Unterschriften an Landes-Forstpräsident Dr. Wangler übergeben

Ein alter, gewachsener Wald ist in einem Menschenalter nicht zu ersetzen !

Am 14.7.2004 übergaben die Vertreter der Initiative Rüdtwald die 6000
Unterschriften an den Landes-Forstpräsidenten Dr. Wangler.
von links : Dr. Wangler, G.Dittes BUND, F.Cizerle BAK

Hier Auszüge aus der Rede des BUND Ortsvorstandes G. Dittes zur Übergabe der Unterschriften :

Die Erhaltung intakter Wälder steht heutzutage zweifelsohne außer Frage.Deshalb ist es den Erholungssuchenden des Rüdtwaldes unverständlich, wenn eine Gemeinde wie Bretten im Kraichgau alle kommunalpolitischen Register zieht, um 22 ha des Gemeindewaldes in ein Industriegebiet umzuwandeln. Und dies ohne Not !
Dabei gibt es viele gute Argumente, die für die Erhaltung des Rüdtwaldes sprechen. Nur die wichtigsten möchte ich hier nennen :

  • Der Rüdtwald zwischen Bretten und Oberderdingen gelegen, gehört zum Naturpark Stromberg-Heuchelberg.
  • Eine Umweltverträglichkeitsstudie hat den hohen ökologischen Wert dieses Waldes bestätigt.
  • Er ist Lebensraum für zahlreiche gesetzlich geschützte Tiere und Pflanzen: Amphibien wie Springfrosch, Salamander, Bergmolch, – Pirol,   und ein halbes Dutzend Orchideenarten.
  •  Ein Eingriff in den Wald würde die Springfroschpopulation auslöschen. Der Springfrosch ist eine besonders geschützte Amphibienart.
  • Durch die Ausweisung des benachbarten Industriegebietes wurde der Lebensraum für Laubfrosch und Gelbbauchunke bereits vernichtet, der Bestand ausradiert.
  • In der Umgebung von Bretten gibt es insgesamt 330 ha bereits erschlossener brachliegender Gewerbeflächen.Um Arbeitsplätze zu erhalten sind die Nachbargemeinden zur interkommunalen Zusammenarbeit bereit. Es gibt also keinen vernünftigen Grund und keinen ökonomischen Zwang, diesen Wald abzuholzen !
  • Auch die gesetzlich vorgeschriebene Ersatzaufforstung ist, unter dem Aspekt des Flächenverbrauchs betrachtet, keine Lösung Die Brettener Landwirte, die im vergangenen Jahrzehnt rund 160 ha besten Kraichgauer Ackerboden verloren haben, würden weitere 30 ha Produktionsfläche verlieren.

Und was uns alle nachdenklich machen sollte : Das Engagement der Bürger, die sich für die Erhaltung des Waldes einsetzen, wurde mit Füßen getreten. Die vom Brettener OB Metzger immer wieder öffentlich versprochene breite Bürgerbeteiligung – Waldabholzung nur mit breiter Zustimmung der Bürger – hat sich als unwahr herausgestellt. Der OB hat sich mit der Mehrheit des GR für die Waldumwandlung ausgesprochen, ohne die Bürger zu fragen. Oder anders ausgedrückt : Über ihren Wald dürfen die Brettener Bürger nicht entscheiden.

Aber es gibt in Bretten massiven Widerstand gegen die Abholzungspläne.
Der Ortschaftsrat Gölshausen – der betroffene Ortsteil von Bretten – hat sich einstimmig für die Erhaltung des Rüdtwaldes ausgesprochen (u.a. wegen der Hochwassergefährdung. Bei einer Waldumwandlung würden sich die Hochwasserspitzen um den Faktor 10 erhöhen).

Die Naturparkverwaltung Stromberg-Heuchelberg ist der Ansicht, dass ein solcher Eingriff unbedingt unterbleiben sollte. Die Brettener Bevölkerung setzt sich in zahlreichen Leserbriefen für die Walderhaltung ein. Auf unserer Internetseite, die weit über die Landesgrenzen hinaus gelesen wird, haben sich über 95% der Besucher für die Erhaltung des Waldes ausgesprochen. Von den Einträgen ins Gästebuch möchte ich nur drei zitieren:

„Im Angesicht von Alternativen für die Ansiedlung von Industrie empfinde ich es als ein Verbrechen, wenn ein intakter Wald gerodet und die Fläche einer zweifelhaften wirtschaftlichen Nutzung zugeteilt wird. „

„Ich meine, wir können uns solche Verluste an Heimat und gesunder, artenreicher Umwelt heute nicht mehr leisten. Und: Neue Arbeitsplätze bringt solche Naturzerstörung auch nicht. „

„Die Brettener Gemeinderäte, die für das Abholzen des Rüdtwaldes gestimmt haben, sind wohl von allen guten Geistern verlassen! Heutzutage Wald abholzen zu wollen zeugt von einem Ökologieverständnis wie im Mittelalter. Obwohl eine mit Steuergeldern durchgeführte Umweltverträglichkeitsstudie den Eingriff in den schützenswerten Rüdtwald für die denkbar schlechteste Lösung hält, werden die Planungen für die Abholzung weiter vorangetrieben. Dies geschieht mit einer beispiellosen Missachtung der vielen Bürger, die sich mit guten Argumenten für die Erhaltung ihres Waldes einsetzen. Haben die Brettener Gemeinderäte Demokratie durch die Arroganz der Macht ersetzt?

Sehr geehrter Herr Forstpräsident, hiermit überreiche ich Ihnen 6000 Unterschriften von besorgten Bürgern, die den Rüdtwald erhalten wollen. Jede einzelne Unterschrift ist die Bitte an Sie, sich für die vollständige Erhaltung des Rüdtwaldes einzusetzen.

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