Enzkreis prescht vor bei doppelter Buchführung

Enzkreis (kol). Wenn das „Hohe Haus“ der Enzkreis-Verwaltung in Person des Landrats und seines Finanzdezernenten am heutigen Montag den Etatentwurf für das Jahr 2009 dem Kreistag vorstellt, wird haushaltstechnisch nichts mehr sein, wie es einmal war. Die Kreisräte werden künftig in „Produkt-Einheiten“ denken müssen. Jahrzehntelang war’s die gleiche Systematik: Jeweils zehn Einzelpläne im Verwaltungs- wie im Vermögensetat. Doch Baden-Württemberg krempelt alles um.

Statt der allen Kommunalpolitikern in der Regel vertrauten kameralistischen Haushaltsführung gibt’s künftig den sogenannten Produkthaushalt. Bis in die zweite Hälfte des nächsten Jahrzehnts hinein lässt der Gesetzgeber in Baden-Württemberg den Kommunen und Landkreisen Zeit, das neue Haushaltsrecht einzuführen.
Die Enzkreis-Verwaltung ist derweil landesweit Vorreiter: Faktisch im ersten Landkreis im Südwesten halten Landrat Karl Röckinger und Kämmerer Frank Stephan ihre „Jungfernreden“ zur Haushaltseinbringung nach neuem Strickmuster. Tragendes Fundament hierfür sind künftig die Abschreibungen, wie sie in der freien Wirtschaft gang und gäbe sind. Der Hintergrund: Weil jede Investition – gleich ob ein Computerprogramm (schnell), ein Fahrzeug (binnen einiger Jahre) oder ein Gebäude (über Jahrzehnte) systematisch an Wert verliert, muss dieser „Verlust“ im übertragenen Sinn dem künftig sogenannten Ergebnis-Haushalt (ein Stück weit vergleichbar mit dem seitherigen Verwaltungshaushalt) quasi in Rechnung gestellt werden.

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