Vorbeugung gegen Vandalismus rund um die Knittlinger Schule – Strahler sollen das Gelände ausleuchten.
Knittlingen – Die Stadt Knittlingen geht einen neuen Weg, um Vandalen davon abzuhalten, während ihrer nächtlichen Gelage auf dem Schulhof Schaden anzurichten. Seit kurzem wacht ein privater Sicherheitsdienst an den Wochenenden über das Gelände.
VON CAROLIN BECKER
Dass seit mittlerweile drei Wochen jeweils in der Nacht auf Samstag und Sonntag Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes auf dem Schulhof patrouillieren, „ist kein Geheimnis“, wie der Knittlinger Hauptamtsleiter Stephan Hirth betont, hat aber in der jüngsten Gemeinderatssitzung doch einige in der Runde überrascht. „Wir hätten heute ohnehin darüber informiert“, bestätigte Hirth eine entsprechende Anfrage des Stadtrats Frank Knodel.
„Eine Firma aus Gondelsheim war bisher an drei Wochenenden im Einsatz, freitags und samstags jeweils von 22 bis maximal 2.30 Uhr“, erläutert Stephan Hirth im Gespräch mit unserer Zeitung. Den Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes Michael Fastenmaier sei für diesen Zeitraum das Hausrecht übertragen worden, sodass sie Platzverweise aussprechen könnten. „Bisher trägt die Maßnahme sehr gute Früchte“, berichtet Hirth. Die Sicherheitsleute gingen auf die nächtlichen Besucher des Schulhofes zu und suchten das Gespräch mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die, wie sich der Hauptamtsleiter selbst überzeugt hat, „querbeet“ allen Bevölkerungsgruppen entstammten und teils zu Fuß, teils in größeren Gruppen mit dem Bus und teils mit Mopeds und Mofas das Gelände als Treffpunkt ansteuerten.
„Unsere Mitarbeiter werden extern bei der IHK geschult, intern weitergebildet und objektbezogen eingesetzt“, erläutert Michael Fastenmaier, der sich 2001 mit seiner Sicherheitsfirma selbstständig gemacht hat. Diese betreue unter anderem Diskotheken, arbeite für die Stadt Bretten – und habe häufig auch mit Jugendlichen zu tun. Diese anzusprechen und vom Schulgelände zu lotsen, auf dem sie sich, wie es auch die Beschilderung ausweist, nach 22 Uhr nicht aufhalten dürfen, sei keine einfache Aufgabe, gerade dann, wenn die jungen Leute alkoholisiert und leicht aggressiv seien. „Da hilft es nichts, groß rumzuschreien“, weiß der Firmeninhaber. Ruhig und sachlich gelte es zu bleiben. „Bis jetzt haben’s alle verstanden“, zieht Fastenmaier Zwischenbilanz. Die Polizei habe nicht hinzugezogen werden müssen.
Abgerückt ist die Stadtverwaltung mittlerweile von der Idee, eine Überwachungskamera zu installieren. Hier bestünden verfassungsrechtliche Bedenken, sagt Stephan Hirth. Um lichtscheue Gesellen vom Gelände zu vertreiben, würden aber demnächst auf dem Dach der Sporthalle Strahler angebracht, die den Schul- und den Busbahnhof ausleuchten sollen, ohne Verkehrsteilnehmer oder Nachbarn zu blenden. „Außerdem ergibt sich von Juni an eine Änderung im Busfahrplan“, entnimmt der Hauptamtsleiter einem Schreiben des Landratsamts. Wenn zukünftig die Linie, die zwischen 23 Uhr und Mitternacht in Richtung Mühlacker verkehrt, rund 20 Minuten früher abfahre, verkürze sich die Wartezeit für viele jugendliche Besucher von Knittlinger Lokalen, die bisher bis zu einer Stunde auszuharren hätten – eine Zeit, die von vielen „genutzt“ werde, um weiter Alkohol zu konsumieren. „Wer bereits im Bus sitzt, kann keine Flaschen an der Haltestelle mehr zerschlagen“, erhofft sich Stephan Hirth auch von dieser Maßnahme eine Entschärfung der Situation.
Ob aus dem zunächst modellhaft angelegten Einsatz des privaten Sicherheitsdienstes eine Dauerlösung wird, müsse der Gemeinderat entscheiden, sagt Hirth. Abzuwägen sei hier – wie auch bei der von der Schule vorgeschlagenen Variante, einen Zaun um das Gelände zu ziehen – der Kosten-Nutzen-Faktor.
„Relativ günstig“ seien die Dienste der Sicherheitsfirma, hält sich Hirth zwar hier mit konkreten Zahlen bedeckt, hat aber eine andere Summe parat: Schäden von insgesamt genau 9831 Euro seien im Jahr 2006 rund um Schule und Busbahnhof zu beklagen gewesen.
Erneute Ausbrüche von Vandalismus hat Schulleiter Roland Evers, der die Maßnahme der Stadt an sich nicht kommentieren will, in den vergangenen Wochen nicht mehr festgestellt. „Verschmutzungen gab es, aber die Verhältnisse haben sich verbessert. Offenbar hat die Präsenz des Sicherheitsdienstes Wirkung gezeigt“, lautet das erste Fazit des Rektors.