Azubi – Übernahme eingebracht

Metzger bei Tarifverhandlungen in Stuttgart:
Bretten. (gm) Im eigenen Rathaus war es kein Problem: Im Rahmen einer freiwilligen Vereinbarung wird in Bretten bereits 40 Stunden in der Woche gearbeitet. „Mit Zuckerbrot und Peitsche„, so definiert es die Stuttgarter Zeitung, habe OB Paul Metzger den Streik vom Brettener Verwaltungszentrum ferngehalten. 18 Minuten am Tag arbeiten die Rathaus – Bediensteten mehr. Mit über 90 Prozent hatte man der Regelung zugestimmt und damit den Weg bereitet für eine Übernahme der Auszubildenden.

Weit weniger reibungslos geht es bei den Verhandlungen in Stuttgart zu, bei denen sich Metzger als Vorsitzender des Gruppenausschusses Verwaltung des kommunalen Arbeitgeberverbandes auch am gestrigen Mittwoch zusammen mit anderen um eine Einigung bemüht. Immerhin: Der Brettener Verwaltungschef hat die Übernahme von Auszubildenden im Gegenzug zur Arbeitszeitverlängerung fest in den Verhandlungen verankert. Auch sonst ist der Rathauschef in aller Munde – hat er doch ironisch seine Erinnerung an „Stuhlkreise mit Händereichen“ eingebracht – mit dem „Tatort“ Kindergarten aber vorsichtshalber hinterm Berg gehalten.

Eine schnelle Einigung erwartet Metzger nicht und zeigt wenig Verständnis dafür, „welche Diskussionen wir bei leeren Kassen bei Bund, Land und Kommunen führen“. Und auch kein Verständnis „für diese Art von Streikkultur“ und dafür, „dass das Ganze es auf Kosten der Bürger geht“. Ebenso das Argument der Gewerkschaft, dass neue Arbeitsplätze durch die 40 –Stunden-Woche verhindert werden, kann Metzger nicht nachvollziehen: „ Die Kommunen wollen zwar, können aber aktuell kein zusätzliches Personal beschäftigen und müssen Aufgaben teilweise über Überstunden erledigen. Dies bedeutet gleichzeitig, dass man Leistungen abbaut oder aber dem Bürger eine eventuelle Auswirkung auf Gebühren vermittelt – zum Beispiel fließen im Abwasserbereich Überstunden gleich in die Kostenrechnung ein. Auch in Bretten gibt es verschiedene Personaldefizite – und es ist nicht immer angenehm, sich behelfen zu müssen. Es ist doch klar, dass man nicht das Optimum erreichen kann, wenn man sich am Minimum ausrichten muss“.

Dass die Aufgabe in Stuttgart leichter wird, davon geht Metzger nicht aus – eher von einer Verschärfung des Konfliktes. Er befürchtet weitere Austritte aus dem Arbeitsgeberverband- „und was wir dann hätten, wäre ein Flickerlteppich von Tarifstrukturen im öffentlichen Dienst“.

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