Ein neuer Anlauf fürs Einkaufsziel Brettener Altstadt

Geschäftsleute tun sich zusammen, um am Image zu arbeiten und gegen die Konkurrenz von draußen zu bestehen
Von unserem Redaktionsmitglied Rudolf Baier
Bretten. In den Geschäften der Altstadt und nicht nur draußen vor den Toren Brettens soll auch in Zukunft der Rubel rollen. Deshalb haben Geschäftsleute die Initiative ergriffen, den Standort Innenstadt attraktiver zu machen. Einzelhändler, Wochenmarktbeschicker, Friseure und Bäcker setzten sich zusammen, um zu überlegen, was man tun kann, um gegen die wachsende Konkurrenz zu bestehen. Mehr als 50 Firmen aus der Altstadt folgten dem Aufruf von Alexander Drabek, Cornelia Vallon und Ulrike Müller zur Gründung einer neuen Gruppe innerhalb der Vereinigung Brettener Unternehmer (VBU). „Da steckt Gewicht dahinter“ , kommentiert VBU-Vorsitzender Prof. Dr. Alex Veit, dem ein Konsens von Unternehmern und Stadt am Herzen liegt.

Bisher sei da viel nebeneinander her gelaufen. Aufbruchstimmung wolle man erzeugen, das Gefühl vermitteln, dass alle an einem Strang ziehen, erklärt Veit. Arbeitsgruppen sollen sich der Lösung der einzelnen Probleme annehmen.
Der Ladenöffnungszeiten beispielsweise, ein Punkt, der immer wieder auf Kritik stößt. Hier soll ein neuer Anlauf für eine Vereinheitlichung unternommen werden. Dass alle Geschäfte gleiche Öffnungszeiten haben, werde man wohl nicht erreichen, weil die Interessen der Betriebe und auch ihrer Kunden zu unterschiedlich sind, sagt Alexander Drabek. „Am wichtigsten ist es, für den Kunden Transparenz zu erreichen“, ergänzt Cornelia Vallon.

Das Parken ist ein weiteres Thema: Zwar seien die Gebühren in Bretten moderat. Aber an den Einkaufszentren sei es kostenlos, begründen die Unternehmer ihren Wunsch, dass zumindest samstags die Benutzung städtischer
Parkplätze in Bretten gar nichts kosten solle. Und sonst müsse auf allen Plätzen und in den Parkhäusern der gleiche Tarif gelten.
„Den Wochenmarkt darf man nicht unterschätzen. Er zieht Besucher aus der ganzen Umgebung an“, sagt Cornelia Vallon. Deshalb wird das bunte Treiben nicht mehr als eher störende Randerscheinung vor der Ladentür betrachtet, sondern als willkommener Frequenzbringer. Wenn der Markt wegen anderer Veranstaltungen ausweichen muss, soll er in der Fußgängerzone seinen festen Platz finden. Gemeinsam mit den Geschäften wurde ein Plan für die Platzierung der Stände erarbeitet.

Nicht mehr wiederholen darf sich für die Einzelhändler das Trauerspiel eines Weihnachtsmarkts, dessen Buden von Montag bis Mittwoch geschlossen sind. „Das ist völlig unakzeptabel“, erklärt Alexander Drabek und plädiert für einen Markt, der drei Wochenenden einschließt, mit einem verkaufsoffenen Sonntag beginnt und einem Lichterfest endet. Mit zusätzlichen Aktivitäten der Geschäftsleute sollen die Ereignisse bereichert werden, die bereits auf dem Brettener Jahreskalender stehen wie etwa die „Tour de Ländle“ oder das Festival „Bretten Live“.

Einen wichtigen Wunsch haben die Unternehmer ans Rathaus: Die Stadt soll sie mit einem „Ladenflächen-Management“ unterstützen. Das Problem leerstehender Geschäftsräume müsse gemeinsam angegangen werden. Erst müsse die Bestandsaufnahme erfolgen, dann könne man gemeinsam mit den Betroffenen eine Nutzungskonzeption erarbeiten.
Einen Fortschritt im Sinne der Imagepflege haben die Geschäftsleute übrigens ganz schnell erreicht: Die Schaufenster bleiben jetzt einheitlich bis 23 Uhr beleuchtet und bringen so ein wenig mehr Licht in die Altstadt.

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