Kein Kniefall

Vordergründig hat sich der Brettener Gemeinderat für die um eine Etage reduzierte Variante der Hebelschulerweiterung entschieden, weil das den Interessen von Lehrern und Schülern am ehesten entgegenkommt: Das mühsam erarbeitete Konzept mit der Trennung von Grundschule und Volkshochschule konnte so weitestgehend gewahrt bleiben. Dafür nahm die Ratsmehrheit auch in Kauf, rund 290 000 Mark mehr auszugeben als für die andere Variante, bei der der Nordflügel des Erweiterungsbaus gekappt worden wäre, Grundschüler und Volkshochschüler teilweise gleiche Räume und Flure hätten benutzen müssen.
Aber war das reibungslose Miteinander der beiden Lehranstalten unter einem Dach auch das wirkliche Motiv für diese Entscheidung?

In der Debatte wurde das Thema kaum angesprochen, draußen im Foyer nach der Abstimmung um so deutlicher: Es ging (auch) um das Verschieben der Mehrzweckhalle nach Osten, das eine logische Folge des gekappten Nordflügels gewesen wäre. Damit wäre ein gutes Stück des alten Friedhofs geschont worden, so wie es viele Bürger mit ihren Unterschriften gefordert haben.

Doch genau dazu mochten sich CDU und SPD nicht durchringen.Für sie wäre es ein später Kniefall vor der Bürgerinitiative gewesen, die im Frühsommer den Kommunalpolitikern mit ihrem Kampf für den vollständigen Erhalt des Grüns im Stadtkern mächtig Dampf gemacht hat.

Vielleicht wäre das auch zuviel erwartet von jenem Gremium, das ja schon die Kröte der Verkleinerung der Schule schlucken mußte. Erst hatte Oberbürgermeister Paul Metzger die Räte in vielen langwierigen Sitzungen dazu gebracht, seine Konzeption für den Erweiterungsbau mitzutragen. Nun mußte das Gremium angesichts korrigierter Prognosen für die Schülerzahlen die Kehrtwende der Verwaltung mitvollziehen. Die Stadträte reagierten sauer, konnten sich aber letztlich nicht verweigern. Ein nachträgliches Zugeständnis an die Bürgerinitiative konnten sie sich in dieser Situation aber auch nicht mehr abringen.
ba

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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2 Antworten zu Kein Kniefall

  1. jörg sagt:

    Fazit
    Bis heute hat sich im Verhältnis Brettener Bürger/Volksvertreter aber auch gar nichts geändert.

  2. mm sagt:

    die Bürgerinitiative, die für den Erhalt des alten Friedhofs gekämpft hatte, konnte ja auch „nur“ 2000 Unterschriften vorweisen. Aber der Wille der 2000 Bürger : uns doch egal, abgelehnt. Als Jahre später 6000 Unterschriften für den Erhalt des Rüdtwaldes abgegeben wurden : uns doch egal, abgelehnt.
    Liebe Gemeinderäte/Innen, am 7.6. dieses Jahres sind doch wieder „eure“ Wahlen und ihr wollt doch alle wieder in das schöne Gremium, in dem man seine Mitbürger/Innen so herrlich bevormunden und verarschen darf. Dazu müsste ich aber zur Wahl gehen und euch wählen : mir doch egal, abgelehnt!

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