Geburtenüberschuss und Mangel an Mietwohnungen

Oberderdingens Bürgermeister Thomas Nowitzki blickt in der Jahresabschlusssitzung auf das Jahr 2007 zurück
„Für Derdingen wäre es wichtig, Sitz eines Notars zu werden“
Von unserer Mitarbeiterin Claudia Pospieszczyk
Oberderdingen. In der Jahresabschlusssitzung des Oberderdinger Gemeinderates blickte Bürgermeister Thomas Nowitzki auf Projekte im Jahr 2007 zurück. Allein bei 31 Sitzungen von Gemeinderat und dessen Gremien habe man insgesamt 81 Stunden getagt, nicht dazugezählt die Stunden in anderen Ausschüssen. „Dabei gestaltete sich die sachorientierte Arbeit über die Fraktionsgrenzen hinweg positiv“, bedankte sich Schultes Nowitzki bei den Mandatsträgern für ihr Engagement.
Im fünften Verwaltungsbericht seiner Amtszeit stellte er klar, dass „nicht alles sofort und gleich umgesetzt, verändert, gebaut und auch bezahlt werden kann“. Auf Grund eines Organisationsgutachtens habe man die Abläufe im Bauhof optimieren und fünf Fahrzeuge neu beschaffen oder austauschen können. Aus organisatorischen Gründen habe man die Postagentur und den Ticketverkauf in der Schafscheuer von der Gemeinde an die Oberderdinger Marketing GmbH übergeben. „Dazu zählt die Schaffung eines neuen Ausbildungsberufes zur Kauffrau für Touristik und Freizeit bei der Gemeinde“, so der Rathauschef. Tourismus sei für ihn „ein Wirtschaftsfaktor und Tourismusarbeit ist Wirtschaftsförderung“.

Dankbar sei man den Industriebetrieben E.G.O. und Blanco vor allem für die Investition in den Standort Oberderdingen. Der Bau eines Kundencenters mit Büroräumen in der Flehinger Straße durch Blanco werde für eine städtebauliche Aufwertung sorgen. Die 4 700 Quadratmeter große Logistikhalle der E.G.O. werde Platz fü weitere Fertigungskapazitäten im übrigen Werk schaffen und helfen, eine Standortsicherung zu ermöglichen und damit auch die eigene Steuerkraft zu erhalten. Die Wirtschaftsfördergesellschaft müsse weitere Industrieflächen für Neuansiedlungen im Interkommunalen Industriegebiet überplanen oder erschließen. „Investitionen der Gemeinde in Infrastruktur sind Arbeitsplätze von morgen“, so Nowitzki.
Schlaflose Nächte habe ihm die Aufgabe der staatlichen Beförsterung des Gemeindewaldes zugunsten einer eigenverantwortlichen Abwicklung bereitet. Erstmals könne man jedoch seit langer Zeit wieder mit einem Überschuss rechnen, der bei 10 000 Euro liege.

Änderungen soll es im Grundbuchwesen geben. Es zeichne sich ab, dass digitalisierte Grundbücher bis 2018 an die Landgerichte übergeben werden. Um einen Teil an Bürgernähe gewährleisten zu können, sollen sich im Land über 500 freie Notare niederlassen können. „Für uns wäre es wichtig, Sitz eines Notars zu werden“.

Gegenüber dem Vorjahr sei die Einwohnerzahl zum 30. November um 58 Personen auf 10 425 Bürger gesunken. Oberderdingen habe bei 82 Geburten zum 30. November mit gegenüberstehenden 74 Todesfällen einen Geburtenüberschuss. In der Gemeinde trauen sich auch wieder mehr Menschen, denn die Zahl der Eheschließungen sei von 25 im Vorjahr auf 43 gestiegen. Nachteilige Veränderungen im Steuerrecht und ein kompliziertes Mietrecht führte Nowitzki als Gründe für einen Mangel an Mietwohnungen an. Von 2003 bis 2007 habe man 69 Baugrundstücke in Oberderdinger, Flehinger und Großvillarser Neubaugebieten verkauft und verfüge zum Jahresende noch über 32 freie Plätze in allen Teilorten.

Erfolgreich seien die Hochwasserschutzmaßnahmen mit Rückhaltebecken an Humsterbach und Kraichbach verlaufen. Im Januar 2008 erwarte man die wasserrechtliche Genehmigung für eine Hochwasserrückhaltung am Kohlbach. Diese weitere Maßnahme solle die Bachanlieger künftig ruhiger schlafen lassen.

Ein Kostenaufwand von 1,7 Millionen Euro wird für die 2008 beginnende Sanierung und den Umbau der Flehinger Samuel-Friedrich-Sauter-Schule erwartet. Rund 1,24 Millionen Euro habe die Kommune für ihre neuen Kindergärten aufgewendet und erhalte Landeszuschüsse von 405 000 Euro.
Neue Wege gehe man mit einem Modellprojekt im Gemeindekindergarten am Samuel-Friedrich-Sauter-Platz.

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