Tief in den roten Zahlen

LBBW schreibt Verlust in Höhe von 2,1 Milliarden Euro
Noch diskutieren die Eigner über eine Finanzspritze
Stuttgart (BNN/dpa). Die größte deutsche Landesbank LBBW ist 2008 wegen der Finanzkrise tief in die roten Zahlen gerutscht und muss einen Verlust von rund 2,1 Milliarden Euro verkraften. Zu schaffen gemacht hätten dem Geldhaus vor allem Bewertungsverluste von Wertpapieren und Kreditderivaten sowie Ausfälle wegen des Zusammenbruchs der US-Investmentbank Lehman Brothers, teilte das Institut in Stuttgart mit.

Außerdem kämpfe die Bank wegen der Wirtschaftskrise mit einem Anstieg der Risikovorsorge. Die Eigner – Land Baden-Württemberg, Sparkassen und die Stadt Stuttgart – diskutieren derzeit über eine Finanzspritze von rund fünf Milliarden Euro für das von der Krise schwer getroffene Institut.

Mit der Erhöhung der Risikovorsorge will sich die LBBW gegen mögliche Kreditausfälle wappnen. Denn wegen der Wirtschaftskrise steigt die Gefahr, dass Kreditnehmer ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Die Risikovorsorge soll Angaben aus Finanzkreisen zufolge für 2008 auf rund eine halbe Milliarde Euro fast verdreifacht worden sein. 2007 lag sie noch bei 186 Millionen Euro. Ein Sprecher der Bank wollte sich dazu nicht äußern und verwies auf die LBBW-Pressekonferenz im März.

Im operativen Geschäft hätten sich die Erträge „als stark und stabil behauptet“, teilte die LBBW mit. Das Einlagevolumen von Privatanlegern und mittelständischen Unternehmen im Kernmarkt Baden- Württemberg sei um zwölf Prozent gestiegen. Die Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen sei um 13 Prozent ausgebaut worden. Dies habe die Verluste aus der Finanzkrise aber nicht wettmachen können, teilte die LBBW mit. Mit der Finanzspritze der Eigentümer soll die Eigenkapitalquote der Bank von zuletzt rund sechs Prozent auf etwa neun Prozent angehoben werden.

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5 Antworten zu Tief in den roten Zahlen

  1. Wit./MD sagt:

    An -Ferd.-Ö.- am 20. Juni 2009

    Das damalige Aussitzen gelang der Landesregierung Baden-Württemberg mit ihrem „Cleverle“ Lothar Späth (CDU)! 🙂

  2. crok. sagt:

    Die Nieten (mit Nadelstreifen) in den Landesbanken sind daher keine Ausnahmen in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise!

    Die hat es bereits in der Vergangenheit gegeben!

  3. -Ferd.-Ö.- sagt:

    Da saß ebenso die Landesregierung Baden-Württemberg ihre Aufsichtsproblematik aus.

  4. ul-d sagt:

    Nicht nur Jaschinski war Spitze.

    Andere vor ihm konnten es im Musterländle auch schon!

  5. ul-d sagt:

    Eine Parallele im (Banken-)Musterländle

    Die Badische Kommunale Landesbank (Bakola) hat Anfang der 80er-Jahre

    risikobehaftete Kredite über 1,4 Milliarden DM
    zusammengetragen.

    Davon entfielen 800 Millionen DM auf den Immobilienbereich.

    Zusätzlich geriet die Bakola wegen ihrer Beteiligung an der maroden Heidelberger Vereinsbank in Finanznot.

    1985 und 1986 musste die Bakola Wertberichtigungen über insgesamt 600 Millionen DM vornehmen.

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