Leserbrief : zum Sprantaler Freilichtmuseum

Ihre Artikel in der Brettener Woche zum Sprantaler Freilichtmuseum habe ich mit Interesse verfolgt. Dazu fällt mir nur Folgendes ein:

Was jenen beamteten „Bauspezialisten“ vom Denkmalamt u.a. – die noch nie einen Cent Steuern bezahlt haben und denen anscheinend- auch viele Kommunalpolitiker allen Couleurs eingeschlossen-jeder Bezug zu denen die Steuern bezahlen müssen zu fehlen scheint- alles einfällt in Zeiten leerer Kassen und finanzieller Rückschritte auf allen Ebenen und bei Durchhalteparolen wie: „Gürtel enger schnallen!“, „sparen an allen Ecken und Enden“, „Einschnürungen in allen sozialen Bereichen“ etc etc, -(womöglich auch noch an den „Endsieg“ glauben sollen- kennen wir doch noch von irgendher?!), allen Steuerzahlern und Einwohnern weis zu machen probieren, so ein – nach meiner Meinung- völlig überzogenes- „Sprantaler Kleinod“ (Freilichtmuseum eingeschlossen), in finanzkritischer Zeit ein solches Objekt mit Steuergeldern etc zu finanzieren und erhalten suchen?

Zweifelsfrei habe ich auf diesem Sektor in der Welt schon so einiges gesehen und erlebt.
Und zugegeben: (vielleicht gerade deshalb) ich bin nicht ganz unbefangen…, kenn ich Sprantal doch noch aus frühester Kind- und Jugendzeit. Und weiß noch recht wohl, welche wirtschaftlichen Lebens- und Wohnverhältnisse dort einst herrschten.
Aber auf die Idee ganz Sprantal in ein Freilichtmuseum zu „verschandeln“, wäre ich selbst in meinen aller kühnsten Träumen, und das will viel heißen, NIE gekommen. (Was natürlich nichts heißen braucht).
Aber ein solcher Schwachsinn ist mir noch nicht unter gekommen. (Was natürlich nicht heißen soll, dass es solchen auch anderswo nicht gibt. Kommt aber seltener vor- wegen chronischem Geldmangels überlegen die Leute anderswo mehr).

Soll in Sprantal wirklich jeder alte Balken und einfaches Flecht- Lehmputz-Mauerwerk, einst nach alter Väter Brauch und Sitte erhalten werden, von jenen die einst vor langer Zeit ihre Häuser und Wirtschaftsgebäude nit einfachsten und billigsten Mitteln und Möglichkeiten erschafften?
Wer so etwas liebt und erleben möchte, soll und kann dies jetzt jederzeit in den neuen Ost-/ EU- Staaten in Massen sehen und besuchen (Die freuen sich dann darauf, immerhin wurden dort schon genug Steuergelderfür derartiges verplempert) Auch, wie diese Menschen dort mit einfachsten Mitteln und viel Mühen- da (für uns noch schwer vorstellbar) extrem ärmlich- ihre solche Gebäude erhalten versuchen und dementsprechend- richtig originell- in ihrem Elend darin hausen müssen, was auch äußerst bewunderungswürdig und betrachtungswürdig erscheint… Hier gibt es zum Teil auch so genannte „Freilichtmuseen“. Dort stehen aber jeweils einzelne Gebäude aus unterschiedlichen Gegenden und sozialer Stände des Landes- zusammengetragen zur Besichtigung frei.

Müssen hier bei uns dann, bei einer längerfristig so knappen Kassenlage solche einfachsten Bausweisen, ganze Gebäudekomplexe- gleich dorfweise überall erhalten werden und bleiben? Mit Steuergeldern finanziert?
Die Unsummen- Steuergelder- die für solche Objekte ausgegeben werden sollen und werden, übersteigen den voreinst gebrachten Aufbau um ein Vielfaches- weil zu jedem oftmals einfachen Handwerk teure „Spezialisten“ eingeflogen werden (müssen). Und dies alles steht oftmals- das muss man sich auch klar machen- in keiner Art und Weise in Relation zum Heute! Welcher Splin treibt kommunale Beamte zu solchen Wirrnissen?

Der „Zahn der Zeit“ sprich: Umweltbelastungen aller Art in unserer heutigen Zeit wird über kurzfristig jene Bausubstanzen so stark belastend und zerstörend, als dies in den vergangenen Jahrhunderten – allgegenwärtig- nicht geschah. Die Kosten dieser Einrichtungen und Erhaltung etc sollen doch dann gefälligst auch noch- und was noch so alles- unsere bereits sowieso schon weit überschuldeten Enkel und Urenkel aufoktroyiert bekommen!
Die werden uns- bis auf wenige Ausnahmen und allem Wohlwollen- gewaltig was „husten und pfeifen“!

Natürlich können bestimmte Gebäude/ Kulturüberlieferungen festgehalten / erhalten werden (aus welchen Gründen auch immer). Jene Generationen können und sollen aber dann zu ihrer Zeit selbst darüber bestimmen, ob sie so etwas wollen und finanzieren können.
Würde heutzutage Beamten die, wie gesagt bekanntlich keine Steuern bezahlen- ein Teil ihrer Besoldung für solche Zwecke ebenfalls einbehalten, würden – da bin ich mir völlig sicher- solche Angelegenheiten und Themen und schneller „unter den Tisch fallen“, als man denken kann.
So eine Geschichte geht nach meiner Meinung völlig am „Puls der Zeit vorbei“.
Was soll uns hier vorgegaukelt werden?
Dieser OB der nicht nur ein „Blutsauger“ zu sein scheint, und so etwas veranlasst hat, in seiner Brettener „Schilda“- Stadt scheint auch nicht der einzige Eulenspiegel dort zu sein.
(Womöglich wird es dann auch noch gelingen, das weltbekannte Brettener Peter- und Paul- Fest nach Sprantal auszulagern.- Vielleicht wegen der dortigen guten Luft und Gemütlichkeit in ein, nach alter Väter Brauch, das ganze in ein Tollhaus- Freiluft-Festmuseum zu verwandeln.

Sollte so etwas „Schule sein“, schlage ich vor, um unseren Kraichgau noch besser aufzumotzen als nächstes den Brettener Stadtrat mit einem entsprechenden Eilantrag mit der Errichtung eines Wallfahrtortes – vielleicht am Weckerles Brünnle-zu beschäftigen.
Kirche eingeschlossen, die leiden zur Zeit ebenfalls drastisch unter Popularitätsmangel. Die sind dafür ebenfalls ganz schnell zu gewinnen… Gläubige finanzieren mit Spenden so etwas gerne…

Der Leserbrief wurde von der Redaktion der Brettener Woche nicht abgedruckt.

Klaus Izsak
Nikolaus- Müllerstr. 18
75015 Bretten

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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4 Antworten zu Leserbrief : zum Sprantaler Freilichtmuseum

  1. Hg sagt:

    Brettener Nachrichten 13. Dezember 2013

    Gibt es gute und schlechte Demokratie?

    Der Leserbrief von Jörg Mans, dem entsprechend völlig richtig von der Brettener Redaktion ein vergleichbar großer Platz wie dem einer GRÜNEN am 27. November 2013 eingeräumt wurde, stellt die tatsächliche Faktenlage in ihrer ganzen Bandbreite und Problematik dar.

    Nun kann jeder Leser für sich entscheiden, wer von beiden die richtigeren, weil treffenderen Argumente vertritt. 🙂

  2. Hg sagt:

    Der Leserbrief einer Grünen vermittelt mir ein zu großes Maß an Geltungssucht und Selbstdarstellung. Mehr Objektivität und Sachlichkeit wären angebracht.

    Mit der Verkürzung der Problematik um Windkraft auf „schlicht und einfach der schnöde Mammon“ der gegnerischen Seite zu unterstellen, ist in der öffentlichen Diskussion kein Blumentopf zu gewinnen.

    Einfach nur eine bedauernswerte Aktion!
    Mich überrascht es, dass die Redaktion der Brettener Nachrichten diesem überlangen Geschreibsel einen so großen Platz eingeräumt hat! 🙁

  3. Hi. sagt:

    Zeitlich passend zu dem Zitat von Merkel (CDU) ist die heutige Sendung:

    DAS ERSTE Anne Will Polittalk
    Gro8e Koalition / Der gro8e Wurf fuer Deutschland

    Ein Fehlpass wird den naechsten jagen!!!

  4. hra sagt:

    Zum Leserbrief
    Mäntelchen der Besorgten
    Brettener Nachrichten vom 27.11.2013
    zum Artikel: „Sprantaler holen sich Infos zur Windkraft“ ( BNN, 23. November)

    Ich hatte mir von einer „GRÜNEN“ mehr Inhalt – Klasse statt Masse (Länge des Leserbriefes) – vorgestellt. Und keine („intrigant“) erscheinende Desinformation. Nun bleibt es inhaltlich dabei, dass Andersdenkende ganz einfach rein subjektiv außerhalb der Sachlichkeit in eine gewisse Ecke – die des schnöden Mammons – gedrückt werden. Eine mehr als fragliche Streitkultur für Ziele, die vielleicht auch dazu geführt haben könnte, dass die GRÜNEN bei der letzten Bundestagswahl vom Wähler abgestraft wurden.

    Nun zu den Fakten:

    Im Nahbereich treten an sonnigen Tagen Lichtreflexe auf.
    Das Landschaftsbild wird durch Größe, Rotorbewegung und nächtliches Blinken negativ beeinträchtigt.
    Der Wohn- und Erholungswert einer Region werden negativ beeinträchtigt.
    An bestimmten Standorten kann eine Windkraftanlage Vogelflugrouten beeinträchtigen.
    U.v.a.m.: Auf weitere Aufzählungen wird verzichtet.

    Die Verspiegelung und Verspargelung sind irreparabel für die Umwelt.
    Die Lobbyisten der Windanlagenbetreiber und Kapitalanleger profitieren:

    Schlicht und einfach vom schnöden Mammon!

    Ein Lehrbeispiel, das derartige – oftmals hitzig ausgetragene – Diskussionen zwar erforderlich, jedoch am Ende überflüssig
    macht, findet man in der Schweiz:

    Hier gilt die direkte Demokratie in Form der Volksabstimmung. Diese erfolgt durch Volksinitiative oder Referendum. Hierbei entscheidet stets die einfache Mehrheit der Stimmen über Annahme und Ablehnung.
    Sie gilt übrigens für alle politische Ebenen: Gemeinde, Kanton oder Gesamtstaat.
    Die Volksabstimmung auf Bundesebene ist die letztinstanzliche Entscheidung.

    In Deutschland ist die direkte Demokratie leider nicht möglich. Hier geht es u. a. folgendermaßen ab:

    Merkel (CDU) im Wahlkampf (September 2013):

    „Mit mir wird es keine PKW-Maut geben.“

    Heute- zwei Monate später – in den Badischen Neuesten Nachrichten (BNN):

    „Die Pkw-Maut kommt“

    Versprochen-gebrochen!

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