Bürgermedaille an Deuerer

Eine der höchsten Ehrungen, die die Stadt Bretten zu vergeben hat“ , wurde laut einem Bericht der BNN am vorigen Sonntag dem Unternehmer Deuerer verliehen. Klar, dass Oberbürgermeister Metzger die Laudatio hielt und die immer „frische Ripple“ Deuerers erwähnenswert fand, wie auch dessen weiteren Werdegang, über die Produktion von Hundefutter, zum „europaweit führenden“ Produzenten von Tiernahrung. Sekundiert wurde Metzger vom Impresario Lange und dem Landtagsabgeordneten Kößler.

Wirklich bemerkenswert wäre daran eigentlich nichts, man ehrt sich und verehrt sich in Politik und Wirtschaft solange das „Geschäft“ nur läuft, wäre da nicht die Presseerklärung der Fraktion Bündnis90/Die Grünen gewesen. Diese hatten bereits am Tage der Verleihung klargestellt, dass : „Der Verleihung der Bürgermedaille an Helmut Deuerer am heutigen Sonntag sind die Fraktionsmitglieder von Bündnis90/DIE GRÜNEN ferngeblieben. Sie geben damit ihrer Überzeugung Ausdruck, dass die Ehrung einer verdienten Person ganzheitlich betrachtet werden muss und nicht partiell gesehen werden kann.

Ganzheitlich bedeutet laut den Grünen, dass nicht nur der edle Spender Deuerer bewertet werden sollte, sondern auch der Unternehmer. Und an diesem kritisieren sie : „dass er durch alle juristischen Instanzen die Wahl eines Betriebsrates weiter zu verhindern suchen wird.

Der inzwischen ein weiteres Mal vor dem Landesarbeitsgericht Mannheim unterlegene Deuerer wurde in einem Artikel vom 20. Februar 2009 dahingehend zitiert, dass er einen Betriebsrat nur machen würde, wenn er durch eine Entscheidung des Gerichts dazu gezwungen werde. Auch drei ehemalige Mitarbeiter, die Deuerer wegen dem Streit um den Betriebsrat entlassen hatte wird er nur unter Zwang wieder einstellen : „Aber wir werden das so lange hinauszögern, wie es rechtlich möglich ist„. Nach Angaben der Gewerkschaft NGG, bezahlt Deuerer den gefeuerten Mitarbeitern auch keinen Lohn, obwohl er ihnen von Rechts wegen zustünde.

Geradezu besorgt äußern sich die Grünen abschließend in ihrer Presseerklärung über den dadurch entstehenden Image-Schaden der Firma: „Am Ende wird bei Deuerer ein Betriebsrat gewählt werden. Aber anstatt einen Sinneswandel zu vollziehen, eine eigene souveräne Entscheidung zu treffen und sich der Realität des Betriebsverfassungsgesetzes in unserem Land zu stellen, wird die Geschäftsleitung dann als die ganz und gar unterlegene Seite mit erheblichem Gesichtsverlust dastehen„.

Nach Angaben der Grünen teilten ihre Auffassung, »Ehrung nur mit Betriebsrat«, auch andere Mitglieder des Gemeinderats. Es dürfte also eine der umstrittensten Bürgermedaillen der Stadt Bretten sein, die da verliehen wurde, auf jeden Fall eine, die das gewisse „Gschmäckle“ in vielerlei Hinsicht hat.

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Sonstiges abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

12 Antworten zu Bürgermedaille an Deuerer

  1. RL sagt:

    @ Realist: Darüber brauch ich mir wirklich keine Gedanken mehr zu machen…. Andere haben das nämlich schon anders gesehen wie Sie und entsprechend gehandelt :-).

    Social Responsibility Programme haben viele Firmen. Auch viele Firmen in Bretten. Das ist auch eine lobenswerte Sache und eine win / win Situation für alle die das machen / bekommen… Warum also Hr. Deurer dafür auszeichnen? Was ist so anders daran? Entweder alle die so etwas machen auszeichnen, oder keinen… Was war dabei das Ausschlaggebende ausgerechnet Hr. Deurer dafür auszuzeichnen? Ich finde darauf keine Antwort in diesem Artikel. Viele Brettener stecken sehr viel Zeit (und damit kostenlose Arbeit fürs Gemeinwohl) in Ehrenamtliche Tätigkeiten. Das wird höchstens mal in dem halben Jahr vor den Wahlen durch Sonntagsreden gewürdigt. Wenn man Glück hat auch mal auf einer Jahreshauptversammlung oder so… Oder waren die „lecker Ripple“ das letzte „i Tüpfelchen“ welches für die Medaille ausschlaggebend war? Eine Ganzheitliche Betrachtung des „Unternehmers“ wie von den Grünen gefordert kann es meiner Meinung nach wohl nicht gewesen sein. Die Presseberichte und die bisher verlorenen Prozesse sprechen meiner Meinung nach dagegen.
    PS: Zitat Der Realist: „ Was Deuerer über Jahrzehnte aufgebaut und geleistet hat, wird von euch keiner auf die Reihe bekommen. Zudem keiner von euch den Mut dazu hat.“
    Dazu habe ich folgende Meinung: Stimmt – beim besten Willen nicht. Das würde gegen meine Auffassung von Ethik verstoßen. Und ich bin trotzdem erst jüngst mit dem Enterprise Award ausgezeichnet worden. Trotz 35 Stunden Woche, Betriebsrat, Gewerkschaft und diesen ganzen Kram… Ausschlaggebend war dafür die 900% Umsatzsteigerung einer Produktlinie. In 12 Monaten. Was hat der Realist eigentlich schon für Preise verdient? Etwa eine Tafel Schokolade zu Weihnachten vom Chef? Und für was gab es die?

  2. A.T. sagt:

    Fragen an den Realisten: “ geehrt zu werden“, wofür?
    Für das „fürsorgliche“ Verhalten seinen Arbeitern gegenüber? Oder für das Nicht-Erfüllen gesetzlicher Auflagen wie die Einrichtung eines Betriebsrates? Oder für die permanete Geruchsbelästigung der Rinklinger und Brettener Bürger? Oder wenn man Bürger die – zu Recht – behaupten dass es stinkt, verklagt?

  3. seher sagt:

    AMEN.

  4. Realist sagt:

    Am besten ist es, Ehrungen zu verdienen und geehrt zu werden. So wie Deuerer!

    Der Realist

  5. jos.pr. sagt:

    Es ist besser, Ehrungen zu verdienen und nicht geehrt zu sein, als geehrt zu sein und es nicht zu verdienen.
    Mark Twain (1835-1910)

  6. Realist sagt:

    @ RL: Sie werden die Ehre niemals haben, solche eine Auszeichnung zu erhalten, deshalb ist es sinnlos zu überlegen ob Sie diese annehmen würden oder nicht.
    Diese Auszeichnung wird nur Personen verliehen die es verdient haben. So wie Deuerer.
    Was Deuerer über Jahrzehnte aufgebaut und geleistet hat, wird von euch keiner auf die Reihe bekommen. Zudem keiner von euch den Mut dazu hat.

    Der Realist

  7. l-rd sagt:

    Die blauen Sonn- und Feiertagstraktoren mit Anhängern vermiesen den übrigen Verkehrsteilnehmern nicht nur rund um Bretten sowie nicht nur an diesen Tagen die gute Laune im Straßenverkehr. 🙁

  8. RL sagt:

    Hätte ich eine solche Auszeichnung, dann würde ich diese zurückgeben. Sollte ich diese mal verliehen bekommen, dann würde ich diese nun ablehnen.

    Als ich die Überschrift vom Artikel gelesen habe, habe ich mich gefragt, ob die Auszeichnung wegen der Verkehrsberuhigung auf den Bundesstraßen um Bretten verliehen wurde oder für das aufräumen im Rüdtwald. Denn jetzt wo die störenden Bäume weg sind kann man den Wald viel besser sehen… Auf soziales Gutmenschentum bin ich aber nicht gekommen…

  9. b.z. sagt:

    Völlig überflüssig, die Verleihung der Bürgermedaille an Deuerer zu kommentieren!

  10. Pollak sagt:

    @hape : richtig, er war Personalrat. Aber wer soviel Geld einsetzt, vernebelt manchem vielleicht das Gehirn, wer noch mehr Geld einsetzt erkauft sich damit Medaillen…

  11. mm sagt:

    Achtung „Realist“!! Jetzt aber ihr Auftritt bitte! Sonst gibts keine „Ripple“ mehr… 🙂

  12. hape sagt:

    Steht die Mehrheit der Brettener BürgerInnen hinter dieser Verleihung?
    Im Gemeinderat hat es eine 2/3 Mehrheit gegeben.
    Laut BNN hat Herr Uli Lange Herrn Deuerer als „sehr sozial engeagierten Menschen“ kennengelernt.
    Herr Uli Lange war, bevor er Pensionär wurde, so weit ich weis freigestellter Betriebsrat (oder Personalrat) beim Reg.Präs.KA.
    Also eine Position, die es bei der Fa. Deuerer bisher nicht gibt. Ist sich Herr Uli Lange dessen bewußt, wenn er in seiner Laudatio vom sozialen Engagemant des Herrn Deuerer spricht?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.