Tunnel und die Galerie wirken wie Trompetenrohr

Bürgerinitiative befand vor Ort
Die Bedenken und Ängste gegen Trasse präzisiert
Von unserem Redaktionsmitglied Werner Schoger

„Die Bündelungstrasse bringt nicht nur für einige wenige Bürger Nachteile, sondern sie beeinträchtigt das Eigentum zahlloser Brettener auf jedem Abschnitt ihres Verlaufs entlang der Kraichgaubahn.“ Zu diesem Resümee kommt die Bürgerinitiative, die sich gegen die Entwürfe der Stadt wandte, und die immerhin 2000 Brettener durch Unterschrift auf ihre Seite brachte. Bei einer Begehung der geplanten Trasse präzisierten die Sprecher dieser jüngsten Bürgerinitiative ihre Sorgen. Unabhängig vom technischen Aufwand, der bei der Anbindung der Trasse im Westen an die Pforzheimer Straße getrieben wird, befürchtet man dort – zumindest zu den Stoßzeiten – Staus und Fahrzeugschlangen und damit eine Beeinträchtigung zumindest weiter Teile der „Wanne,“ durch Lärm und Abgase.

Noch schlimmer seien die Auswirkungen der Trasse auf die Siedlungshäuser in Höhe des Hebelweges, weil sie zum Teil auf dem heutigen Wannnenweg liegen wird und den Häuschen aus den 30er Jahren bedenklich naherückt. Schallschutzwände und Wälle werden kritisch beurteilt, weil dadurch der gesamte Lärm, zunächst nach oben „kanalisiert“, vom dort häufig wehenden Westwind in die Siedlung hineingetragen wird.
Schwere Nachteile bringe die Bündelungstrasse den Anliegern der Jörg-Schwarzerd-Straße, über welche nach dem „Abhängen des Wannenweges“ das gesamte Neubaugebiet der Wanne angeschlossen werden soll.

Die Bündelungstrasse wird jenseits der Bahnbrücke an der Jörg-Schwarzerd-Straße auf der Südseite des Gleises in einer Galerie geführt, wobei die Straße tiefer liegen wird als die Schienenstrecke. Das Dach der Galerie soll begrünt werden.
Schwere Nachteile für die Bewohner der Kleiststraße ergeben sich aus diesem Vorhaben, meint die Bürgerinitiative, weil dieser Parallelbau zum Bahngleis (nach Osten zunehmend) zu eng an die Häuser, vor allem deren Fundamente, heranrückt. Gravierende Schäden an den Bauwerken seien „vorprogrammiert“.
Die Häuser befinden sich im städtischen Besitz, werden von vielen Ausländern bewohnt. Die Bürgerinitiative wirft hier der Stadt vor, mit ihrem Eigentum nicht sorgsam genug umgehen“ und außerdem auf die Geduld und die Hilflosigkeit der Bewohner dieser Häuser zu bauen.
Der stattliche Bewuchs mit Bäumen, der bislang die Bauten gegen das Bahngleis hin abschirmte, fällt dem Ausbau zum Opfer und ein Ersatz läßt sich nicht herstellen, sagte die Bürgerinitiative, weil über dem Betondach der Galerie nicht genügend Erde für Baumwurzeln bleibt; „Außer Gras wird auf der Galerie nichts wachsen“. Aus der zum Gleis hin offenen Galerie wird außerdem der Lärm „gebündelt“ auf die Wohnbauten geworfen. Dies gilt nach Ansicht der Bürgerinitiative nicht nur für die Bewohner der Kleiststraße, sondern auch für die, die jenseits des Gleises in der Turbanstraße wohnen.

Ein Kinderspielplatz, der unterhalb direkt an den Gleisen liegt, wird mitten im Lärmpegel der Galeriefenster aufgegeben werden müssen. Die Galerie der Straße soll in einen zweiten Tunnel münden, der parallel zum bisherigen Bahntunnel geführt wird. Dazwischen bleibt eine etwa einen Meter starke Felswand stehen. Er wird, so fürchtet die Bürgerinitiative, wie eine Trompete wirken und ebenfalls Lärm konzentriert in die Kleiststraße und auf die Gartenseite der Turbanstraße werfen. Der Tunnelbau gefährde außerdem den Kindergarten am Hebererweg und weitere sechs Häuser an dieser Straßenzeile, weil der Scheitel des Tunnels genau darunter verläuft. Selbst bei minimalen Geländesetzungen werden erhebliche Gebäudeschäden auftreten, ängstigt sich die Initiative.

Am nordöstlichen Tunnelmund, hinter dem Eichendorffweg, wird eine prächtige Baumkulisse, die „die Wohnbauten in der Wanne abschirmte, fallen! An ihre Stelle wird ein Kunstbau, eine Stützmauer, kommen. Im Auslauf zum Breitenbachweg werden Wohnhäuser von der Trasse so nah gestreift, daß auch dort Lärmschutzbauten den Wohnwert vernichten.
Die schwerwiegendsten Bedenken gelten dem Abschnitt in Höhe, des Schwimmbades: Jeder Unfall auf der Bündelungstrasse könne eine Katastrophe im Bad heraufbeschwören, gefährde die Kinder auf ihrem Schulweg und außerdem würden zwei Schulen einem unerträglichen Verkehrslärm ausgesetzt. Nachteile und Schäden schließlich auch jenseits der B 35: Den Bauten am Schneckenbuckel, westlich des Bahngleises, müsse „die Welt nach Osten hin zugemauert werden“, wenn man sie vor unerträglichem, Verkehrslärm schützen will.

Tunnel der Kraichgaubahn in Bretten

Eine der problematischen Stellen der geplanten Bündelungs-Trasse: sie soll hier parallel zum Gleis, etwas tiefer liegend, in einer Galerie unter dem Grünstreifen vor den Hauswänden (rechts) geführt werden und in einen Tunnel münden, dessen Mund rechts vor dem des Bahntunnels liegen wird. Unerträglicher Lärm und Schäden an den Häusern sind zwangsläufig Folgen, befürchtet die Bürgerinitiative.

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