Bunt oder grau: Die Region im Jahr 2030

PresseInformation Nr. 20 des Regionalverband Mittlerer Oberrhein

Region Karlsruhe. Neue Vorausrechnungen des Statistischen Landesamtes bestätigen den bereits bekannten Trend bei der Bevölkerungsentwicklung in der Region Mittlerer Oberrhein. Wie in allen baden-württembergischen Regionen wird die Zahl der Bewohner bis zum Jahr 2030 deutlich zurückgehen (auf rund 977.000). Im Jahr 2010 wird die Region historisch betrachtet die meisten Einwohner beheimaten (1.005.000). Spätestens in zehn Jahren wird nach den vorliegenden Berechnungen die Marke von einer Million wieder unterschritten, die sie erst vor drei Jahren (2007) erreicht hat.

„Allerdings werden wir zu den Gewinnern unter den Verlierern zählen“, kommentiert Verbandsdirektor Gerd Hager die statistischen Zahlen. Mit einem prognostizierten jährlichen Bevölkerungsrückgang zwischen 0,6 und 2,7 Prozent nimmt die Region Platz drei unter den zwölf Regionen Baden-Württembergs ein, vor den Regionen Stuttgart (Platz 7) und Rhein-Neckar (Platz 8). Laut statistischer Vorausrechung werden zwischen Bühl und Bad Schönborn im Jahr 2030 rund 27.000 Menschen weniger leben, als noch in diesem Jahr. Zunächst soll sich ihre Zahl in den nächsten zehn Jahren auf ähnlichem Niveau bewegen (- 0,6%), danach aber bis zum Jahr 2030 zurückgehen (- 2,7%).

Innerhalb der Region Mittlerer Oberrhein gehört vor allem der Mittelbereich Baden-Baden zu den „Gewinnern“. Dort erwarten die Statistiker des Landes im Jahr 2030 noch fast so viele Bewohner wie heute (- 0,1%). Bretten (- 0,6%), aber auch Bruchsal (- 1,9%), können ebenfalls von einem relativ geringen Bevölkerungsschwund ausgehen. Dagegen müssen andere Mittelbereiche wie Ettlingen und Gaggenau/ Gernsbach mit Verlusten von über fünf Prozent ihrer Einwohnerzahlen im Vergleich zu heute rechnen.

„Die Bevölkerungszahl ist eine Seite der Medaille. Die Struktur ist die andere“, so Hager. Die Gemeinden werden sich auf ein höheres Durchschnittsalter der Bevölkerung einstellen müssen. Die Altersgruppe zwischen 60 und 80 soll in den nächsten zehn Jahren um 7 Prozent zunehmen, bis 2030 gerechnet sogar um rund 20 Prozent (20,4%). Bei den 80 bis 100-jährigen rechnen die Statistiker in den kommenden zwanzig Jahren sogar mit einer Zunahme von rund 29 Prozent (28,6%).

Für die Regionalplanung, aber auch für die Bauleitplanung der Gemeinden, erfordere das ein Umdenken, so Verbandsdirektor Hager. Die Zahl der jungen Familien und potenzieller Bauherren wird abnehmen. Die Aufrechterhaltung von klassischen Infrastruktureinrichtungen wie Kindergärten und Schulen wird insbesondere für kleinere Gemeinden eine Herausforderung. Mobilitätsangebote, Nahversorgung und Betreuungseinrichtungen für Senioren werden bei der Siedlungsentwicklung in den Vordergrund rücken. „Mit Hilfe der Statistik können wird uns die Zukunft ein Stück weit ausmalen. Ob diese grau oder bunt sein wird, das können wir heute mit unseren Planungen ebenfalls ein Stück weit mitentscheiden“, so Hager abschließend.

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