Kraichgau-Stromberg ist ohne Eppingen nicht denkbar

Oberbürgermeister Holaschke distanziert sich im Tourismusstreit von seinem Kollegen Metzger

Hat Brettens OB Paul Metzger den Streit um die Fremdenverkehrsstrukturen eigenmächtig vom Zaun gebrochen? Der Vorstand des Kraichgau-Stromberg- Tourismus (KST) verfolge eine andere Marschrichtung als sein Chef, meint Eppingens Stadtoberhaupt Klaus Holaschke im Gespräch mit Peter Boxheimer.

Hat Ihnen der Brettener Kollege mit seiner Kampfansage ans Heilbronner Land nachträglich den Geburtstag verdorben?
Klaus Holaschke: Nein, da man in der Sache unterschiedlicher Meinung sein kann. Allerdings hat mich die Art und Weise, wie man nachträglich mit Beschlüssen des Vorstands umgeht, sehr nachdenklich gemacht.

War das einer der bekannten Metzgerschen Alleingänge, oder gibt er die Meinung der Kraichgau-Stromberg-Führung wieder?
Holaschke: Ich denke, mir steht es nicht zu, diese Metzgerschen Alleingänge, die er vielleicht mal gemacht hat, zu beurteilen. Nur: Wir hatten bei der Vorstandssitzung eine andere Marschroute ausgegeben, die er durch seine Presseveröffentlichung konterkariert hat.

Und wie lautete die Marschroute des Vorstands?
Holaschke: Nachdem wir erst eine halbe Stunde vor der Mitgliederversammlung Metzgers Position erfahren haben, wollten wir dieses Thema in einer weiteren Sitzung Anfang 2007 diskutieren und mögliche Konsequenzen besprechen.

Fühlt sich die Stadt Eppingen jetzt als Abtrünnige?
Holaschke: Keinesfalls. Ich kann mich da auf einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss stützen, der zwei wesentliche Bestandteile umfasst: erstens Mitgliedschaft in der neuen Tourismusorganisation Heilbronner Land und zweitens Beibehaltung der Mitgliedschaft in der KST ohne Wenn und Aber.

Was machen Sie, wenn es tatsächlich beim Metzgerschen Entweder-Oder bleibt?
Holaschke: Ich kann mir das aus heutiger Sicht nicht vorstellen. Der Ausschluss einer Mitgliedsgemeinde, die weder gegen Regularien noch gegen das Bringen von Beiträgen verstößt, ist juristisch-formell nicht darstellbar. Auch kommunalpolitisch trifft Paul Metzger hier nicht das Stimmungsbild der Beteiligten. Ich würde es sehr bedauern, wenn sich Bretten als einer der Gründer und maßgeblichen Förderer aus der Touristikgemeinschaft zurückzöge. Aber ich muss auch klar sagen: Das würde die grundsätzliche Existenz der KST aus meiner Sicht nicht infrage stellen.

In einem Satz: Wie wichtig ist Eppingen für Kraichgau-Stromberg?
Holaschke: Kraichgau-Stromberg ist für mich ohne Eppingen nicht denkbar, weil der Name Kraichgau die Stadt Eppingen als eine der wichtigen Metropolen in sich trägt.

Sehen Sie noch Chancen für einen Kompromiss?
Holaschke: Ich denke, dass sich diese Frage nicht stellt. Eppingen ist ohne Wenn und Aber Mitglied beim KST. Wie andere im Raum Neckar-Zaber damit umgehen, kann ich nicht beurteilen. Wir setzen ganz klar auf die Doppelmitgliedschaft, weil wir uns davon wesentliche Chancen für die Tourismusarbeit unserer Stadt versprechen.

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1 Antwort zu Kraichgau-Stromberg ist ohne Eppingen nicht denkbar

  1. S. sagt:

    Metzgersche Alleingänge sind überall bekannt. – Um Schwabenstreiche kann es sich ja nicht handeln! Aber sie sind mit denen vergleichbar.

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