Baustelle + Maut = Dauerstau in Bretten

Nächste Woche wird die Melanchthonstraße gesperrt

Von unserem Redaktionsmitglied Rudolf Baier

Bretten. Verstopfte Straßen, Autoschlangen, Staus überall in Bretten — und es kommt noch schlimmer. Nächste Woche, so kündigte Oberbürgermeister Metzger im Gemeinderat an werde es einen weiteren Höhepunkt im Brettener Verkehrschaos 2005 geben: Zunächst wird ab Mittwoch, 14. Dezember, vom frühen Morgen an die Melanchthonstraße vom Alexanderplatz stadteinwärts gesperrt. Das soll bis Freitag, 16 Uhr, dauern. Anschließend wird Brettens westliche Ausfallstraße sogar komplett dicht gemacht. Wegen Fräsarbeiten geht dort von Freitagnachmittag bis voraussichtlich Samstag, 9 Uhr, überhaupt nichts mehr. ,,700 bis 800 Fahrzeuge pro Stunde müssen umgeleitet werden“, machte Metzger die Dimension ,des Problems deutlich. Mit Verkehrsampeln werde man das Problem wohl nicht in den Griff bekommen. Deshalb sei mit der Polizei vereinbart, dass an den Brennpunkten Beamte den Verkehr von Hand regeln.
Im Radio soll mit Warndurchsagen ständig auf die problematische Situation in Bretten hingewiesen werden.
Immerhin werde durch die Baustelle am Alexanderplatz eine Verbesserung der Verkehrsverhältnisse erreicht, machte Oberbürgermeister Metzger klar. Andererseits werde die verbesserte Leistungsfähigkeit dieses Verkehrsknotens nicht all zu lange vorhalten. Schon nach 2010 sei durch stetig weiterwachsenden Verkehr mit einem Kollaps zu rechnen.

Die wachsende Zahl der Autos, insbesondere der Lastwagen, beschäftigte den Gemeinderat in einem weiteren Tagesordnungspunkt: Maut-Ausweichverkehr auf den Bundesstraßen in Bretten — Forderung von Abhilfemaßnahmen“ hieß es da. Bretten verlangt vor allem die sofortige Wiederaufnahme des vierspurigen Ausbaus der B 35/B 293 (Nordumgehung Bretten) in den Bundesverkehrswegeplan und die Wiederaufnahme der Ausbauplanung durch das Regierungspräsidium. Entlang der Wohngebiete zwischen den Diedelsheimer Dreieck und der Abfahrt Bretten Ost müssten Lärmschutzeinrichtungen gebaut werden, lautet eine weitere Forderung.

Michael Nöltner (CDU) warnte davor, ,,das Kind mit dem Bade auszuschütten“ und den Anlieger- und Lieferverkehr zu sehr zu behelligen. Der CDU-Sprecher sprach sich auch gegen eine Maut für die Benutzung von Bundesstraßen aus. ,,Mit dem Ausbau der Bundesstraßen perfektionieren wir die Maut-Ausweichstrecken“, hielt Otto Mansdörfer von den Grünen den Wünschen der Stadtverwaltung entgegen. Verkehrslenkung sei auch gar nicht der Grundgedanke bei der Maut gewesen, sondern der Ersatz für die hohen Reparaturkosten, die Lastwagen an den Straßen verursachen. Heinz Lang (SPD) pflichtete bei, eigentlich sei eine Maut für die Benutzung aller Straßen die einzig sinnvolle Lösung. Zumal es nicht allein die Maut sei, die Lastwagenfahrer auf Bundesstraßen treibe, sondern auch Staus durch Baustellen und andere Hindernisse. Integriert müsse man die Angelegenheit betrachten schloss sich Oberbürgermeister Metzger diesen Überlegungen an und sprach sich für eine ganzheitliche Straßenbenutzungsgebühr aus.

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