Stadtwerke Bretten planen „flächendeckendes Glasfasernetz“

bak_logoWie aus einer Pressemeldung des Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) hervorgeht, wurde mit den Stadtwerken Bretten, der 100. Netzbetreiber als neues Mitglied begrüßt.
Laut BREKO betreiben die Stadtwerke Bretten „gemeinsam mit anderen Stadtwerken Glasfasernetze und wollen darüber hinaus ein flächendeckendes Glasfasernetz in der nordöstlich von Karlsruhe gelegenen großen Kreisstadt Bretten aufbauen. Der Startschuss hierfür soll noch in diesem Jahr erfolgen.“ Der Geschäftsführer der Stadtwerke, Kleck, begründet den Beitritt folgendermaßen: „Für uns bedeutet die Mitgliedschaft im BREKO eine wichtige Vertretung unserer regulatorischen und politischen Interessen. Darüber hinaus profitieren wir von der Fachkompetenz der Mitarbeiter, die uns schon im Vorfeld wertvolle Informationen übermitteln konnten.“
Die Stadtwerke haben nach eigenen Angaben mit 8 weiteren Stadtwerken aus der Technologieregion Karlsruhe 1999 die gemeinsame Tochter TelemaxX gegründet, einen regionalen Kommunikationsdienstleister im Bereich Daten, Internet und Sprache.

Frage: Welche „regulatorischen und politischen Interessen“ können die Stadtwerke Bretten GmbH, als 100% Tochter der Stadt Bretten verfolgen? Wer gibt den Auftrag der Expansion in Märkte, die nicht zur Deckung der Pflichtaufgaben von Stadtwerken gehören und ist das vorhandene Führungs-Personal befähigt, die Risiken einer solchen Investition zu beurteilen?

Fakt ist, dass die Stadtwerke in der Vergangenheit bereits einige erhebliche Fehlinvestitionen zu verantworten haben, zusammen mit weiteren Investitionen summieren sich zu Verbindlichkeiten von über 20 Millionen Euro (Stand 2012), allein aus der Beteiligung am Kohlekraftwerk Brunsbüttel sind das 800.000,00 Euro. Die gesamte Aufstellung liefert der Leserbrief: „Strompreiserhöhung durch freiwillige Aufgaben und gescheiterte Beteiligungen?

Scheinbar ficht dies das „Führungspersonal“ der Stadtwerke und die im Aufsichtsrat vertretenen Gemeinderatsmitglieder, sowie Oberbürgermeister Martin Wolff nicht zu vergessen, nicht an. Es wird scheinbar nach dem Prinzip gehandelt: Probieren geht über studieren, irgendwann wird doch mal etwas klappen!
Zudem besteht für alle Beteiligten keinerlei Risiko, der Bürger und Kunde, überwiegend die Bürger aus Bretten, werden die Zeche bezahlen müssen. Ein Mitspracherecht gibt ihnen dies freilich nicht, denn die Stadtwerke sind durch die Auslagerung in eine GmbH dem demokratischen Zugriff der Allgemeinheit entzogen, was wohl auch so beabsichtigt ist. Es steht trotzdem jedem Bürger/In frei, die erwähnten Stadträte, als ihre Vertreter, auf dieses Thema anzusprechen. Ich garantiere „erhellende“ Unterhaltung!

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1 Antwort zu Stadtwerke Bretten planen „flächendeckendes Glasfasernetz“

  1. spezi sagt:

    „…irgendwann wird doch mal etwas klappen!“

    Ja was denn?
    Freiwillige Aufgaben etwa?
    Pflichtaufgaben?

    Galerie, Sporgasse, Bebauung am Kraichgaucenter, Verkehr, Veröffentlichung von diversen Gutachten…???

    Auf jeden Fall klappt es mit nichtöffentlichen Sitzungen des Gemeinderats – immer.

    Auf unsere Kosten werden Entscheidungen getroffen, die wir bei Kenntnis möglicherweise gar nicht akzeptieren würden.

    Aber, es gibt endlich eine Begründung, warum sich die Blödheit so ausbreiten konnte

    http://www.focus.de/politik/wandel-der-gesellschaft-forscher-faellt-vernichtendes-urteil-leiden-an-bequemlichkeitsverbloedung_id_5313383.html

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