Leserbrief zu: „G 8 kann sich durchaus noch weiterentwickeln“ von Ulrike Jäger

LeserbriefAnmerkung BAK: der Leserbrief von Frau Jäger erschien am 16.4.2013 in den BNN.
von G.H.
Nachmittagsunterricht ist eine gesellschaftliche Realität und hängt unter anderem mit der veränderten Berufstätigkeit der Eltern zusammen.
Die Jugendlichen, die in ihrer Freizeit ihren Hobbys nachgehen, tun dies – unabhängig von G 8.
Jetzt steht eine Bildungsplanreform bevor. Die vorhandenen Möglichkeiten sind ausreichend, um Jugendlichen zu ermöglichen, sich auch außerhalb der Schule zu verwirklichen.
Subjektive Aussagen einer Stadträtin der Brettener Grünen, die einer objektiven Betrachtung nicht standhalten.

Auf den Rücken von Eltern und Kindern sowie Lehrern wird Schulpolitik ausgetragen. Eltern in BW haben sich mit großer Mehrheit für G 9 entschieden. Und die Schüler? Viele unnütze Fächer belasten deren Wahrnehmung. Sie sind in der Regel nicht Subjekt, sondern Objekt eines politischen jeweils separaten landesmehrheitlichen Beschulungssystems. Schüler sind Menschen und keine Objekte, denen Wissen eingequatscht werden muss. Die Leistungsfabrik Gymnasium wird immer absurder. Der sinnlose Leistungsdruck stiehlt den Schülern die notwendige Freizeit. Das ist Raubzug an ihnen. Im Nachmittagsunterricht kann man sich weniger konzentrieren. Und zu allem Übel: Kommerzielle Schülernachhilfe wird benötigt. Fast zwanzig Prozent brauchen sie, um einigermaßen mitzukommen. Wo bleibt deren Persönlichkeitsentwicklung? Das bloße Aufnehmen von Wissen zur späteren Benutzung reicht da nicht aus.

G 8 ist bei Schülern, Eltern und Lehrern durchgefallen. Nur bei Frau Jäger nicht! Wir brauchen keine neuen Konzepte (Bildungsplanreform), sondern mehr Lehrer und kleinere Klassen. Mit dem G 8, das war der Hintergedanke, konnte der Staat mindestens 1000 Lehrer einsparen, anstatt sie einzustellen. 16 Kultusminister pflegen ihre Eitelkeiten nach wie vor in der jährlichen Kultusministerkonferenz. Ein Eingeständnis von Fehlern bei der Einführung von G 8 bedeutet, die Landesregierung in BW machte Fehler. Kann sie nicht eingestehen, weil sie keine Fehler macht. Das scheint bei den Grünen in Bretten genauso der Fall zu sein.

Schüler gewinnen mit G 8 nicht ein Jahr, sondern ihnen wird ein Jahr genommen, das sie zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit und Psyche gut gebrauchen könnten. Die Eltern müssen ihre Kinder zum Nachdenken und kritischen Hinterfragen anregen. Wer will denn ernsthaft von sich behaupten wollen, zu wissen, was schülergerecht ist? Dazu müssten nicht nur deren Befragungen erfolgen, sondern die Ergebnisse in schulpolitische Veränderungsüberlegungen einfließen und berücksichtigt werden.

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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6 Antworten zu Leserbrief zu: „G 8 kann sich durchaus noch weiterentwickeln“ von Ulrike Jäger

  1. rd sagt:

    Wenn es nicht die in ihrer großen Mehrheit positiv gestimmten Schüler und Eltern geben würde, dann könnte man echt verzweifeln.

    Dabei ist die Reihe der gescheiterten oder wieder abgeblasenen Schulreformen und Reförmchen nicht einmal vollständig. Will man das Bedürfnis nach etwas mehr Ruhe an den Schulen künftig mehr berücksichtigen?

    Meines Erachtens nur sehr schwer vorstellbar, weil doch eine Landesregierung (GRÜN/ROT in BW) vor allem durch die Bildungspolitik von sich reden machen kann.

    Und dass obendrein das Bundesbildungsministerium von sich gibt und so auf sich aufmerksam macht, „Deutschland werde Innovationsweltmeister“, hört man in allen Kultusministerien der Bundesländer besonders gern!

    Vom Abschneiden der deutschen PISA Ergebnisse will ich in diesem Zusammenhang gar nichts erwähnen!

  2. ghg sagt:

    Zur Seite „GEMEINSCHAFTSSCHULE“
    BNN am 3. Mai 2013

    Eigentlich macht

    eine Gemeinschaftsschule – eine Variante der Gesamtschule –

    erst dann Sinn, wenn es keine Gymnasien mehr gibt. Sonst wird sie genau wie die Gesamtschule eine Realschule bleiben.

    Ich glaube, SPD und GRÜNE im Ländle ihren (un-)ehrlichen Vorstößen erst dann, wenn sie endlich ihre eigenen Kinder auf Gesamtschulen, in integrative Klassen und Migrantenklassen schicken. Andernfalls ist es wieder einmal der Versuch einer ideologischen Spielart auf dem Rücken von wehrlosen Arbeiterkindern.

    Der Weg zum Abi an einer Gesamtschule scheint um einiges leichter zu sein.

    Bewerbung: Abitur? Ja! Wo? Gesamtschule!
    Ach ja, Sie hören von uns!

  3. G. H. sagt:

    Im Bildungstrümmerhaufen hat sich was getan.

    Das Verwaltungsgericht Schleswig hat kürzlich festgestellt, dass im Gymnasium in Wentorf (Schleswig-Holstein) das G 8 bleibt, weil es billiger ist.

    Die Gemeinde Wentorf als Schulträger hatte höhere Kosten beim G 9 nachgewiesen. Eine Berufung gegen das Urteil wird vom Schulministerium in Kiel geprüft.

    Bildungspolitik kontra Elternwillen!

  4. ghg sagt:

    Den Befürwortern für das G 8 sei folgendes gesagt:

    Die Jahre zwischen dem 10. und 20. Geburtstag sind die entscheidenden Jahre des Lebens. Man wird vom Kind zum Erwachsenen. Man gewinnt neue Einsichten und vor allem einen großen Wissenszuwachs.

    Es ist die Zeit der Persönlichkeitsentwicklung und der Identitätsfindung.

    Erhöhung des Leistungsdrucks, zusätzlicher Nachmittagsunterricht und erforderliche Schülernachhilfe zeigen deutlich an, dass damit die Persönlichkeitsentwicklung aus dem zeitlichen Rahmen fällt und die Identitätsfindung wesentlich später eintritt.

  5. h - z sagt:

    Eine fast auswechselbare Ansicht gab kurz davor der Leserbriefschreiber Mansdörfer ab.

    Damit lag er ebenso voll auf der Parteilinie der GRÜNEN im Landtag.

    Bemerkenswert wird im obigen Kommentar die grün-rote Bildungspolitik zitiert, obwohl der amtierende Kultusminister der SPD angehört.

  6. ghg sagt:

    …“Was jetzt auf der Tagesordnung steht, ist die Verbesserung von G 8, das können Schüler, Lehrer und Eltern mit Recht von der grün-roten Bildungspolitik erwarten“, so Sandra Boser, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion GRÜNE im Landtag.

    Ulrike Jäger GRÜNE in Bretten: Kompetenz auf voller Linie!

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