Gehen morgen die Lichter aus?

Mit Klimaschutz-Aktion sollen möglichst viele Bürger mobilisiert werden
Frankfurt/Main. Bei einer Klimaschutz-Aktion sollen morgen für fünf Minuten bundesweit die Lichter ausgehen. Ein Bündnis aus „Bild“-Zeitung und den Umweltorganisationen BUND, Greenpeace und WWF hat zum Weltklimatag (8. Dezember) dazu aufgerufen, sich an der Aktion „Licht aus! Für unser Klima“ zu beteiligen. An möglichst vielen Orten sollen von 20 bis 20.05 Uhr die Lichter ausgeschaltet werden. Mit ihrer symbolträchtigen Aktion ernteten die Verantwortlichen aber auch Kritik: So befürchten Energieexperten, das Vorhaben könne zu einem flächendeckenden Stromausfall führen.

Die großen Netzbetreiber machen sich schon Gedanken, wie sie sich auf den plötzlichen Abfall der Stromlast im Leitungssystem vorbereiten können, wie die Tageszeitung „Die Welt“ berichtet. „Wir finden eine symbolische Aktion zum Klimaschutz eigentlich toll“, sagte Klaus Kleinekorte, Geschäftsführer von RWE Transportnetz Strom, dem Blatt. „Aber wenn zu viele Menschen mitmachen, drohen ernste Gefahren für das gesamte europäische Stromnetz, in dem Stromerzeugung und Stromverbrauch permanent im Gleichgewicht gehalten werden müssen.“

Einige Sorge bereite den Betreibern auch, dass sich immer mehr Großverbraucher an der Licht-aus-Aktion beteiligen wollen, darunter auch die Konzernzentralen von Telekom, T-Mobile, BMW, Porsche und Bosch. Auch weltberühmte Bauten wie das Brandenburger Tor in Berlin, der Kölner Dom oder das Schloss Neuschwanstein sollen für fünf Minuten im Dunkeln stehen.
Sollte trotz aller Gegenmaßnahmen eine größere Überlast bestehen, „würden die automatischen Sicherungssysteme dafür sorgen, dass Übertragungsleitungen und damit auch großflächig Netzkunden abgeschaltet werden“, sagte Joachim Vanzetta, Leiter der RWE-Netzzentrale. „Ein möglicherweise großflächiger Stromausfall ist dann nicht mehr auszuschließen“, sagte er. Berechnungen der RWTH Aachen ergaben dem Bericht zufolge, dass bei etwa zehn Millionen teilnehmenden Haushalten eine Gefahr für die Netzstabilität droht.

Mitmachen kann laut den Veranstaltern von der Klimaschutz-Kooperation „Rettet unsere Erde“ jeder: Alle Privathaushalte, aber auch Städte, Gemeinden, Unternehmen, Verbände und Organisationen sollen ab 20 Uhr für fünf Minuten Zimmer-, Landschafts- oder Weihnachtsbeleuchtungen abschalten. Für die Sicherheit notwendiges Licht bleibe natürlich eingeschaltet.
Mit einer eigenen Aktion will der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) gemeinsam mit anderen Organisationen für mehr Klimaschutz werben. „Fünf Minuten Licht aus fürs Klima mag vielleicht Symbolcharakter haben. Doch wir können und müssen mehr tun“, teilte der Nabu gestern mit. Deswegen sollten die Bürger im Rahmen der Aktion „Licht an! Aber richtig“ die fünf Minuten Dunkelheit nutzen und daheim herkömmliche Glühbirnen durch Energiesparlampen ersetzen und möglichst rasch auf Ökostrom umsteigen. Das von der Bundesregierung verabschiedete Klimapaket „reicht noch lange nicht, um die deutschen Klimaziele zu erreichen“, erklärte die Organisation. BNN/AP

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4 Antworten zu Gehen morgen die Lichter aus?

  1. i-L sagt:

    Und die stromsparenden Beleuchtungen auf den Weihnachtsmärkten sind inzwischen in Betrieb.

  2. F. M. sagt:

    Keine Gemeinde und Stadt, die etwas auf sich halten, verzichten auf den elektrischen Lichterglanz in der Adventszeit. – Seltsam!

  3. Siegb. Querf. sagt:

    Sie stehen im Dunkeln und merken es nicht.

  4. Tab. sagt:

    Bei vielen sind die (geistigen) Lichter bereits ausgegangen.

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