„Bevölkerung als Versuchskaninchen für Quecksilberversuche in einer mobilen Einrichtung benutzt“

BUND erhebt Einspruch gegen Einsatz von Ersatzbrennstoffen im Zementwerk Wössingen
Die Firma Lafarge Zement Wössingen GmbH hat einen Antrag auf Erweiterung des Einsatzes von Sekundärbrennstoffen am Drehrohrofen des Zementwerks von derzeit genehmigten 60% auf 100% gestellt. Dagegen regt sich Widerstand beim BUND, dem Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e. V. (LNV) und dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverband Baden-Württemberg. Der Brettener Gemeinderat hatte in seiner Sitzung vom 19.02.2013 allerdings keine Bedenken gegen das Vorhaben der Firma Lafarge Zement Wössingen vorgebracht, „sofern die Umweltverträglichkeitsprüfung keine entgegenstehenden Ergebnisse liefere.“
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte im Gegensatz dazu schon frühzeitig angekündigt, gegen den Lafarge-Antrag vorgehen zu wollen. Mit Datum vom 18.03.2013 haben nun der BUND, der LNV, sowie der Nabu dem Regierungspräsidium Karlsruhe eine gemeinsame Einwendung zugesandt.

Argumentiert wird darin unter anderem, dass die Vorbelastung im Raum Karlsruhe bereits sehr groß sei, wobei Industrie und Gewerbe die Hauptverursacher für Stickoxide und Feinststäube sind. Zudem hält es Brüssel für viele Region für erforderlich „strengere Minderungsmaßnahmen in den Luftqualitätsrahmen aufzunehmen“, da „Die Luft in vielen deutschen Städten ist so schlecht, dass die EU-Kommission strengere Maßnahmen der lokalen Behörden zur Luftreinhaltung fordert“ .
Zudem seien die Emissionsbegrenzungen im Vergleich zu den Anforderungen an Abfallbehandlungsanlagen bei Anlagen zur Zementerzeugung bedeutend weniger streng. „Ungeheuerlich ist, dass die Bevölkerung der Umgebung bis zum 31.12.2012 als ‚Versuchskaninchen‘ für Quecksilberversuche in einer mobilen Einrichtung benutzt wurde, so die Umweltverbände in ihrer Einwendung. Den gesamten Text lesen Sie hier.

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7 Antworten zu „Bevölkerung als Versuchskaninchen für Quecksilberversuche in einer mobilen Einrichtung benutzt“

  1. G. H. sagt:

    @ Matz am 15. Mai, 2013

    Ein andere Zusammensetzung des Kümmerer-Kreises ist denkbar.

    Es begeben sich zwecks Problemlösung zum Zementwerk Lafarge – mit seinen 110 Mitarbeitern – nach Wössingen:

    22 Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Technik des Landkreises Karlsruhe – darunter die mit der aus der Kommunalpolitik versehenen geballten Kompetenz ausgestatteten Kreisräte Metzger (CDU) und Nowitzki (CDU)

    9 Mitglieder des Ausschusses Umwelt der Gemeinde Walzbachtal (sind bereits vor Ort)

    Sachgebietsleiter Dehm Soziales/Umwelt/Natur (Sachgebiet II.1) der Gemeinde Walzbachtal (ist bereits vor Ort)

    Amtsleiter Gruber Technik und Umwelt der Stadt Bretten

    Das wäre doch ebenso eine schöne Plauschrunde. Oder noch besser: Die hochkarätigen und kompetenten Gesprächspartner (6 Amtsträger) mit den hier aufgeführten Personen! 🙂

  2. ghg sagt:

    @ Matz am 15. Mai, 2013

    Zur Problemlösung wäre zunächst eine Dienstreise nach Wössingen – Besichtigung Lafarge vor Ort – erforderlich.

    Teilnehmerkreis:

    Bürgermeister Walzbachtal
    Landrat des Landkreises Karlsruhe
    Oberbürgermeister Bretten
    Regierungspräsidentin Karlsruhe
    Umweltminister Baden-Württemberg
    Wirtschaftsminister Baden-Württemberg

    Wer zweckmäßigerweise auf der anderen Seite teilnähme, kann ich leider nicht beurteilen. Nur weiß ich, eine Seite wäre mit hochkarätigen und kompetenten Gesprächspartnern besetzt.

    Nur die betroffenen Dürrenbüchiger wären wahrscheinlich nicht dabei.

  3. Matz sagt:

    ob das Heulen des Brettener „Wolf’s“ bis nach Frankreich, zum Firmensitz von Lafarge reicht? Wohl eher nicht, da hilft kein feinsinniges rotarisches Degenfechten, da muß konkret juristisch gehandelt werden!

  4. G. H. sagt:

    „Oberbürgermeister Wolff zeigte Verständnis für die Aktion“.

    Seine bereits aktiv gewordene Tätigkeit in der Sache gleicht einem förmlichen Hinweis, der in Bedeutungslosigkeit zu ertrinken scheint! 🙁

  5. ghg sagt:

    Brettener Nachrichten am 15. Mai 2013

    „Wir haben Angst um unsere Kinder
    Dürrenbüchiger Mütter sammeln knapp 300 Unterschriften gegen Brennstoff-Pläne der Firma Lafarge“

    Geht es nach dem Willen des Brettener Gemeinderates in seiner Sitzung am 19. Februar 2013, so versteckt er sich hinter dem Ergebnis einer durchzuführenden Umweltverträglichkeitsprüfung. Hoffentlich stehen keine Argumente dagegen wegen gefährdeter Arbeitsplätze an. Denn andernfalls gebe ich der „Aktion“ nicht die geringste Aussicht auf Erfolg.

    Unverständlich ist, dass bereits im Vorfeld die Brisanz des Themas nicht erkannt wurde!

    Im heutigen Zeitungsbericht zeigt Herr Wolff Verständnis für die Aktion. Er hat der Firma Lafarge geschrieben, um die Emissionen zur Diskussion näher kennenzulernen. Dann soll nochmals eine Diskussion über das Thema im Gemeinderat stattfinden.

    Wie überaus gnädig von den städtischen Volksvertretern. Unsere Gesundheit ist unser höchstes Gut. Die Angelegenheit dient meines Erachtens den Stadträten/-innen jetzt auch dazu, in der Öffentlichkeit ihr eventuell vorhandenes Profil zu schärfen? 🙂

  6. h - z sagt:

    „Ungeheuerlich ist, dass die Bevölkerung der Umgebung bis zum 31.12.2012 als „Versuchskaninchen“ für Quecksilberversuche in einer mobilen Einrichtung benutzt wurde“, so die Umweltverbände in ihrer Einwendung.

    Dass die Gefahr vielfältiger gesundheitlicher Schädigungen bestand, konnte der Aufsichtsbehörde wohl nichts anhaben?

  7. G. H. sagt:

    Der Brettener Gemeinderat am 19. Februar 2013 hat keine Bedenken und argumentiert mit dem Ergebnis einer Umweltverträglichkeitsprüfung.

    Ich halte das Referat 54.2 Industrie/Kommunen, Schwerpunkt Abfall für nicht zwingend in der Lage, die mit Datum des 18. März 2013 vorgebrachten Einwendungen von drei Naturschutzverbänden entsprechend qualifiziert zu berücksichtigen.

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