OB: Etwas dünnhäutiger geworden

Bretten auf dem rechten Weg
Deutliche Worte von Metzger beim Neujahrsempfang
BRETTEN. „Nach wie vor ist es das Ziel unserer Bemühungen, die Melanchthonstadt in ihrer Mittelpunktsfunktion attraktiver zu machen“, erklärte Oberbürgermeister Metzger vor Bürgern und Vertretern des öffentlichen Lebens beim Neujahrsempfang der Stadt Bretten. Dazu gehöre die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen ebenso wie die Erarbeitung eines neuen Generalverkehrsplanes für Bretten.

Die „Entwicklungsachse“ zwischen Neff-Werken im Ruiter Tal und den Firmen Bischoff und Hesselbacher stehe dabei im Zentrum der Überlegungen. „In den nächsten Tagen werden erste Konturen des unter dem Stichwort „Industriekarussell“ bekanntgewordenen Konzeptes mit Ringtausch von Gewerbegeländen an der Pforzheimer Straße und der Erweiterung bei Neff und Fibron sichtbar“, kündigte das Stadtoberhaupt an.

Er sei kein Mensch, der schnell resigniere oder zum Pessimismus neige, führte Metzger weiter aus. „Trotzdem bekenne ich, gerade in den letzten Tagen und Wochen aufgrund vieler Wünsche, die jetzt plötzlich alle verwirklicht werden sollen, etwas dünnhäutiger geworden zu sein. Täglich müsse er sich Klagen über Verkehrsstaus und Parkplatzmangel anhören, doch kaum würden Straßenplanungen von der Verwaltung vorgelegt, setze heftige Kritik ein.

Die Stadt sei zur Sparsamkeit aufgerufen, doch wenn wirtschaftliche Projektlösungen vorgeschlagen wür- den, unterstelle man voreilig Verzögerungstaktik und Verhinderungsabsichten. Da werde beim ersten Schneefall moniert, daß es an Hangstraßen wegen Glätte zu Unfällen komme; sobald man allerdings an den steilen Streckenabschnitten etwas mehr Salz streue, erfolge postwendend eine Verurteilung der Ver- waltung als Umweltsünder.

Solche Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen, meinte der Verwaltungschef der Melanchthonstadt in seiner Ansprache. „Eine öffentliche Verwaltung hat durchaus nicht immer recht, aber ebensowenig ist sie meist im Unrecht“. Die Aufgabe von Rathaus und Gemeinderat sei der Interessenausgleich im Rahmen gegebener Vorschriften und Möglichkeiten. „Damit haben wir“, betonte Metzger, „auch 1986 die Große Kreisstadt Bretten positiv weiter entwickelt.“

Im vergangenen Jahr konnte der Gemeinderat in 72 Sitzungen 586 Tagesordnungspunkte öffentlich und 29 Punkte nichtöffentlich beraten. „Bei diesem offenen Stil wollen wir in Bretten bleiben, auch wenn verein-
zelt der Verdacht aufkommen sollte, im Gremium noch zu diskutieren und nicht mehr zu handeln.“ Man sei auf dem richtigen Weg, fügte der OB abschließend hinzu, „wir können stolz sein auf unsere schöne Stadt“.
uh

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