Ausbau der Bundesstraße 294 zurückgestellt

Die stärksten Frostschäden sindd beseitigt – Bundesverkehrsministerium antwortet MdB Leonhard
Göbrichen. Seit mehreren Jahren bemühen sich die in der Kreisarbeitsgemeinschaft Pforzheim-Land unter Vorsitz von Bürgermeister Dr. Wagner, Dürrn, zusammengeschlossenen Bürgergemeinschaften um den Ausbau der Bundesstraße 294 Pforzheim— Bretten. Immer wieder haben jedoch bisher die Behörden erklärt, daß andere Straßenbauvorhaben dringlicher seien. Neben der Stadtverwaltung und dem Landratsamt hat sich in letzter Zeit besonders Bundestagsabgeordneter Gottfried Leonhard bemüht, die starken Frostschäden beseitigen zu lassen und einen Ausbau der Straße zu erreichen.

Während die notwendigsten Ausbesserungsarbeiten nunmehr vorgenommen wurden, steht die gewünschte Verbreiterung noch in weiter Sicht. Auf ein Schreiben von MdB Leonhard hat das Bundesverkehrsministerium wie folgt geantwortet:
„Der ungewöhnlich ungünstige Winter 1954/55 und nicht zuletzt auch das unvernünftige Verhalten vieler Kraftfahrer, die trotz wiederholter Warnungen der Straßenbaubehörden ohne Rücksicht auf die verminderte Tragfähigkeit der frostempfindlichen Fahrbahnen in der Tauperiode ihre Fahrzeuge viel zu schwer beladen hatten, haben dazu geführt, daß, wie auf vielen anderen Bundesstraßen, auch auf der Bundesstraße 294 Frostschäden aufgetreten sind. Bei dem großen Umfange der Schäden in diesem Jahr wird zu ihrer Beseitigung eine gewisse Zeit benötigt. Es ist vorgesehen, daß jetzt auch die Schäden auf der Bundesstraße 294 behoben werden, so daß in den von Ihnen beanstandeten Teilstrecken wieder normale Verhältnisse eintreten werden.

Die Verkehrswirtschaft wurde wiederholt darum gebeten, in der Tauperiode auf die geringe Tragfähigkeit gewisser Abschnitte Rücksicht zu nehmen. Es wurde dabei immer wieder darauf hingewiesen, daß es ganz unmöglich sei, alle Frostschäden in kurzer Zeit wieder zu beseitigen und daß es daher im Interesse des Verkehrs sebst liege, die Straßen zu schonen. Wenn die Frostschäden auf vielen Bundesstraßen heute noch nicht beseitigt sind und dadurch der Verkehr gezwungen ist, die durch die Frostschäden sehr uneben gewordenen Fahrbahnen noch einige Zeit in Kauf zu nehmen, so bestätigt sich damit die Richtigkeit der immer wieder ausgesprochenen Warnungen.

Zu dem Vorwurf einer einseitigen Bevorzugung der Bundestraße 35/10 Bruchsal—Jllingen darf bemerkt werden, daß dieser Straßenzug zu den wichtigsten Durchgangsstraßen des Bundesgebiets gehört. Dies drückt sich auch in dem Ergebnis der Verkehrszählung 1952/53 aus, nach welchem dieser Straßenzug durch etwa 2 900 Fahrzeuge im Tag belastet war. Die Bundesstraße 294 dagegen zeigte eur gleichen Zeit einen Verkehr von etwa nur 800 Fahraug«n im Tag.

Dazu kommt, daß auf der Bundesstraße 35/10 etwa jeder zweite Wagen ein Lastwagen ist, während auf der Bundesstraße 294 der Anteil des Lastverkehrs nur etwa 15 Prozent des Gesamtverkehrs dieser Straße ausmacht.
Bisher war es erforderlich, die verfügbaren, verhältnismäßig geringen Straßenmittel des Bundes auf die wichtigere Bundesstraße 35/10 zu konzentrieren, um wenigstens hier in absehbarer Zeit eine durchgehend leistungsfähige Straße zu schaffen. Ob es möglich sein wird, auch Straßenzüge wie die Bundesstraße 294 durchgreifend umzubauen, hängt davon ab, wie sich die Erträge des neuen Verkehrsfinanzgesetzes in den nächsten Jahren entwickeln.“
Hoffentlich bleiben die Gespräche um den Ausbau der Straße in Gang, denn für den Pforzheimer Raum kommt der Bundesstraße 294 nach wie vor erhebliche Bedeutung zu.
t
N.N.

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