Positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich fort

– Arbeitslosigkeit erstmals wieder unter Vorjahresniveau
– Quote jetzt unter 5,0 Prozent
– Stärkere Arbeitskräftenachfrage
Das Wichtigste auf einen Blick:

-18.647 Frauen und Männer sind jetzt ohne Arbeit – genau 848 weniger als vor einem Monat. Im Vergleich zum Vorjahr gab es im Mai 594 Arbeitslose weniger.
-Die Arbeitslosenquote sank dadurch um 0,3 Prozent auf 4,9 Prozent. Sie liegt damit erneut im Landesdurchschnitt.
-Knapp 4.800 Menschen mussten sich im Mai neu oder wieder arbeitslos melden; 420 weniger als vor einem Monat und rund 260 mehr als vor einem Jahr.
-Gleichzeitig konnten 5.645 Personen aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet werden; 5,6 Prozent (-336) weniger als im April, aber 1.027 Personen (22,2 Prozent) mehr als im Mai des Vorjahres.
-Rückgang bei den Versicherungskunden (Sozialgesetzbuch III – SGB III) stärker. Aber anders als im April sind jetzt wieder weniger Menschen auf Grundsicherungsleistungen nach SGB II angewiesen.
-Die Einstellungsbereitschaft der Betriebe nimmt gegenüber dem Vorjahr zu.

Ausbildungsmarkt kräftig in Bewegung
„Erstmals seit Februar 2009 haben wir jetzt wieder weniger Arbeitslose als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Insbesondere 2.320 arbeitslose Menschen weniger als zu Jahresbeginn und eine Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent zeigen mir, dass die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wieder stabiler geworden ist. Positiv wirkt sich dabei aus, dass viele Betriebe der Region die Kurzarbeit wieder beenden oder zumindest aussetzen konnten, weil sich bei ihnen die Auftragslage gebessert hat.
Dies wird auch durch die ansteigende Arbeitskräftenachfrage sichtbar. So konnte unser Arbeitgeberservice gegenüber dem Vorjahr 40,7 Prozent mehr freie oder freiwerdende Arbeitsplätze aufnehmen“, sagt Hartmut Pleier, der Vorsitzende der Karlsruher Arbeitsagentur, bei Vorlage der Maidaten.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit
18.650 Frauen und Männer aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe waren im Mai ohne Arbeit, das sind knapp 850 oder 4,3 Prozent weniger als im April. Vor einem Jahr gab es noch gut 590 arbeitslose Menschen (3,1 Prozent) mehr als heute. Seit Jahresbeginn sind es gar 2.320 Personen weniger.
Alle ausgewiesenen Personengruppen konnten von der Entspannung am Arbeitsmarkt profitieren. Besonders positiv die Entwicklung bei den Jüngeren unter 25 Jahren. Ihre Zahl ging in den letzten vier Wochen um 5,6 Prozent, im Jahresvergleich um 15,1 Prozent zurück. Diese Entwicklung macht deutlich, dass qualifizierte Fachkräfte die besseren Beschäftigungschancen haben.

In der Region
Bei den Geschäftsstellenbezirken gab es auf den ersten Blick eine einheitliche Entwicklung. In allen fünf Agenturen gab es einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen.
Betrachtet man diese im Einzelnen und vergleicht sie mit dem Vorjahresmonat, dann zeigen sich deutliche Unterschiede. Vier der fünf Geschäftsstellen konnten einen Rückgang der Arbeitslosigkeit melden. Die Spanne reicht dabei von minus 6,4 Prozent in Waghäusel bis zu plus 11,6 Prozent in Ettlingen.
Besonders positiv die Entwicklung in Waghäusel. Dort sind aktuell 1.280 Menschen ohne Arbeit und damit 6,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die nördlichste Geschäftsstelle hat jetzt mit 4,0 Prozent auch die niedrigste Arbeitslosenquote vorzuweisen.

Dagegen wurde Ettlingen besonders von Wirtschaftskrise getroffen. 11,6 Prozent Arbeitslose mehr in einem Jahr, eine Quote von 4,2 Prozent (vor zwei Jahren lag diese noch bei 2,4 Prozent) zeigen dies deutlich. 1.920 Frauen und Männer und damit knapp 200 mehr als im letzten Mai sind aktuell arbeitslos.
Bretten konnte binnen Jahresfrist einen Rückgang von 6,0 Prozent melden.
In der Hauptagentur Karlsruhe gibt es jetzt 4,6 Prozent und in Bruchsal immerhin 2,4 Prozent arbeitslose Menschen weniger als im Mai vor einem Jahr.

Nach Rechtskreisen
Im Berichtsmonat gab es in beiden Rechtskreisen weniger Arbeitslose. Dabei ist die Zahl der Versicherungskunden (minus 636) stärker zurückgegangen als die der SGB-II-Kunden (minus 212).
Dies begründet Pleier so: „Während der Krise wurden mehr Menschen direkt aus dem Beschäftigungsverhältnis heraus arbeitslos. In der Regel haben diese Personen einen Anspruch auf Versicherungsleistungen nach dem SGB III. Sie können jetzt, da sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt gebessert hat, ihre Arbeitslosigkeit wieder schneller beenden. Aber auch gut zweihundert arbeitslose SGB II-Kunden weniger als vor vier Wochen, setzen eine positive Entwicklung fort.“

In der Stadt Karlsruhe sind jetzt knapp 6.050 Personen oder 65,8 Prozent aller arbeitslosen Menschen SGB-II-Kunden. Im Landkreis Karlsruhe erhalten derzeit 4.540 Personen die Leistung der Grundsicherung; der Anteil hier: 48,0 Prozent.

Die Kundenbetreuung ist vom Wohnsitz abhängig. Die Fachkräfte der Arbeitsagentur betreuen die Arbeitslosengeld-II-Kunden, die ihren Wohnsitz im Landkreis haben. Sie sorgen alleine für die Dienstleistung zu Integration am Arbeitsmarkt und zahlen die Grundsicherungsleistung Arbeitslosengeld II.

Dabei steht die individuelle Betreuung im Vordergrund. „Hier helfen uns die jahrzehntelangen Erfahrungen in den Gebieten Arbeitsvermittlung, Berufsberatung, Ausbildungsvermittlung, Rehabilitation, der enge Kontakt zu den Unternehmen der Region durch unseren Arbeitgeberservice sowie die wichtige fachliche Mitwirkung unserer Ärzte und Psychologen direkt bei uns im Hause, diese Menschen zielorientiert zu unterstützen“, sagt Pleier.
Die Kunden aus Karlsruhe werden ausschließlich und eigenverantwortlich vom JobCenter Stadt Karlsruhe – der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) von Stadt und Arbeitsagentur – betreut.

Die Bewegungen am Arbeitsmarkt
Auch im Mai war wieder viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Erneut überwog dabei die Zahl der Abmeldungen.
5.645 Personen – 22,2 Prozent oder 1.030 mehr als im Vorjahr – konnten abgemeldet werden. Dass dabei über 2.200 Menschen eine Erwerbstätigkeit aufnehmen konnten, das sind 20,1 Prozent mehr als vor einem Jahr, bestätigt Pleiers Aussage. 1.370 besuchen jetzt eine von der Arbeitsagentur geförderte berufliche Weiterbildung oder eine betriebliche/schulische Ausbildung. Ein Teil hat sich aus persönlichen Gründen aus dem Arbeitsmarkt zurückgezogen. Gleichzeitig meldeten sich im Laufe des Berichtsmonats knapp 4.800 Frauen und Männer bei einer der fünf Agenturgeschäftsstellen in Karlsruhe, Bretten, Bruchsal, Ettlingen, Waghäusel oder im JobCenter Stadt Karlsruhe neu arbeitslos – 420 weniger als im April.

Arbeitskräftenachfrage deutlich angezogen
Die Einstellungsbereitschaft der regionalen Arbeitgeber hat gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen. Genau 1.337 neue ungeförderte Stellenangebote – also ohne die Arbeitsgelegenheiten nach dem Sozialgesetzbuch II, die sogenannten „ein Eurojobs“ – konnte der Arbeitgeberservice aufnehmen. Das sind beachtliche 40,7 Prozent mehr als im Mai 2009. Das Gesamtangebot an freien Stellen liegt aktuell bei gut 2.400 und damit um 11,5 Prozent höher als im April vor einem Jahr.

Ausbildungsmarkt auf Vorjahresniveau
Die Lage am Ausbildungsmarkt ähnelt sehr der vor einem Jahr. Er ist noch kräftig in Bewegung. Seit Beginn des Berichtsjahres (Oktober 2009) meldeten die Arbeitgeber
3.200 Ausbildungsstellen und damit 60 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Gleichzeitig haben sich rund 3.270 Bewerberinnen und Bewerber, die eine Ausbildungsstelle suchen, bei der Berufsberatung vorgesprochen. Statistisch gesehen steht somit jedem registrierten Bewerber etwa eine Ausbildungsstelle zur Verfügung. Dass dem tatsächlich aber nicht so ist, zeigen die Erfahrungen. Die Zahl der Bewerber wird in den nächsten Monaten noch deutlich zulegen, da sich kurz vor und direkt nach Ende des Schuljahres auch die Jugendlichen melden werden, deren selbständige Suche ohne Erfolg blieb.

Deshalb bittet Pleier die Betriebe weiter um Mithilfe und sagt: „Bilden Sie aus, bieten Sie den Jugendlichen eine Perspektive für den beruflichen Einstieg und sorgen Sie so für Ihre Fachkräfte von morgen.“

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