Pro Bürger fallen 114 Kilo Hausmüll an

Der Kreis Karlsruhe legt Abfallstatistik 2009 vor
Die Rückdelegation lief mit Startschwierigkeiten an
Von unserem Redaktionsmitglied Michael Rudolphi
Kreis Karlsruhe. Die Rückdelegation der Abfallentsorgung von den Städten und Gemeinden auf den Landkreis Karlsruhe zum Beginn des vergangenen Jahres hat sich bewährt – darin waren sich alle Fraktionen des Betriebsausschusses „Abfallwirtschaft“ des Kreistages einig. Bei der Vorstellung der Abfallstatistik 2009 gab es vom Ausschuss einhelliges Lob für das neue System. Bernhard de Bortoli (SPD) sprach von einem „komfortablen System mit hoher Akzeptanz“. Die Statistik spiegelt die Zahlen für das Vorjahr wider, in dem der Kreis erstmals in eigener Regie für die Müllentsorgung verantwortlich war. Die Daten beziehen sich inzwischen auf den gesamten Landkreis und sind nicht mehr nach den einzelnen Gemeinden gegliedert, was Thomas Nowitzki (CDU) als „kleinen Wermutstropfen“ der Abfallbilanz bezeichnete (siehe auch „Hintergrund“ und „Kreis weitet Pilotversuch aus“).

Die Kreiseinwohner haben sich inzwischen wohl mit der Umstellung arrangiert. Uwe Bartl, der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises, verwies dazu auf eine Umfrage vom Januar, derzufolge über 90 Prozent der Bürger mit der zentral organisierten Abfallentsorgung zufrieden seien. Das sah zu Beginn des vergangenen Jahres noch anders aus: Damals hagelte es massive Proteste, weil Mülltonnen im Zuge der Umstellung tagelang stehen geblieben waren. Es dauerte einige Wochen, bis die Rückdelegation reibungslos funktionierte. „Was am Anfang sehr umstritten war, klappt inzwischen gut“, meinte Reinhold Gsell (Freie Wähler).

Anlaufprobleme gab es auch bei den Sperrmüllsammlungen. Statt fester Abholtermine gibt es die nur noch nach Anmeldung per Telefon oder Internet. „Es ging schleppend los. Die Bürger mussten sich erst an das neue System gewöhnen“, räumte Bartl ein. Doch dann seien die Zahlen schlagartig nach oben gegangen: An Spitzentagen verzeichnete der Abfallwirtschaftsbetrieb bis zu 250 Anmeldungen. Im Schnitt meldeten die privaten Haushalte eine Sperrmüllabholung pro Jahr an. Unterm Strich hat die Gesamtmenge an Sperrmüll abgenommen – für Thomas Nowitzki ein Ansatzpunkt, um künftig Kosten zu sparen.

Was auffällt: Viele Bürger haben die Umstellung genutzt, um ihre Müllbehälter zu tauschen. Die Jahresstatistik listet 29 000 Behälterwechsel auf, was etwa zehn Prozent des Gesamtbestandes entspricht. Bartl zufolge sind viele Nutzer auf kleinere Gefäße umgestiegen, um dadurch Gebühren zu sparen. Obwohl die Bevölkerung im Kreis Karlsruhe zunimmt, ist die Hausmüllmenge seit einigen Jahren konstant. Für Bartl ist das ein Hinweis darauf, dass die Bürger verwertbare Abfälle stärker trennen.
Die Müllgebühren reichten im vorigen Jahr wohl aus, um den Abfall zu entsorgen. Diesen Schluss lässt zumindest die Verwaltungsvorlage zu. Dort heißt es: „Finanzielle oder personelle Auswirkungen ergeben sich keine.“

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2 Antworten zu Pro Bürger fallen 114 Kilo Hausmüll an

  1. ghg sagt:

    Für die Mitarbeiter am Grünabfallplatz in Gondelsheim gilt das ebenso! 🙂

  2. AP sagt:

    Die zuständige Müllentsorgungsfirma macht einen sehr guten Job! 🙂

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