Auf den Spuren der Bahn durch Brettens Kernstadt?

Regierungspräsident Dr. Bieringer in Bretten
Bis zum Jahresende ist noch manche Hürde zu nehmen
Von unserem Redaktionsmitglied Werner Schoger
Es ging an erster Stelle um die Brettener Verkehrsprobleme, als Regierungspräsident Dr. Adolf Bieringer Bretten seinen Antrittsbesuch abstattete und im Mittelpunkt standen die Umgehung von Gölshausen und die Voruntersuchung der Stadt für eine „Bündelungstrasse“, die den auf der Gölshäuser Umgehung heranrollenden Verkehr aufnehmen und durch Bretten leiten soll.

Dr. Bieringer erinnerte bei den Gesprächen in Brettens Rathaus noch einmal daran, daß die Gölshäuser Umgehung „schon ewig diskutiert worden ist“, daß sie mit einer Bausumme unter zehn Millionen Mark in den Bundesbedarfsplan aufgenommen wurde, daß aber die Festlegung der Trasse ungewöhnliche Schwierigkeiten bereitete. In einem Umweltverträglichkeitsverfahren habe das Regierungspräsidium insgesamt zehn Varianten geprüft und favorisiere jetzt eine Südumgehung.

„Eine Nordumgehung ist nicht durchsetzbar“, lautete Dr. Bieringers Urteil in Bretten. Mit dieser optimalen Südroute seien aber Brettens tiefgreifende Verkehrsprobleme keineswegs gelöst.
Ohne eine solche Lösung sieht aber Oberbürgermeister Paul Metzger, wie er jetzt betonte, auch keine Entscheidungsmöglichkeit für die optimale Südumgehung von Gölshausen. Um aus diesem Konflikt zu kommen, habe man zu Jahresbeginn eine Voruntersuchung für eine Trasse in die Wege geleitet, die die Gölshäuser Südumgehung nördlich der B 35 aufnehmen wird und die dann entlang der Kraichgaubahn, B 293 und Landesstraße nach Oberderdingen zusammengefaßt, durch Bretten bis zur Pforzheimer Straße führt.
Diese technisch machbare, aber sehr aufwendige Trasse, die auf 40 Millionen Mark geschätzt wird, müsse Bretten dann versuchen an die Umgehung von Gölshausen „anzuhängen“, also damit auch in den Bedarfsplan des Bundes zu kommen, sagte Dr. Bieringer.

Um dies bewerkstelligen zu können, sei zunächst einmal ein Verkehrsgutachten erforderlich. Das sei bereits in Auftrag gegeben. Voraussetzung sei weiter eine Verkehrszählung, die im Juni stattfinden soll. Das Gutachten werde dann bis Jahresende vorliegen: „Erst dann kann gesagt werden, ob dieser Brettener Vorschlag ernsthaft weiterverfolgt werden kann“, meinte der Regierungspräsident.
Vorher aber müsse in Bretten die kommunalpolitische Entscheidung für diese Trasse gefallen sein und man müsse zeigen, daß diese Trasse in Bretten „machbar und durchsetzbar“ ist.

Oberbürgermeister Paul Metzger machte deutlich, daß Brettens Gemeinderat noch keinerlei Beschluß zu dieser „Bündelungstrasse“ gefaßt habe, sondern daß lediglich die Stadt eine, wie ihr scheine, optimale Planung erstellen wollte, um nach einer Entscheidung über die Gölshäuser Umgehung ihre Verkehrsprobleme in Bretten zielstrebig angehen zu können.
Oberbürgermeister Metzger machte rund 20 Vorteile dieser Bündelungstrasse geltend und setzte ihnen lediglich fünf Nachteile (wir berichten morgen ausführlich) gegenüber. Zu den Vorteilen rechnete Paul Metzger, daß im Stadtbereich kein privater Grund für die Trasse benötigt werden, daß dank der Kunstbauten und der ansprechenden Architektur, die man im Auge habe, und dank der intensiven Begrünung der Wohnwert vieler benachbarter Gebäude erhöht werde.

Nur drei direkt benachbarte Häuser verlören an Wohnwert. Die Anliegen vieler Bürgerinitiativen in Bretten würden mit der Bündelungstrasse gegenstandslos, Bund und Land würden im Unterhalt ihrer Straßen entlastet, denn einer Neubaulänge von 5,5 Kilometern stünde ein Rückbau von 4,1 Kilometern und eine Abstufung von 8,8 Kilometern gegenüber. Die gesamte Innenstadt werde schließlich vom Durchgangsverkehr entlastet.

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