Bei der Erweiterung wird auf eine Etage verzichtet

Der Verzicht auf drei Klassenzimmer macht den Bau an der Hebel-Schule rund 284 000 Mark billiger
Die großen Fraktionen stimmten gegen die sparsamere Lösung mit weitgehender Schonung des alten Friedhofs
Von unserem Redaktionsmitglied Rudolf Baier
Bei der Erweiterung der Hebel-Schule wird auf eine Etage des Ostflügels verzichtet. Damit wird die Schule statt ursprünglich geplanter vier nur noch drei Züge haben. Der Neubau, der bereits in Arbeit ist, soll dadurch um 284 000 Mark billiger werden als der ursprünglich beschlossene, 7,8 Mülionen Mark teure Entwurf. Eine zweite Variante, die Schulerweiterung kleiner ausfallen zu lassen, hätte etwa 596 000 Mark eingespart, wurde aber vor allem von den beiden großen Fraktionen CDU und SPD verworfen.

Bei dieser Lösung wäre der Nordflügel des Erweiterungsbaus gekappt worden, die angehängte Mehrzweckhalle sechseinhalb Meter nach Osten aus dem alten Friedhof herausgerückt worden. Beide Varianten sind bereits in der vergangenen Woche im Schulausschuß vorgestellt worden (wir berichteten). Für die sparsamere Version plädierten sowohl die kleineren Fraktionen als auch Oberbürgermeister Paul Metzger (siehe Kommentar „Kein Kniefall„).

Ein Brief des Oberschulamtes, den der Oberbürgermeister verlas, belegt, daß Bretten um die Reduzierung der Schulbaupläne nicht herumkommt. Für die Geburtsjahrgänge 1990 bis 1994 ist mit durchschnittlich 66 Schülern zu rechnen, bei rascher Besiedlung der Kupferhälde stiegen sie allenfalls auf 83. Damit sind aber nur drei Grundschulklassen zu füllen. Und für mehr gibt das Land auch keinen Zuschuß.

Nachdem Architekt Jürgen Fetzner beide Alternativen erläutert hatte, sprach sich Erich Hochberger (CDU) dafür aus, eine Etage beim Ostflügel zu streichen (Variante I). Zwar sei es ärgerlich, wenn während der Bauarbeiten der Plan umgeworfen wird. Dennoch sei es richtig gewesen, die Schülerzahlen noch einmal zu überprüfen. Die Variante I bedeute den geringsten Eingriff in das in vielen Stunden erarbeitete Konzept für Schulerweiterung, Volkshochschule und Mehrzweckhalle. Variante II lehne die CDU vor allem deshalb ab, weil Grundschule und Volkshochschule nicht mehr getrennt seien. Auch der Gewinn von 300 Quadratmetern Fläche im alten Friedhof gleiche das nicht aus.

Verärgert über die Verwaltung äußerte sich SPD-Sprecher Heinz Lang: „Seit vier Jahren hat sie uns immer wieder vorgetragen, daß vier Züge gebraucht werden. Wir beschließen eine Erweiterung um vier Züge. Und jetzt kommt das Oberschulamt und sagt, was die Tatsachen sind. Das wirft ein schlechtes Licht auf die Verwaltung.“ Lang schimpfte das „haarige Verfahren“, mit dem der Gemeinderat vom Oberbürgemeister „vorgeführt“ worden sei.

Paul Metzger beteuerte, ihm hätten die selben Zahlen vorgelegen wie dem Gemeinderat. Beide hätten die falschen Schlüsse gezogen. Der SPD-Sprecher wies darauf hin, daß die Stadt für die knapp 300 000 Mark, die sie hier einspart, nie wieder eine einzügige Grundschule bekommt, die sie möglicherweise eines Tages brauchen werde. Dennoch plädiert er dafür, den obersten Stock des Ostflügels wegzulassen.

Für die Variante II sprach sich Herbert Vogler (FWV) aus, weil sowohl Kostenersparnis als auch die Schonung des alten Friedhofs dies rechtfertigten. Die Nachteile einer Doppelnutzung von Schule und Volkshochschule seien nicht so gravierend. Dr. Wolfhard Weihmann (FDP) schlug vor, die Varianten I und II zu kombinieren und die Volkshochschule im stadteigenen Gebäude über der Bußgeldstelle unterzubringen. Da dies aber für die Stadt jährlich 100 000 Mark weniger Mieteinnahmen bedeutet, zog er den Antrag wieder zurück.

Klaus Fanz (Grüne) votierte mit Einschränkungen für Variante II, forderte aber, auf die Mehrzweckausstattung der Halle zu verzichten. „Da kann klotzig gespart werden.“

Jörg Biermann (LUB) sah in der Variante II erhebliche Vorteile, zumal die andere keine nenneswerte Einsparung bringe.

Manfred Hartmann (FWV) verlangte, die bisherige Planung beizubehalten. „Mit einer Einsparung von nur 284 000 Mark können wir den Haushalt nicht sanieren.“ Dem schloß sich auch Bernhard Kurz (CDU) an.

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