Wie Firmen uns 1 Billion Euro rauben…

avaazorgin wenigen Tagen beraten unsere Regierungen, ob sie ein riesiges Steuerschlupfloch für Unternehmen schließen, das jährlich 1 Billion Euro verschlingt – genug Geld, um Armut zu beseitigen, jedem Kind einen Schulplatz zu bieten und umweltfreundliche Investitionen zu verdoppeln! Letzte Woche haben wir über 44.000 Nachrichten an Frau Merkel gesendet und gerade haben wir erfahren, dass sie vielleicht dabei ist – doch genau wie US-Präsident Obama zögert sie bislang. Um ein starkes Abkommen sicherzustellen, müssen wir jetzt kräftig auf ihre Unterstützung drängen.
1 Billion Euro sind mehr als die Militärausgaben auf der ganzen Welt zusammengerechnet. Die Summe ist größer als die Staatshaushalte von 176 Nationen. Ganze 1000€ für jede Familie auf der Welt. Und dies ist sage und schreibe die Summe, die unsere größten Unternehmen und die reichsten Menschen der Welt jedes Jahr an Steuern vermeiden.

Es liegt ja eigentlich auf der Hand: In Anbetracht der schmerzhaften Sparmaßnahmen und der Staatsverschuldung, können wir die öffentlichen Finanzen ankurbeln, indem wir dafür sorgen, dass jeder seinen gerechten Steueranteil zahlt. Doch große Firmen betreiben hartnäckige Lobbyarbeit, um ihre zwielichtigen Methoden zu verteidigen. Präsident Obama und Kanzlerin Merkel könnten sich in dieser kritischen Angelegenheit immer noch auf die Seite der Korrupten stellen – doch mit einer gewaltigen öffentlichen Kampagne können wir sie auf unsere Seite holen. Lassen Sie uns eine Million Stimmen sammeln und Avaaz wird unseren Aufruf dann während der Verhandlungen an Politiker und die Medien überreichen.

http://www.avaaz.org/de/g8_tax_havens_p/?btiSOab&v=25579

Apple, eines der reichsten Unternehmen der Welt, hat auf seinen Profit von 78 Milliarden Dollar aus den letzten Jahren im Grunde 0$ an Steuern gezahlt. Das Unternehmen hat dafür Briefkastenunternehmen in Niedrigsteuerländern eingerichtet und Profite ins Ausland geschickt. Diese Art der globalen Steuervermeidung bietet multinationalen Unternehmen einen riesigen Vorteil gegenüber kleineren, nationalen Firmen. Sie schadet unseren Marktwirtschaften genauso sehr wie unserer Demokratie und der wirtschaftlichen Stabilität.

Doch in wenigen Tagen besprechen Regierungen einen Plan, der es Unternehmen und Einzelpersonen erschweren würde, Steuern zu vermeiden indem sie ihr Geld im Ausland und in Steueroasen verstecken. Unter dem Plan würden Staaten zum Informationsaustausch gezwungen werden, um offenzulegen, wo das Geld versteckt ist. Außerdem müssten “fiktive” Unternehmen angeben, wer hinter ihnen steht. Wenn die Gespräche diese Woche gut laufen, könnten die G8 sich diesen Monat auf die ganze Sache einigen.

In harten Zeiten, in denen Regierungen überall wichtige soziale Ausgaben kürzen, ist es besonders bitter, dass die Reichsten nicht ihren fairen Anteil zahlen müssen. Besonders wenn die harten Zeiten verursacht wurden, weil Regierungen mit massiven Auszahlungen Banken gerettet haben, die genau diesen Personen gehören. Regierungen nehmen die Schließung dieser Finanzlücken endlich ernst. Doch die USA und auch Deutschland stehen unter dem Einfluss mächtiger Firmenlobbies.

Eine große öffentliche Petition, die viel Presse erhält, wird dazu beitragen, die Länder anzuprangern, die das Abkommen blockieren könnten, und dies zu einem politischen Thema machen, mit dem sich Obama und Merkel befassen müssen. Wenn Weltbürger einen starken Aufruf starten, um unseren Planeten zu schützen anstatt korrupte Schlupflöcher zu erhalten, werden sie Entscheidungsträgern helfen, vernünftig und nach bestem Gewissen zu handeln. Wir können nicht zulassen, dass Lobbyisten unbemerkt gewinnen. Lenken wir die öffentliche Aufmerksamkeit auf diese Entscheidung, die für unseren Planeten gewaltige Auswirkungen haben wird:

http://www.avaaz.org/de/g8_tax_havens_p/?btiSOab&v=25579

Jede Woche setzt sich unsere Gemeinschaft für Menschenrechte, Demokratie, Naturschutz und vieles mehr ein. Und oft haben wir damit Erfolg. Doch einige Entscheidungen können sich auf Tausende von Themen auf einmal auswirken und verhindern dadurch viele Probleme. Öffentliche Gelder in Höhe von einer Billion Euro pro Jahr würden unglaublich viel bewirken – sei es für Schulkinder, um Menschenleben zu retten, Frieden zu stiften, natürliche Lebensräume zu schützen und vieles mehr. Wenn wir diesen Kampf gewinnen, können wir viele andere Probleme verhindern.

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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Über Avaaz.org

Avaaz bedeutet "Stimme" auf vielen osteuropäischen, nahöstlichen und asiatischen Sprachen. Das Netzwerk wurde 2007 mit einer einfachen, demokratischen Mission gegründet: Bürgerinnen und Bürger weltweit zu mobilisieren, um gemeinsam die Lücke zwischen der Welt, die wir haben und der Welt, die sich die meisten Menschen überall wünschen, zu schließen.
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1 Antwort zu Wie Firmen uns 1 Billion Euro rauben…

  1. -an-i- sagt:

    1 Billion Euro Steuern die nicht bezahlt wurden.
    Über 2 Billionen Euro Schulden die uns die Bundesregierung nur in Deutschland aufgetürmt hat.
    Beides sind Steuergelder. Die 1 Billion ist noch nicht ausgegeben, die 2 Billionen dagegen sind unwiderruflich verloren. Von den Zinsen gar nicht zu reden.
    Wer hat die größere Schuld?
    Warum ist die Politik nicht fähig, zwanglose Voraussetzungen zu schaffen, damit es sich gar nicht lohnen würde das Geld ins Ausland zu verlagern?
    Wie wäre es, wenn man das Pferd mal von hinten aufzäumen würde?

    Empfehlenswerte Literatur: „Unser Wohlstand und seine Feinde“ von Gabor Steingart. Knaus, München 2013.

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