Einzelhandel wird an die Wand gedrückt

Auch Sulzfeld will Brettener Pläne für ein Einkaufszentrum nicht widerspruchslos hinnehmen

Sulzfeld (bh). Das Brettener Vorhaben, im Süden der Altstadt ein Einkaufszentrum mit einer Verkaufsfläche von 10 300 Quadratmetern zu bauen, stößt auch in Sulzfeld auf wenig Gegenliebe. Im‘ Zuge des Raumordnungsverfahrens wurde die Gemeinden um Stellungnahme gebeten und reagierte ablehnend.

Aus dem Marktgutachten, das dem Gemeinderat in der letzten Sitzung präsentiert worden ist, geht hervor, dass in dem Einkaufszentrum dreißig Millionen Euro jährlich umgesetzt werden sollen. Zwei Lebensmittelmärkte, ein Drogeriemarkt, Geschäfte für Bekleidung, Wäsche und Heimtextilien dazu ein Sport- und Schuhgeschäft, Zoobedarf und Pflanzen sowie ein Elektromarkt sollen darin Platz finden. Nicht nur der Einzelhandel in Bretten, sondern auch die Geschäfte in den Umlandgemeinden werden von dem Kaufkraftabfluss betroffen sein. Zwischen fünf bis zehn Prozent des Umsatzes soll verloren gehen, steht in dem Gutachten.

„Unsere Geschäfte könnten damit in ihrer Existenz bedroht werden,“ unterstrich Bürgermeister Eberhard Roth. Ihm gefällt es nicht, dass der Einzelhandel von großen Handelsketten an die Wand gedrückt wird. Einig war man sich im Gemeinderat, dass man dies nicht widerspruchslos hinnehmen sollte. Allerdings war sich die Ratsrunde auch darüber im Klaren, dass Sulzfeld dieses Projekt nicht verhindern wird. „Der Kaufvertrag ist schon längst unterschrieben,“ informierte der Bürgermeister und Gemeinderat Harald Störzinger pflichtete bei, dass die Baugenehmigung erteilt werde. Der Regionalverband habe ebenfalls seine Zustimmung signalisiert. Was bleibt ist, die Ohnmacht gegenüber dieser gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, hin zu immer größeren Einheiten. So versuchen die Oberzentren wie Karlsruhe, Heilbronn und Pforzheim die Kaufkraft aus den Mittelzentren abzuziehen, und diese wiederum halten sich an den kleineren Gemeinden schadlos.

„Die schwächsten beißen die Hunde,“ stellte Bürgermeister Roth fest und verwies auf die besondere Situation der Geschäfte in Sulzfeld, die nicht nur in Konkurrenz zu den Mitbewerbern in Bretten und dem neuen Einkaufszentrum, sondern auch mit denen in der Nachbarstadt Eppingen stehen. „Die Verbraucher kaufen dort, wo es am günstigsten ist,“ bedauert der Verwaltungschef mit Hinblick auf die örtlichen Betriebe. Die großen Handelsketten hätten die besseren Möglichkeiten.

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