Gondelsheim hält an Nordumfahrung fest

Gemeinderat fasst einstimmigen Beschluss / „Südtrasse wäre Super-Gau für Gondelsheim“
Gondelsheim (mh). Der Gondelsheimer Gemeinderat hat sich einstimmig für die Nordvariante kombiniert mit einer innerörtlichen Unterführung als Ersatz für den bisherigen Bahnübergang ausgesprochen. Damit bestätigte der Rat sein bereits vor sieben Jahren abgegebenes Votum und die „fast unendliche Geschichte“, wie es Bürgermeister Markus Rupp formulierte, erhält ein neues Kapitel.

Und das wird sicher nicht das letzte sein. Zunächst einmal befasst sich der Ausschuss für Umwelt und Technik des Kreistages Ende des Monats mit diesem Thema. Dieser gebe dann seine endgültige Empfehlung ab. Rupp ist sich sicher, dass sich der Ausschuss, wie er das schon einmal getan habe, eindeutig für die Nordvariante aussprechen wird. Die von Brettens Oberbürgermeister Paul Metzger bevorzugte Südtrasse sei keine Alternative.

Seinem Kollegen aus der Melanchthonstadt bescheinigte er einen schlechten Stil in dieser Frage: „Man könnte meinen, dass dieses Problem nur besteht, damit zwei Bürgermeister etwas zu streiten haben.“ Rupp warf Metzger vor, mit der Südtrasse nur eigene Interessen zu verfolgen. Die souveräne Gemeinde Gondelsheim sei nicht dafür da, das Brettener Eingemeindungsversprechen einer direkten Anbindung Neibsheims an die Kernstadt zu erfüllen. Denn die neue Trasse diene nur der Verbesserung der Verkehrssicherheit und des schnelleren Verkehrsflusses und nicht der Verkehrsentlastung. „Das ist keine Entlastungsstraße für die Diedelsheimer Höhe und den Alexanderplatz“, stellte Rupp klar. Und weiter: „Für Gondelsheim wäre das auch der Super-Gau, verbunden mit einer unverantwortlichen Lärmbelästigung und einer Einschränkung der weiteren Entwicklung im Osten der Gemeinde.“

Auch den von Brettener Seite vorgebrachten Verweis auf das jüngste Gutachten, nach dem die innerörtliche Unterführung kritisch zu hinterfragen sei, ließ Gondelsheims Bürgermeister nicht gelten. Die von OB Metzger geforderte Kosten-Nutzen-Analyse gehe am Ziel vorbei, denn die Kosten für diese autotaugliche Unterführung habe die Gemeinde zu tragen. Deshalb glaube er auch nicht, dass die Brettener Aussage, eine Kombination aus Nordtrasse und innerörtliche Unterführung mit zu tragen, ernst gemeint sei. Es sei eben schwer, von der Aussage, keinen Meter Neibsheimer Boden für die Nordtrasse hergeben, wieder weg zu kommen.

„Aber wenn wirklich der Wille zur Zusammenarbeit besteht, dann können wir sofort eine entsprechende Vereinbarung treffen“, bot Rupp an. Denn es gehe doch darum, eine Lösung für ein für Gondelsheim, Neibsheim und Büchig gleichermaßen ärgerliches Problem zu finden, einen der letzten Bahnübergänge im Landkreis.

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Gondelsheim, Verkehr abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

17 Antworten zu Gondelsheim hält an Nordumfahrung fest

  1. ak sagt:

    Die Südtrasse stellt für die dort in unmittelbarer Nähe wohnende Bevölkerung eine starke Zumutung dar. Glaubt Metzger denn allen Ernstes, daß sie sich so etwas gefallen läßt? Der Mann ist nicht nur in Bretten eine echte Zumutung. In Gondelsheim wird er mit seinen undurchsichtigen Plänen nicht landen, weil es an einem Landeplatz mangelt. In Bretten hat er ja inzwischen mit der Ortsentlastungsstraße West auch eine richtige Bauchlandung hinbekommen. Damit sollte er es bewenden lassen. Seine Fähigkeiten muß er nicht auch noch in Gondelsheim unter Beweis stellen.

  2. wf sagt:

    Eine Südumfahrung ist den mehr als 500 Einwohnern jenseits des Bahnübergangs unzumutbar. Sie weisen eine derartige Zumutung des Brettener Oberbürgermeisters energisch zurück. Da hört dann jeder Spaß auf. Gleiche mehrheitliche Meinung vertritt der Ortschaftsrat Diedelsheim. All das muß sich Paul Metzger ein für alle Mal hinter die Ohren schreiben!

  3. E/A sagt:

    Der Straßenbau kann ein wesentliches Element einer zukunftsorientierten Gemeindeentwicklung sein. Mit der Südumfahrung würde der Lebens- und Wohnqualität der Gemeinde Gondelsheim erheblicher Schaden zugefügt. Das wissen ebenso die Gondelsheimer inzwischen. Und den Befürworter kennen sie auch. Er hält sich für den „mächtigen“ Nachbarn.

    Ganz abgesehen davon soll die Landschaft den Gondelsheimern und anderen aber auch Möglichkeiten zur Identifikation und Erholungsraum in nächster Nähe bieten. An diesem Ziel hält der Gondelsheimer Gemeinderat trotz Störung von außen unbeirrt fest.

  4. b.z. sagt:

    Wenn Herr Metzger und sein Gemeinderat sich einmal die Geländeformen der Nord- und Südumfahrung ansehen würden, dann wüßten sie auch, warum allein aus Gründen der Topographie die Nordumfahrung zu realisieren ist. Außer alle genannten Personen würden bei der Besichtigung Scheuklappen tragen. Das würde natürlich ihren Blickwinkel stark beeinflussen. Also Augen auf und aufgepaßt!

  5. Z-/-A sagt:

    Die Stadtverwaltung Bretten und der Gemeinderat Bretten müssen daran erinnert werden, daß die Gemeinde Gondelsheim und der Gemeinderat Gondelsheim Brettener Ausgleichsflächen auf Gondelsheimer Gemarkung ermöglicht haben. Zum Dank dafür werden ihnen von Bretten aus Knüppel zwischen die Beine geworfen. Nochmals vielen Dank!

  6. v - K sagt:

    Mit der Südumfahrung beabsichtigt der OB Metzger etwas Gutes für die Gondelsheimer Bevölkerung zu tun. Er wirbt – leider bisher noch völlig unersichtlich – für den Wohlfühlfaktor. In Bretten hat ein Rathausmitarbeiter bei seiner Verabschiedung im Gemeinderat diesen Begriff gebraucht. Nun ist es möglich, daß der OB Metzger den Wohlfühlfaktor auch seinem Nachbarn Gondelsheim in Form der Südumfahrung bescheren möchte.
    Nein – danke, es ist ja noch nicht Weihnachten. Und auch später wird Gondelsheim kein Verlangen danach verspüren. Die Stadt Bretten kann ihren Wohlfühlfaktor für sich behalten ( s. Ortsentlastungsstraße West). Gondelsheim ist ihr deshalb nicht neidisch.

  7. -p-w- sagt:

    Die von Metzger geforderte Südtrasse würde dem dort gelegenen Gondelsheimer Wohngebiet Gestank und Lärm bringen. Weiterhin wären das gesamte Wohnumfeld sowie der Wohnwert damit erheblich verschlechtert. Das Landschaftsbild wäre negativ beeinträchtigt. Das Naherholungsgebiet würde durch die Südtrasse zerstört.

    All diese positiven Aussichten will der nette Herr Metzger den dort lebenden Gondelsheimern besorgen. Wofür hält er sich eigentlich?

  8. ghg sagt:

    Die Forderung von Paul Metzger nach einer Kosten-Nutzen-Analyse ist abzuweisen.

    Zwei Beispiele: 1. Indirekte Kosten der Lärmbelästigung vor einer Entscheidung für die Südtrasse, die sich in einer Senkung des Mietwerts der Wohnungen in unmittelbarer Nähe dieser Trasse niederschlagen, können nicht ohne weiteres erfaßt und mit Marktpreisen bewertet werden. Meist müssen daher grobe Schätzungen vorgenommen werden.

    2. Die Quantifizierung intangibler Kosten und Nutzenkomponenten (z. B. die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und des Naherholungsgebietes durch diese Trasse) ist häufig völlig unmöglich. Der Versuch ihrer Erfassung muß sich daher auf verbale Anmerkungen beschränken.

    Es ist absolut nicht von der Hand zu weisen, daß in beiden Beispielen die Nordtrasse sehr klar der Südtrasse vorzuziehen ist!

  9. l-rd sagt:

    Auch bei einer „endgültigen“ Festlegung für eine Nord- oder Südtrasse müssen politische Entscheidungen getroffen und transparent gemacht werden. Die Transparenz – mit oder ohne Analyse – hat in erster Linie dem Beschlußorgan als Grundlage für die Entscheidung zu dienen.

  10. T/U sagt:

    Wer die Zahlen der Brettener Finanzwirtschaft richtig kennt, der fragt sich, was in aller Welt Herrn Metzger umtreibt, von seinem Nachbarn in Gondelsheim Kostenrechnung zu verlangen. Seine Forderungen sollte er gefälligst in seiner Verwaltung stellen. Dort sind sie dringend notwendig.

  11. i-L sagt:

    Weiß Herr Paul Metzger, daß die Bewertungsmaßstäbe der Kosten und Nutzen nicht „objektiv“ festgelegt werden können, wodurch die Kosten-Nutzen-Analyse manipulationsanfällig ist?

  12. -oh- sagt:

    Herr OB Metzger fordert eine Kosten-Nutzen-Analyse. Sie ist in erster Linie ein Instrument zur Messung der Effizienz öffentlicher Ausgabenprogramme, wobei der erzielbare volkswirtschaftliche Nettonutzen betrachtet wird.
    Kosten-Nutzen-Analysen als Planungs- und Entscheidungshilfe im öffentlichen Bereich sind haushaltsrechtlich vorgeschrieben. Sie sind jedoch auf „geeignete Maßnahmen von erheblicher finanzieller Bedeutung“ beschränkt. Kosten-Nutzen-Analysen werden zwar eingesetzt, sie sind aber weder in den jährlichen Haushaltsplan noch in eine mittelfristige Finanzplanung integriert.
    So Herr Oberbürgermeister Metzger, was verfolgen sie mit ihrer Forderung?

  13. - zy - sagt:

    Herr OB Metzger darf gern vor der eigenen Tür auskehren. Dort hat er genug aufzukehren. In Gondelsheim muß er seine Fähigkeiten nicht auch noch unter Beweis stellen. Dafür hat er ja seinen Gemeinderat. Sein Gremium wird sich – wie immer – von ihm einstimmen lassen. Man kann ihn verstehen, wenn er für seine abgelegenen Stadtteile kämpft. Was wird er den dortigen Bewohnern nicht alles zugesagt haben? Dabei muß er es schließlich auch bewenden lassen. Zukünftig sollte er kleinere Brötchen backen. Das würde ihm wesentlich besser zu Gesicht stehen.

  14. ch.u. sagt:

    Bretten hat sich festgelegt und will seine Festlegungen durchsetzen. Aber man will keine Gegenleistung erbringen. Neibsheim weigert sich, Boden für die Nordumfahrung zur Verfügung zu stellen.

    Es kommt dem Leser so vor: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß! Auch nach diesem Spruch ist Verkehrspolitik zu gestalten, aber nur in Bretten mit seinen ungelösten Verkehrsproblemen. Und dann soll ein weiterer völlig unbrauchbarer Brettener Vorschlag in der Gemeinde Gondelsheim verwirklicht werden. Für wie dumm werden die Gondelsheimer von den Brettenern gehalten?

  15. K-DV sagt:

    Was kann denn die Gemeinde Gondelsheim dafür, daß Bauerbach, Büchig und Neibsheim eine bestimmte Entfernung zur Kernstadt Bretten aufweisen? Ist deshalb Gondelsheim etwa verpflichtet, für diese Stadtteile auf seiner Gemarkung eine kreuzungsfreie Straßenverbindung in Richtung Bretten und zurück herzustellen? Ganz gewiß nicht.
    In Bretten redet man seit langem über eine Entlastungsstraße, die nach dem Wunsch von OB Metzger eben auch Wohngebiete tangieren soll. Sie würde dann eher den Namen „Belastungsstraße“ verdienen. Zu Recht hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die drohendes Unheil abwenden will. Es scheint so, daß man in Bretten nicht dazulernen kann.

    Vergleichbaren Unsinn will man jetzt auf der Gemarkung Gondelsheim verwirklicht haben. Solche Planspiele werden von Gondelsheim schnell durchschaut. Die Gemeinde Gondelsheim hat richtig votiert.

  16. hjb sagt:

    Für die Nordumfahrung gibt Neibsheim gleichviel Gelände her wie Gondelsheim. Die Beseitigung des Bahnübergangs hat nichts mit einer Anbindung von Neibsheim an Bretten zu tun. Neibsheim ist seit eh und je zu weit von der Kernstadt entfernt. Die Gründe für die Beseitigung des Bahnübergangs für Büchig und Neibsheim sind die Wartezeiten. Von einer zu errichtenden ungehinderten Rollbahn von Neibsheim in die Kernstadt kann nicht die Rede sein. Wenn diese Rollbahn direkt an Wohngebiet vorbeiführt, dann ist so etwas Angedachtes eine echte Frechheit!

  17. a-v sagt:

    „Für Gondelsheim wäre das auch der Super-Gau,verbunden mit einer unverantwortlichen Lärmbelästigung und einer Einschränkung der weiteren Entwicklung im Osten der Gemeinde.“
    Das ist zutreffend. Denn in unmittelbarer Nähe liegt das Wohnngebiet An der Sommerhälde, Mühlhecke sowie mit weiteren Straßen. Die Anwohner hätten etwas dagegen. Die Südumfahrung wäre ausnahmslos auf Gondelsheimer Gemarkung, so daß Bretten keine Planungsrechte hat. Gleichwertig abzulehnen ist die Südtrasse, weil sie ein für Gondelsheimer und andere beliebtes Naherholungsgebiet durchqueren würde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.