Polizei warnt Krawallmacher

Viele Jugendliche werden nach Zerstörungen ermittelt – Posten in Maulbronn meldet Rowdys an Führerscheinstelle
MÜHLACKER/MAULBRONN. Wegen des zunehmenden Vandalismus im östlichen Enzkreis hat die Polizei ihre Taktik geändert. Sie fährt immer öfter im Zivilauto vor und meldet Rowdys an die Führerscheinstelle des Landratsamtes.

Die Polizei rüstet sich in Mühlacker für die Nacht vor dem 1. Mai, für die Walpurgisnacht. „Wir wollen erheblich mehr Beamte bis hin zur Kripo in dieser Nacht im Einsatz haben“, sagte Polizeisprecher Wolfgang Schick zur PZ. Die zum Teil in Zivil und mit neutralen Autos operierenden Streifen sollen die Brennpunkte für Vandalismus unter die Lupe nehmen. Dazu gehöre das Supermarkt-Gelände mit seinem Parkdeck an der Bahnhofstraße in Mühlacker ebenso wie Bushaltestellen, Plätze am Waldrand oder Bahnhöfe. Die Streifenpläne der Posten und des Reviers seien der Entwicklung angepasst worden.

Sicherheitsdienst in Knittlingen
Außerdem beklagt Tiefbauamtsleiter Fritz Schick, die Schäden durch Vandalismus in der Stadt überstiegen bereits 10 000 Euro im Jahr. Vor wenigen Tagen hätten Unbekannte aus der Burgruine Löffelstelz Bauholz entwendet. Sitzbänke und Spielgeräte würden häufig beschädigt. Heute habe der Bauhof alle üblichen Wandfarben vorrätig, um Graffiti-Schmierereien „so zeitnah wie möglich“ übermalen zu können. Mit der Polizei sei es gelungen, einige Täter zu ermitteln.

In Knittlingen schützt seit Monatsanfang vorwiegend an den Abenden eines Wochenendes ein privater Sicherheitsdienst die Faust-Schule. „Das zeigt Wirkung. Seitdem sind keine Schäden mehr aufgetreten“, sagte Hauptamtsleiter Stephan Hirth. „Die Stadt macht vom Hausrecht Gebrauch“, erläuterte Rolf Tautphäus, der auch für Knittlingen zuständige Postenführer der Polizei in Maulbronn. Seine Mitarbeiter ändern ihre Strategie: Sie fahren diese Brennpunkte in neutralen Autos an. Außerdem sind Jugendschutz-Streifen in Zivil unterwegs. Tautphäus schöpft alle rechtlichen Möglichkeiten aus. Wenn junge Leute öffentliche Einrichtungen demolieren, erhält die Führerscheinstelle des Enzkreises eine Mitteilung. „Dann muss der Jugendliche länger auf seinen Führerschein warten“, zeigte der Polizei-Praktiker auf.

Ein Schüler aus Sternenfels musste 30 Stunden an gemeinnütziger Arbeit leisten. In den Osterferien musste er Sitzbänke im Dorf streichen. Nun ärgert Hauptamtsleiter Norman Tank, dass Bäumen an der Gießbachhalle in Diefenbach die Kronen mit Messern abgeschnitten wurden.
Am Stadtbahn-Haltepunkt in Ölbronn will die Bahn zerstörte Scheiben nicht mehr ersetzen. Der Schaden erreiche 5000 Euro. „Die mutwillige Zerstörung hat mich sehr verärgert“, sagte Schultes Norbert Holme.
In Ötisheim soll der ermittelte Täter 10 000 Euro für einen angezündeten Spielplatz in Schönenberg bezahlen.
In Oberderdingen ist eine Polizeiverordnung in Kraft getreten, die übermäßigen Alkoholkonsum junger Menschen beim Maifest am Derdinger Horn verhindern soll. Kontrollpunkte werden an den Zugängen aufgebaut. Im Vorjahr waren 400 Jugendliche in Ekstase geraten.
Zwei Mädchen im Alter von 15 und 17 Jahren mussten aufgrund ihres hohen Alkoholkonsums im Krankenhaus in Bretten behandelt werden.

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