Leserbrief zum Bericht „Vergebliches Warten auf Antworten“ in der BNN vom 7.5.18
von Gunter Lange
Auftreten und Verhalten von Erzbischof Stephan Burger am 6. Mai in Bretten zeigt mir einmal mehr, dass die christlichen Kirchen auch im 21. Jahrhundert leider immer noch nichts begriffen haben. Die Menschen wollen Antworten auf die sie fundamental bedrängenden Fragen. Angefangen von der Causa Caritas in Bretten bis hin zu Digitalisierung und zu künstlicher Intelligenz. Die Antwort von Erzbischof Burger zum Thema Caritas, er wisse „viel zu wenig, was gelaufen sei“, erinnert mich doch stark an die Verleugnungen des Petrus in Matthäus 26, 69-75. Für mich sind die meisten unserer oberen Kirchenvertreter längst von moralischen Vorbild-Instanzen zu Kirchenfunktionären geworden, die sich mit den Mächtigen dieser Welt gemein machen. Gerade dies hat aber Jesus von Nazareth nicht gepredigt.

Der Mensch wurde nicht an einem Tag erschaffen. Er hat sich durch die von Gott gegebenen Naturgesetze auf unserem Planeten Erde zum intelligentesten Lebewesen entwickelt. Als solches schickt er sich durch die Schaffung von künstlicher Intelligenz, die sich dann schneller von selbst weiterentwickeln kann als der Mensch, gerade an, sich irgendwann abzuschaffen. Hier wären die Kirchen gefragt, an ethischen Konzepten mitzuarbeiten, die solche wie andere Weltprobleme in überlebensfähige Bahnen lenken. Statt dessen verharren die meisten ihrer Vertreter aus meiner Sicht in Wort und Verhalten in abgehobenem Pomp, statt sich an Papst Franziskus und seinem Namensgeber ein Beispiel zu nehmen. Nicht durch die Selbsterhöhung kann man moralisch-ethische Autorität gewinnen, sondern nur durch eigenes Vorleben der gepredigten moralischen Ansprüche, wie es Jesus von Nazareth eben getan hat. Vor dieser Autorität hat sich der römische Hauptmann niedergeworfen, bevor Petrus zu ihm gesagt haben soll: „Steh auf, ich bin auch nur ein Mensch.“

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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