Einsturzgefahr nach Großbrand

Brettener und Knittlinger Feuerwehren verhindern Übergreifen der Flammen – Auch Berufsschul-Räume im Hochhaus

BRETTEN. Ein siebenstöckiges Büro-Hochhaus in Bretten droht nach einem Brand gestern früh einzustürzen. Sollte es abgerissen werden müssen, könnte Schaden in Millionenhöhe entstehen. Menschen wurden nicht verletzt.
Doch selbst wenn das Gebäude erhalten bliebe, geht die Polizei von einem Schaden von mehreren hunderttausend Euro aus. Die Chancen zum Erhalt des Gebäudes sind möglicherweise nicht allzu groß. Ein Polizeisprecher sagte nämlich: „Durch die enorme Hitze ist die Statik des Gebäudes beeinträchtigt.“

Die Feuerwehren Bretten und Knittlingen waren mit 20 Fahrzeugen und rund 120 Kräften im Einsatz. Aus nicht geklärter Ursache brach das Feuer, nach Angaben der Feuerwehr, gegen 7.45 Uhr aus. Anlieger der Wilhelmstraße berichteten jedoch der PZ, dass sie bereits um 7 Uhr Alarm geschlagen hätten. Die Flammen schlugen aus den Fenstern des vierten Geschosses und griffen auf ein angrenzendes Gebäude über.

Sechs Firmen betroffen
In dem Geschäftshaus befinden sich zudem acht ausgelagerte Klassenzimmer der Beruflichen Schulen Bretten. Das Hauptgebäude der Berufsschulen liegt in unmittelbarer Nachbarschaft, soll jedoch von dem Großbrand nicht betroffen sein. „Die Räume von etwa sechs Firmen in dem Hochhaus wurden durch das Feuer beschädigt“, sagte der Polizeisprecher. Insgesamt nutzen neun Unternehmen das Gebäude. Beim Eintreffen der ersten Rettungskräfte wütete das Feuer bereits in einem Ingenieurbüro im vierten Stock. Die Flammen drohten auf ein Architekturbüro in der selben Etage überzugreifen. Auch die darüber liegenden Geschosse waren stark gefährdet.

Zahlreiche Brandnester
Da das Feuer in den Büroräumen reichlich Nahrung gefunden hatte, konnte der Brand erst nach einer Stunde gelöscht werden. Allerdings hatten sich unter den Trümmern zahlreiche Brandnester gebildet, die nach und nach gelöscht werden mussten. Um das Gebäude rauchfrei zu bekommen, wurden zwei Hochdrucklüfter eingesetzt, einer davon über eine Drehleiter. Gleichzeitig wurde mit Wassersaugern das Löschwasser wieder aufgenommen.

Schließung angeordnet
Wegen der erheblichen Einsturzgefahr wurden vorübergehend alle Rettungskräfte aus dem Gebäude abgezogen und ein Statiker geholt. Auf dessen Empfehlung hin wurden die Feuerwehrleute nur noch in bestimmten Bereichen eingesetzt. Die Polizei ordnete zudem die Schließung und weiträumige Sperrung des Büro- und Schulgebäudes an.

Zusätzliche Gefahr ging von der durch die Hitze stark beschädigten Blechverkleidung der Fassade aus. Durch Windböen wurden immer wieder Teile abgerissen, die dann aus großer Höhe herab stürzten. Die losen Teile wurden über die Drehleiter entfernt. Die Feuerwehr Bretten war bis zum Nachmittag gefordert.

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2 Antworten zu Einsturzgefahr nach Großbrand

  1. l-rd sagt:

    Zwischen 7.00 Uhr (Alarmierung durch Anlieger) und gegen 7.45 Uhr (Ausbruch des Feuers nach Angaben der Feuerwehr) liegen immerhin 45 Minuten. Der Zeitunterschied ist doch beachtlich. Mir ist er unerklärlich.

  2. Proll sagt:

    In Bretten brennt’s ein wenig oft in den letzten Monaten. Aber was soll’s, die neue „Messehalle“ im Grüner ist doch ein schönes Beispiel, dass so ein Feuerle auch sein Gutes haben kann !
    Mal schaun, was für Pläne jetzt für das Gebäude in der Wilhelmstrasse aus den Schubladen auftauchen….

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