Polizei sucht Mautpreller vergebens

Über ein Jahr hat die Stadt Heilbronn um ein Nachtfahrverbot für Transit-Lastwagen auf der Bundesstraße 293 zwischen Heilbronn und Bretten gekämpft. Jetzt gilt es, doch bei drei Kontrollen in eisigen Dezember-Nächten hat die Polizei bisher noch keinen Mautpreller hinter dem Brummi-Lenkrad entdeckt. 27 kontrollierte Lastwagen über zwölf Tonnen Gewicht, null Verstöße, lauten die ersten Zahlen.

Dreieinhalb Stunden harrten sechs Polizisten am Donnerstagabend ab 22 Uhr bei minus fünf Grad in der Kälte aus. Am Abzweig zum Gewerbegebiet Böckingen-West haben sie sich postiert. Hierher sollen die Brummifahrer gelotst werden, um die Frachtpapiere genau zu studieren. Wer kein Ziel oder keinen Ausgangsort in der nahen Umgebung hat, darf hier nachts nicht fahren. 20 Euro Verwarngeld wären im Fall eines Falles fällig.

Von Carsten Friese
Mit Stoffmütze, Anorak, Warnweste und gefütterten Handschuhen steht Verkehrspolizist Ralf Bleibdrey am Straßenrand. Kalt? „Ja, ein bisschen“, gibt er zu. Eine Stunde haben er und seine Kollegen schon gewartet. Nichts. Kein einziger Zwölftonner ist bisher vorbeigefahren. „Damit habe ich nicht gerechnet“, ist Bleibdrey von der Lkw-Flaute auf der sonst so beliebten Brummi-Ausweichstrecke überrascht. Immerhin: Am Ende sollten noch drei Schwergewichte kommen.

Tagsüber, da kontrolliert die Polizei jede zweite Woche Tempo und Papiere der Lastwagen. Da gibt es oft kleine Brummi-Kolonnen Stoßstange an Stoßstange, da fühlen sich die Anwohner besonders gestört. „Tagsüber sind viele Ausländer dabei“, hat Bleibdrey beobachtet. Ausländische Lkw-Fahrer, die die Strecke mutmaßlich als Autobahn-Ausweichroute zwischen Heilbronn und Karlsruhe nutzen. Doch tagsüber ist hier nichts verboten, da darf jeder die Freiheit auf der Bundesstraße 293 genießen. Mehr als ein Nachtfahrverbot haben die Landesbehörden auf der Strecke nicht zugelassen.

Sind nächtliche Lkw-Kontrollen also Zeitvergeudung? Für eine erste Bilanz sei es noch „zu früh“, sagt Polizeisprecher Peter Lechner. Im Januar werde man in den frühen Morgenstunden weitere Kontrollen ansetzen.

Die beste Zeit für Kontrollen ist die Vorweihnachtszeit sicher nicht. „Im Dezember sind relativ wenige Lastwagen unterwegs“, gibt B 293-Anwohner Erwin Scheffler seine Erfahrung wieder. Ab Februar steige die Zahl wieder deutlich an. Einige Anwohner wundern sich zudem, warum die Polizei nur in Fahrtrichtung Eppingen kontrolliert, nicht aber die Gegenrichtung in die Stadt. Da sehen die Beamten offenbar Probleme mit der Rechtslage: Denn im Landkreis weist kein einziges Schild auf das Lkw-Verbot hin. Ein Nachweis, dass ein Brummifahrer ein Verbotsschild ignoriert hat, ist da rechtlich äußerst schwierig.

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1 Antwort zu Polizei sucht Mautpreller vergebens

  1. H.U. sagt:

    ein sehr tendenziöser Artikel, bei dem es besonders auffällig um die Kälte und frierende Polizisten geht… nach dem Motto: wir reissen uns für Euch den Arsch auf und kontrollieren bei minus 20 Grad. Keine Mautpreller.

    Es hat nichts mit der Realität zu tun. Vielleicht sollte man an normalen Tagen kontrollieren.

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