Fünf Millionen für Malag-Gelände

Stadt einziger Bieter
BRETTEN. Eigentlich war das Ganze ein überaus nüchterner Vorgang. Banker und professionelle Geldanleger verstehen es eben, die knisternde Spannung, die so ein Millionending mit sich bringt, cool hinter Nadelstreifenanzügen zu verbergen. Im vollen Sitzungssaal des Brettener Amtsgerichts kam der immer noch ansehnliche Rest des einst stolzen und traditionsreichen Elektrospeicher-Herstellers Malag unter den Hammer, ein knapp zwei Hektar großes Grundstück, dessen Verkehrswert auf 12,5 Millionen Mark taxiert wurde.

Rechtspfleger Gunter Lehner eröffnete 15 Minuten nach 14 Uhr die Bieterstunde; trotz mehrfacher Aufforderung gab es zunächst kein Gebot. Da meldete sich Oberbürgermeister Paul Metzger zu Wort, mit dem Hinweis, daß das ehemalige Malag-Gebäude im Bereich eines zu erstellenden Bebauungsplans liege, für den die Stadt Bretten eine Veränderungssperre erlassen hat. Ein Wink mit dem Zaunpfahl: Jeder Interessent, den es gelüsten könnte, hätte unter diesen Umständen mit erheblichen baurechtlichen Auflagen und Schwierigkeiten zu rechnen.

Darauf begab sich Geschäftsführer Bux von der stadteigenen Brettener Kommunalbaugesellschaft zum Vorsitzenden und legte Vollmachten und Beglaubigung vor. Wenig später teilte Lehner das erste Gebot mit: Die Melanchthonstadt war mit fünf Millionen Mark in den Ring gestiegen. Dabei blieb es, niemand zeigte sich bereit, mehr Kapital einzusetzen. Am 20. Dezember soll in Bruchsal der endgültige Gerichtsbeschluß verkündet werden.

Immerhin haben in die Zwangsversteigerungsvermerke mehrere Geldinstitute (vor allem die Brettener Sparkasse und die Deutsche Bank) sowie private Gläubiger ihre Forderungen an das bankrotte Familienunternehmen eintragen lassen, insgesamt zwölf Millionen Mark. Da werden also einige der Geldgeber leer ausgehen.
uh

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