Nochmals zum ärztlichen Bereitschaftsdienst im Bereich Bretten

bak_logovon Dr. med. Frank Altenstetter
Seit Jahresbeginn ist der Bruchsaler ärztliche Notfalldienst auch für die Hausbesuche der Patienten im Bereich Bretten zuständig, wodurch es zu nicht tolerierbaren langen Wartezeiten gekommen ist. Die zunehmende von allen Seiten geäußerte Kritik wurde jetzt auch von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) als berechtigt angesehen, mit der Zusage, hierauf zu reagieren.
Im Gegensatz dazu sieht der Brettener Notfallpraxisbeauftragte eine Verbesserung der Patientenversorgung , da jetzt die Patientenbehandlung nicht mehr durch Hausbesuche unterbrochen werden muss. Nicht nachvollziehbar ist, weshalb die Kritik an der Verlagerung der Hausbesuche nach Bruchsal als Mangel an Weitblick und Sachkenntnis angesehen wird, wobei noch Eigeninteressen im Kommunalwahlkampf vermutet werden.
Hausbesuch können in der Tat, wie mir aus eigener Erfahrung bekannt ist, störend sein, sind aber für die meisten Patienten nötig und können auch teilweise nicht allzu lange „geschoben“ werden . Daher sind Hausbesuche mit kurzen Anfahrtswegen patientenfreundlicher, weil diese eine entsprechend kürzere Abwesenheit des Arztes bedingen und somit eher „zwischen rein geschoben“ werden können.

Der KVBW liegen alle Behandlungsdaten des Bereitschaftsdienstes über die Patienten der gesetzlichen Krankenkassen vor . Daher hätte man vor Beginn der Umstellung der Hausbesuche eine Zusammenstellung dieser Patientenkontakte über einen repräsentativen Zeitraum durchführen müssen. Eine Erstellung dieser Daten ist jetzt dringend erforderlich , damit objektiv festgestellt werden kann, ob es in Bruchsal im Vergleich zu Bretten entsprechend genügend freie Kapazitäten gibt. Nur dann kann beurteilt werden, ob von Bruchsal die zusätzlichen Hausbesuche mit den erheblich längeren Anfahrtswegen von bis zu deutlich mehr als 1 Stunde ohne Auftreten von unzumutbaren Verlängerungen der Wartezeiten geleistet werden können.

Durch die Verlegung des Fahrdienstes nach Bruchsal sollen durch die Verringerung der Anzahl von Fahrern Kosten eingespart werden. Weshalb werden für die Hausbesuche Fahrer benötigt? Die Hausbesuche im Bereitschaftsdienst können mit dem Navigator genauso wie es unter der Woche von den Hausärzten praktiziert wird allein und ohne ortskundigen Fahrer durchgeführt werden. Da abends bis 23.00 Uhr nur sehr wenige Patientenkontakte bestehen, kann bei den dann auch sehr seltenen Hausbesuchen vor allem bei eingetretener Dunkelheit der ‚Telefondienst auch als Fahrer eingesetzt werden. Die telefonische Erreichbarkeit kann dann durch Umstellung auf das Handy gewährleistet werden. Ab 23.00 Uhr ist es sinnvoll die dann sehr seltenen Hausbesuche von Bruchsal aus zu betreuen.

Der Artikel erschien auch in der Brettener Woche vom 12.3.2014

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