Nicht nur für Knittlinger Firmen offen

KNITTLINGEN. Bürgermeister Heinz-Peter Hopp will die gewerbliche Entwicklung der Fauststadt vorantreiben. Ein wichtiger Meilenstein ist die Erschließung des neuen Gewerbegebiets „Knittlinger Kreuz“ an der B 35.
Von Lothar Neff

„Wir handeln antizyklisch“, betonte Hopp gestern beim Spatenstich. „Wir schaffen Platz für neue Arbeitsplätze.“ Investiert werden rund drei Millionen Euro für die Erschließung sowie 2,3 Millionen Euro für den Ausbau der Wasserversorgung mit neuem Hochbehälter. Das Areal am Knittlinger Kreuz werde man auch auf der größten europäischen Fachmesse für Gewerbeimmobilien – der Expo Real 2009 – im Oktober in München offensiv vermarkten, erläuterte der Bürgermeister gestern im Gespräch mit der PZ.

Dem symbolischen Startschuss für die Erschließung ging ein jahrelanges politisches Tauziehen um das neue Gewerbegebiet voraus. Im Regionalplan ist nach wie vor ein Interkommunales Gewerbegebiet vorgesehen. Bislang zieren sich die potenziellen Partner in den Nachbargemeinden noch. Doch Knittlingens Bürgermeister ist nach wie vor zuversichtlich, dass mit der schrittweisen Vermarktung des 25 Hektar großen Areals weitere Kommunen mit ins Boot kommen. Die Hand nach Bretten ist ausgestreckt. Auch Maulbronn, Ölbronn-Dürrn, Ötisheim, Neulingen und Sternenfels könnten sich noch beteiligen. „Es ist aktuell der letzte zur Verfügung stehende Standort für ein Interkommunales Gewerbegebiet im Enzkreis“, ergänzte Landrat-Stellvertreter Wolfgang Herz. Die Erschließung durch die Stadt Knittlingen sei ein mutiger Schritt. Und Hopp hat klare Vorstellungen, welche Firmen sich in den kommenden Jahren dort ansiedeln sollen. „Wir wollen mittelständische Unternehmen mit innovativem Charakter und keine klassischen Industriebetriebe.“ Dabei spekuliert der Schultes neben Neuansiedlungen von außerhalb auf Vorzeige-Unternehmen aus Knittlingen, die neue Entwicklungsmöglichkeiten suchen. Frei werdende Gewerbeflächen im Ort könnten dann städtebaulich umgewandelt werden, um die Infrastruktur und das Wohnumfeld in der Fauststadt zu verbessern.

Krisenresistente Unternehmen
In Knittlingen ist die Welt noch in Ordnung: Florierende Betriebe kommen aus der Medizintechnik, dem Kunststoff- und Formenbau sowie der Edelstahlverarbeitung. Weltmarktführer sind darunter wie die Medizintechnik-Firma Richard Wolf mit 1400 Beschäftigten weltweit, davon über 1000 in der Fauststadt. Wolf gehört zu den führenden Herstellern hochwertiger Produkte für die endoskopische Diagnose und Therapie in der Human- und Veterinärmedizin. Auch in der Luftfahrt kommen die Endoskope – etwa bei Inspektionen – zum Einsatz. In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie wiederum finden Edelstahlleitungen und Ventile von Kieselmann Verwendung. Rund 230 Mitarbeiter sind am Standort beschäftigt. Die Firma Neumo wurde im Jahre 1947 von Senator h.c. Henry Ehrenberg als Armaturenfabrik für die Lebensmitteltechnik gegründet. Daraus hat sich die weltweit agierende Neumo-Ehrenberg-Gruppe entwickelt, die mit Produktionsstätten und Handelshäusern auf vier Kontinenten und 1500 Mitarbeitern vertreten ist. Neumo produziert Armaturen, Apparate und Rohre für Pharmazie, Biotechnologie, Chemie und Lebensmitteltechnologie.

In der Medizintechnik kommt das Know-how der 1969 gegründeten Firma Schlosser zum Einsatz. Unter Leitung des geschäftsführenden Gesellschafters Peter Pronath entwickelte sich ein technologisch führendes Kunststofftechnik-Unternehmen mit 120 Beschäftigten. Hergestellt werden Pipetten und medizintechnische Verbrauchsprodukte, die in dreistelliger Millionenstückzahl die High-Tech-Produktionsstätte in Knittlingen verlassen.

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1 Antwort zu Nicht nur für Knittlinger Firmen offen

  1. G. H. sagt:

    S. oben 3. Absatz Satz 5:

    „Die Hand nach Bretten ist ausgestreckt.“

    Heißt heute: War ausgestreckt!

    Interkommunales Gewerbegebiet: Ein Brettener Fremdwort!

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