Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit nach der Energiewende

bak_logovon G.H. (Name des Autors ist dem BAK bekannt)
Die Energieversorgung ist zu einer Umverteilungsmaschinerie geworden, die gleichermaßen Gewinner und Verlierer hervorgebracht hat:

I) Wer in Solaranlagen, Windräder und Biogasanlagen investiert hat, freut sich über eine sichere Rendite.
  1. Hausbesitzer mit Solarmodul auf dem Dach kassieren 20 Jahre lang eine große Einspeisevergütung
  2. Landwirte kassieren nicht schlecht, wenn auf ihren Feldern ein Windrad gebaut wird.
  3. Hausbesitzer und Mieter müssen zahlen, besonders die, welche keinen Ökostrom erzeugen.

Energiegenossenschaften erleben durch das EEG eine große Beliebtheit. Bürgerwindparks sind beliebt bei Menschen, die Geld anlegen und zugleich etwas für das Klima tun wollen. Demgegenüber stehen die großen Energiekonzerne. Der Atomausstieg macht ihnen schwer zu schaffen. In der dezentraleren Stromversorgung sind ihre Großkraftwerke weniger gefragt.

II) Das „grüne Beschäftigungswunder“ ist leider ausgeblieben. Dennoch bringt die Energiewende vielen Menschen Arbeit: Im Handwerk oder in der Herstellung von Windrädern und modernen Stromleitungen. Beschäftigung auf Subvention, wie in der Solarbranche, ist gefährdet. Die Konkurrenz, z.B. aus China, ist groß, sodass die Vergütungssätze für Solarstrom sinken. Nur ein Teil der Arbeitsplätze bleibt in Deutschland.

III) Um keinen Nachteil zu erleiden, gewährt die Bundesregierung der deutschen Industrie für den internationalen Wettbewerb großzügige Rabatte. Jedes Jahr haben sich mehr Unternehmen von der EEG-Umlage befreien lassen. Wegen der EEG-Rabatte steigt der Strompreis zusätzlich.

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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7 Antworten zu Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit nach der Energiewende

  1. Al. sagt:

    Zu III) im obigen Beitrag vom 10. März 2014

    Wie kann man Privathaushalte, Handwerker und Handel entlasten?

    Denen ganz locker weiterhin die Zusatzlasten für die Strom-Rabatte der Industrie aufzubürden, ist ein zielführender Weg von Gabriel (SPD), die Energiewende gegen die Wand zu fahren.

    Ein vernünftiges Verfahren bietet sich doch an:

    Der Umbau der Energieversorgung hin zu geringerem Verbrauch und dem Einsatz erneuerbarer Energien wird als Investition in ein klimaschonendes Energiesystem verstanden. Diese Investition verringert sogar die Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten.

    Dann ist es für jeden nachvollziehbar, einen Teil der Umbaukosten auf Kredit zu finanzieren – und die Stromverbraucher zu entlasten!

  2. G. H. sagt:

    Die Energiewende ist eine Zukunftsaufgabe. Sie betrifft auch kommende Generationen. Die Energieversorgung wird eine starke Veränderung durchmachen (müssen).

    Sie ist meines Erachtens eine höchst hoheitliche Aufgabe des Staates. Als solche muss sie aus Steuermitteln finanziert werden. Die Folgekosten der Atomenergie werden ebenso von der Allgemeinheit getragen und leider nicht von den Verursachern!

    Unser Steuersystem muss geändert werden. Besserverdiener müssen mehr dazu beitragen als Geringverdiener: Die Vermögensteuer muss eingeführt werden! Nicht immer wieder die Verbrauchsteuern erhöhen, die vor allem die unteren Einkommensschichten treffen, die gezwungen sind, ihr Einkommen (fast) vollständig ausgeben zu müssen.

  3. rh sagt:

    Erst wenn die ökologischen Kosten bei Kohle und Atom berücksichtigt werden, gibt es einen fairen Vergleich mit den erneuerbaren Energieträgern.

    Wurden für die Subventionen der Energiewende annähernd vergleichbare Summen eingesetzt, wie sie früher dem Bergbau und der Atomforschung über Jahrzehnte gezahlt wurden? Wie hoch wären die Kosten für Umweltschäden der fossilen Energien und Atommülleinlagerungen anzusetzen? Liegt etwa ein entscheidender Unterschied – abgesehen von der Höhe – bei den Subventionsempfängern selbst?

    Nicht mehr ausschließlich die Energieindustrie, sondern der engagierte Bürger ist Empfänger. Mit ihm ist der „Kuchen“ zu teilen!

    Es passt der Energieindustrie nicht ins Konzept, dass im Verbund mit einem funktionierenden, kostenorientierten Emissionshandel das EEG erst seinen guten Sinn ergibt.
    Die hohen Preise sind einfach damit zu erklären, dass der Emissionshandel als Finanzierungsmittel ausfällt und der „wehrlose“ Verbraucher dafür einstehen muss.

  4. go sagt:

    Etwas für die Grünen

    Das Klima kann profitieren, wenn Strom mit erneuerbaren Energien erzeugt wird. Das verursacht weniger Treibhausgase, als konventionelle Energieträger zu verfeuern.

    Nicht vergessen darf man jedoch die unvermeidbare Beeinträchtigung der Landschaft. Bürgerinitiativen – nicht die Grünen-Partei – gehen gegen die „Verspargelung“ der Landschaft auf die Straße. Die geplanten Stromtrassen vom hohen Norden bis in den tiefen Süden Deutschlands sind höchst umstritten!

  5. ghg sagt:

    Wegen des wachsenden Ökostromanteils ist es sehr billig, Kohlendioxid auszustoßen. Wenig effiziente Kohlekraftwerke profitieren davon. Klimaschonende und hochmoderne Gaskraftwerke stehen teilweise still. Ihr Betrieb ist teurer und lohnt sich für die Betreiber derzeit nicht.

    Deutschland übertrifft alle internationalen klimapolitischen Vereinbarungen! 🙂

  6. h - z sagt:

    Es ist sehr eigenartig, dass die Mitmacher, als Profiteure des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) – besser Erneuerbaren-Energien-Geschwätzes – über zwanzig Jahre entlohnt und von jeglichem Wettbewerb ausgenommen werden. Industrie und Stromkonzerne müssen sich dem Wettbewerb stellen. Und der Verbraucher zahlt die Zeche!

    Überschüssiger Grünstrom wird in Rekordmengen exportiert und oft verschenkt, sodass die EEG-Umlagen stetig steigen.

    Für viele Bevölkerungsgruppen sind die Strompreise nicht mehr bezahlbar. Die sogenannten neugeschaffenen Arbeitsplätze haben als Argument ausgedient – angesichts der vielen Solarpleiten und des massiven Stellenabbaus bei den Versorgern.

    Das EEG hat eine Zweiklassengesellschaft von Mitmachern und Verlierern entstehen lassen. Die Mitmacher werden ihre wirtschaftlichen Vorteile sichern. Die erforderliche Reform des EEG verlangt besonderen Abstand von jedweder Mitmacherpolitik.

    Fraglich ist, ob das gelingt!

  7. R. sagt:

    Zur Umverteilung: In diesem Jahr sind ca. 24 Milliarden Euro im EEG-Topf.

    Steigt die EEG-Umlage, so steigt auch die Mehrwertsteuer auf die EEG-Zahlung.
    Der Freistaat Bayern kassiert durch EEG-Zahlungen, weil dort viele Menschen Solaranlagen betreiben. In NRW, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, sind die Mieter die Zahler, weil sie auf zumeist engem Raum nur wenige Möglichkeiten haben, um Ökostrom zu erzeugen.

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