Ein Gefühl des Lebens

von council 13
Von Wohnungen geht ein Gefühl des Lebens von Menschen ganz wesentlich aus. Auch in Bretten und Gondelsheim.
Die Erwartung bezüglich des Wohnens ist schon lange nicht mehr deutlich zu erkennen. Vater Staat hat sich von einer aktiven Rolle im Wohnungsbau verabschiedet. Die Entwicklung hat er dem freien Markt überlassen. Nun scheint er jedoch als Investor wieder gefragt zu sein. Nur das Arbeitspensum von Wohnungszahlen oder von geforderten Quadratmetern zu bearbeiten, wird nicht weiterhelfen.

In den Städten braucht es bezahlbaren Wohnraum – auch in Bretten – . Nur die Bodenpreise scheinen auf Rekordniveau zu stehen. Allerdings wird davon in der Öffentlichkeit nichts bekannt. Die Investoren und Planer bleiben unter sich. Und im Bauprozess zu sparen, geht dann zu Lasten von Qualität. Die Bauleitplanung steht sicherlich ganz obenan als zentrales Instrument für eine städtebauliche Entwicklung. Hier können das Amt für Umwelt und Technik und der Baubürgermeister zeigen, wie eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung auszusehen hat. DIN-Wohnräume werden auch bei uns gebaut, die dann sogar noch sehr teuer sind. Sicherlich gibt es vielerorts beispielhafte Projekte mit maßvollen Kosten und erstaunlichen Qualitäten. Aber sie bleiben weiterhin die Ausnahme.

Ob das entstandene Wohngebiet Schlossbuckel in Gondelsheim guten und günstigen Wohnungsbau darstellt, bleibt jedem Betrachter selbst überlassen. Nur scheinen mir die Architekten und Planer ihren Aufgaben entsprechend nicht unbedingt als Verfechter einer Baukultur gearbeitet zu haben. Das hat vielleicht zu tun mit den Vorgaben der Entwicklungsgesellschaft.für Erschließung und Projektierung.

In der Verwaltungsgemeinschaft Bretten/Gondelsheim ließen sich ganz einfach Gemeinsamkeiten, mindestens Teilübereinstimmungen, herbeiführen, um das Bauen mit Fehlentwicklungen auszutauschen, was zumindest einer geistigen Anregung und somit einer Bereicherung beider Kommunen gleichkäme. Passend dazu ist die Nachricht, dass nach öffentlicher Information des Bauamtes die Sanierung des Gondelsheimer Ratssaals teurer wird: Von rund 80 000 Euro um rund 10 000 Euro auf rund 90 000 Euro, was einstimmig vom Gemeinderat gebilligt wurde. Wenn einer Kommune etwas Geld ausgeht, dann sorgt eine besondere Art von Selbstbedienungsmentalität dafür, wie man einen Verlust (Gewerbesteuer in der Jahresrechnung 2016) ausgleicht.

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3 Antworten zu Ein Gefühl des Lebens

  1. betrachter sagt:

    …“In den Städten braucht es bezahlbaren Wohnraum – auch in Bretten -. Nur die Bodenpreise scheinen auf Rekordniveau zu stehen. Allerdings wird davon in der Öffentlichkeit nichts bekannt. Die Investoren und Planer bleiben unter sich.“ …

    Das haben die Brettener Nachrichten am 12. Januar 2019 mit einem qualifizierten Bericht beachtenswert veröffentlicht:

    „Bauland wird erneut teurer“

    Durchschnittlich zahlten Käufer nach den Meldungen ans Finanzamt in der Region rund 199 Euro pro Quadratmeter Bauland. Das ist Platz 78 in der bundesweiten Baulandpreis-Bundesliga, unter 403 ausgewerteten kreisfreien Städten und Landkreisen (je weiter hinten, desto niedriger der Quadratmeter-Preis). Baureifes Land kam sogar auf rund 225 Euro (Vorjahr 184 Euro). Diese durchschnittlichen Kaufwerte errechnen sich dabei aus tatsächlichen Grundstücksgeschäften. Basis der Berechnung sind die Daten, die zur Errechnung der Grunderwerbsteuer ans Finanzamt gemeldet werden.

    O. g . Ausführungen vom 20,07.18 wurden – daraus resultierend – bestätigt.

  2. betrachter sagt:

    Wer Wohnraum schaffen will, muss u. a. an die Folgekosten für Neubauprojekte denken, Schulen und Kitas bauen sowie den Nahverkehr ausbauen. Eine stärkere Nachverdichtung im Inneren lässt kaum Wachstum zu. Eine Außenentwicklung auf Acker- und Waldflächen – wie seinerzeitig vorzugsweise Rüdtwald – ist konfliktbehaftet. Der wohl bestehende regionale Flächennutzungsplan wird sicherlich Vorranggebiete für die Landwirtschaft und nur eingeschränkt für Siedlungsflächen ausweisen. Darüber wird in den amtlichen Bekanntmachungen aktuell nichts berichtet.

    Bretten als autogerechte Stadt zu erleben, entspricht in der Wirkung einem schlechten Scherz. Auch Gondelsheim steht hier Bretten um nichts nach. Beispiele der Vergangenheit haben beide seit langem überholt. Und es wird sich nichts ändern. Gestank, Lärm und Staus bilden den Zeitgeist entsprechend ab.

    Eine städtebauliche Sinnhaftigkeit ist gefragt. Nur wer soll sie vorschlagen – ein Gemeinderat, (Bau-) Bürgermeister, Bürgermeister oder auch ein Oberbürgermeister? Der Regionalverband Mittlerer Oberrhein und die vorgenannten Kommunen können sich doch zusammensetzen und sich auf Dringlichkeiten einigen. Die Zahl der arbeitstäglichen Pendler steigt seit Jahren. Straßen und öffentlicher Nahverkehr sind heillos überlastet.

    Bürgerbegehren gegen Bebauungspläne finden so gut wie nie statt, wobei Bürgerbeteiligung wichtig ist, um gute Lösungen zu erreichen. Das setzt natürlich gut aufgestellte Beteiligungsprozesse voraus. Daran fehlt es. Was unsere Region braucht, ist ein regionales Entwicklungskonzept, das Grundlage sein kann für einen neuen überarbeiteten Flächennutzungsplan des Verwaltungsraumes Bretten/Gondelsheim. Die Verbandsversammlung kann dann über das Konzept abstimmen. Wer fühlt sich befähigt und berufen?

  3. betrachter sagt:

    Bei allen Bauprojekten, die in Bretten uind Gondelsheim angegangen werden, lastet man die externen Kosten der Flächeninanspruchnahme nicht hinreichend den Verursachern an. Diese werden von der Allgemeinheit getragen. Dadurch fehlt es an finanziellen Anreizen zum sparsamen Umgang mit Fläche bzw. zum gänzlichen Verzicht auf die Inanspruchnahme von Flächen „auf der grünen Wiese“. Hier haben wir es mit der übermäßigen Siedlungsausweisung – auch im weiteren nördlichen Landkreis Karlsruhe – und mit den Folgekosten der Baulandausweisung durch Aufwendungen für die soziale Infrastruktur zu tun.

    In der Brettener und Gondelsheimer Lokalpolitik herrscht der fiskalische Aspekt vor, denn deren traditionelle „Weisheit“ zu diesem Thema besagt, dass es für sie fiskalisch – rentierlich – ist, wenn zusätzliches Wohn- und Gewerbeland ausgewiesen und bebaut wird. Welche dieser beiden Nutzungsarten allerdings für sie günstiger ist, wissen diese Lokalpolitiker selbst nicht. Es bleibt umstritten. Bretten und Gondelsheim treiben ungeachtet dessen beides weiterhin voran.

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