat sich in dieser Zeit kaum etwas geändert“, stellt der Stadtplaner fest.
Weil das – mit Ausnahme der B-293-Umgehung Gölshausens – auf absehbare Zeit auch so bleiben wird, lässt sich erahnen, wie es in einigen Jahren auf den Straßen in und um Bretten zugeht: Eine Ende der 90er Jahre erstellte Hochrechnung für das Jahr 2010 liefert Zahlen.
Auf der Achse vom Alexanderplatz durch die Melanchthonstraße und die Wilhelmstraße zur Pforzheimer Straße werden dann innerhalb 24 Stunden 24 000 bis 27 000 Autos rollen. Bei der letzten Zählung 1986 waren es noch rund 16 000.
Die Südwesttangente könnte eine enorme Entlastung bringen. Sie soll etwa 12 000 Fahrzeuge in 24 Stunden aufnehmen. Dann gäbe es nach den derzeitigen Prognosen in der westlichen Melanchthonstraße 46 Prozent weniger Verkehr.
Weil der Verkehrsstrom von Gölshausen Richtung Pforzheim dann ebenfalls um Bretten herumgeführt werden könnte, wäre der Traum vom verkehrsberuhigten Marktplatz zum Greifen nahe, auch der Schleichweg über das Wohngebiet Wanne nicht mehr so attraktiv.
Die B-35-Nordumgehung Brettens bekäme allerdings zusätzlichen Verkehr. Rund 12,5 Prozent sind vorausgesagt. Der weitere Ausbau einschließlich des Alexanderplatzes als westliche Einfahrt nach Bretten sind daher umumgänglich.

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1 Antwort zu Immer mehr Autos rollen durch Bretten

  1. Matthias Menzel sagt:

    Die wiederholt gemachten Äußerungen der Stadtverwaltung, dass die Südwest-Tangente auch zur Entlastung des Wohngebietes Wanne beitragen soll, muss jedem Bewohner dieses Gebietes wie Hohn in den Ohren klingen. Die Stadtverwaltung selbst hat doch mit dem Bau der „Querspange“ im Ruiter Tal erst dafür gesorgt, dass der jetzige sogenannte „Schleichweg“ ermöglicht wurde. Zusätzlich wurde dann in der Otto-Hahn-Straße noch die Ge- schwindigkeitsbeschränkung abgeschafft, im Breitenbachweg gar die 30-km-Zone. Die Straßen weisen durchgehend Bundesstraßenbreite auf, gegen Forderungen von Anwohnern auf Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung hat man sich sogar gerichtlich zur Wehr gesetzt! Das angeordnete Durchfahrverbot für LKW ist mangels Kontrollen und durch Gewährung von Ausnahmegenehmigungen wenig wirkungsvoll. Wer diese praktische Abkürzung immer noch nicht kennt, dem wird sie jährlich zu Peter und Paul eine Woche lang vorgeführt, so lange dauert dann die Umleitung der B293 zur B294 über die Wanne. So macht man Schleichwege bekannt und attraktiv! So hat sich auf dieser, auch „Querungshilfe“ genannten Strecke innerhalb weniger Jahre das Verkehrsaufkommen auf jetzt 7000 KFZ (Breitenbachweg) täglich erhöht. Im übrigen wird wohl gerne vergessen, dass der Verkehr durch die Wanne auch am Schulzentrum- Ost vorbei fließt, davon sind mehr als 2000 Schüler/innen ebenfalls betroffen. Soviel zum Thema „Schleichweg“.
    Die Stadt Bretten hat mit am lautstärksten die Autobahnausfahrt Nord in Pforzheim gefordert, man hatte nach der Genehmigung lange genug Zeit, um auf das dann zu erwartende steigende Verkehrsaufkommen zu reagieren. Jetzt wo alle Kassen leer sind, das Verkehrschaos tägliche Realität ist, zaubert man ein Projekt aus dem Hut, das im übrigen vom BUND in einer Pressemitteilung als „besonders naturzerstörend, baulich überdimensioniert oder verkehrlich fragwürdig“ beurteilt wird. Was bleibt ist eine, wie von Gutachtern ( von der Stadtverwaltung in Auftrag gegeben, von uns bezahlt ) prognostizierte massive Erhöhung der Verkehrsbelastung, die auch vor Nebenstraßen und „Schleichwegen“ nicht halt machen wird.

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