Trotz des kirchlichen Segens endet der Markt am Sonntag

Brettener Kirchenvertreter hatten keine Probleme mit der von Händlern und Beschickern gewünschten Verlängerung
Von unserem Redaktionsmitglied Thilo Kampf
Bretten. Am Sonntag ist definitiv Schluss auf dem Marktplatz: Hatte es gestern Nachmittag noch danach ausgesehen, dass der Weihnachtsmarkt um eine Woche (bis zum 18. Dezember) verlängert würde, beugte sich Oberbürgermeister Paul Metzger am frühen Abend ,,der Kraft des Faktischen“: Bei einer Befragung von Seiten der Stadt hätten sich elf der insgesamt 27 Beschicker und Buden-Betreiber gegen eine Verlängerung ausgesprochen. ,,Damit war klar“, begründete Metzger seine endgültige Ablehnung des Ansinnens, ,,dass es nur noch ein Torso-Markt gewesen wäre. Und das wollen wir auf keinen Fall.“
Nachdem die BNN in ihrer Mittwochsausgabe über die Forderung zahlreicher Beschicker und Besucher des Weihnachtsmarktes und Vertretern des innerstädtischen Handels nach einer Verlängerung um eine Woche berichtet hatte, hatte Metzger zunächst seine Zustimmung signalisiert. Es müsse, so die Forderung des Verwaltungschefs, freilich gewährleistet sein, dass möglichst alle Buden auch weiterhin geöffnet blieben und für ein Rahmenprogramm gesorgt werde.

Kurz nach Erscheinen des BNN-Artikels habe er mit den Pfarrern der großen Brettener Kirchengemeinden gesprochen, berichtete der OB weiter. Diese hatten sich in einer Stellungnahme gegen die Realisierung eines verkaufsoffenen Sonntags am ersten Advent ausgesprochen, weil dadurch aus der Adventszeit ,,mehr als ohnehin schon eine reine Zeit des Kaufens und Konsumierens“ würde. Metzger hatte die Kirchen seinerzeit mit dem Argument beruhigen wollen, dass der Markt – wie von Einzelhändlern und Beschickern bei einem Treffen im August vereinbart – dafür recht früh ende, nämlich am 11. Dezember.
Die Vertreter der Kirchengemeinden indes sahen gegenüber den BNN ,,keinen direkten Zusammenhang zwischen unserer Forderung nach einem Verbot des verkaufsoffenen Sonntags am ersten Advent und einer möglichen Verlängerung des Weihnachtsmarktes“, wie es Dekanin Gabriele Mannich formulierte. Wenn es nun der Wille der Beschicker und des Handels sei, dass der Markt eine Woche länger offen habe, und wenn ein faires Miteinander gewährleistet sei, habe sie damit ,,kein Problem.“

Ins gleiche Horn blies Pfarrer Dietrich Becker-Hinrichs: ,,Der Weihnachtsmarkt selbst tut der vorweihnachtlichen Besinnung keinen Abbruch,“ erklärte der evangelische Geistliche. Schließlich gebe es dort auch gemeinnützige Stände – und beim Glühwein (,,Der gehört für mich zum Advent“) käme man mit anderen Menschen ins Gespräch.
Auch Christa Franck, seit kurzem Vorsitzende des katholischen Pfarrgemeinderates, hatte nach eigenem Bekunden nichts gegen eine Verlängerung: ,,Wenn sich die Beschicker und die Anwohner einig sind, könnte man den Weihnachtsmarkt von mir aus auch noch bis zum vierten Advent laufen lassen.“ Warum der OB seine Zusage gegenüber den Kirchen als Argument für das Markt-Ende am 11. Dezember anführe, könne sie nicht recht nachvollziehen. Christa Franck: ,,Ich bin mir nicht sicher, ob das eine so viel mit dem anderen zu tun hat.“ Der katholischen Kirche sei es damals lediglich um die Verurteilung des Kommerzes am ersten Adventssonntag gegangen.

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