Informations-Abend zum Hallenbad-Umbau

bak_logovon Matthias Menzel
Über den Umbau bzw. die Erweiterung des inzwischen beinahe 40 Jahre alten Brettener Hallenbades und den gegenwärtigen Planungsstand informierte Stadtwerke-Chef Stefan Kleck die Bürger/Innen am gestrigen Dienstag. „Etwaigen Gerüchten“ wollte man so „mit konkreten Daten vorbeugen“, wie aus der Einladung zu entnehmen war. Gekommen waren etwa 40 Bürger/Innen, denen in einer 20-minütigen Präsentation, einige wenige Bilder der zukünftigen Hallenbaderweiterung gezeigt wurden. Das Hallenbad solle zu einem Spaß- und Wohlfühlbad umgebaut werden, mit zwei neuen Becken und einer völlig renovierten Sauna. Der Gastronomiebereich soll ebenso umgestaltet werden (Selbstbedienung), wie der Eingangsbereich mit direktem Zugang zu Hallen-, Freibad und Sauna. Fertigstellung soll etwa Februar 2016 sein, so Kleck.

Das Vorhaben „Umbau und Erweiterung des Hallenbades durch die Stadtwerke Bretten GmbH“ war, wie so oft seit Beginn der Amtszeit von OB Wolff, bereits im nichtöffentlichen Teil der Gemeinderats-Sitzung vom 24.4.2012 (!) vorberaten worden. Schon damals stimmte der Gemeinderat dem Vorhaben „grundsätzlich“ zu, in der Sitzung vom 18.12.2012 erfolgte dann, mit 3 Gegenstimmen und 3 Enthaltungen die endgültige Zustimmung. (zu der Häufung der nichtöffentlichen Sitzungen und deren rechtlichen Grundlagen demnächst mehr)

Als eines der Argumente für die gewählte „große Lösung“ für immerhin voraussichtlich 16 Millionen Euro, nannte die Stadtverwaltung in der Vorlage zur GR-Sitzung vom 18.12.2012, als Vorteil gegenüber allen anderen Varianten (insgesamt gab es deren 4, von 9-16 Mio €), dass während der rund 2-jährigen Bauphase keine Schließung des Hallenbades erforderlich sei, was „insbesondere für das Schulschwimmen sehr relevant“ sei. Diese Aussage wurde in der gestrigen Informationsveranstaltung aber bereits wieder relativiert: durch einen Teilabriss, bei dem das jetzige Lehrschwimmbecken entfernt wird, kann, bis etwa Februar 2015, kein Schulschwimmen oder nur sehr eingeschränkt, stattfinden. Die Entscheidung des Gemeinderates fiel dann wohl, zumindest teilweise, auf Grundlage nicht vollständig richtiger Fakten der Stadtverwaltung?

Ein weiteres Argument der „großen Lösung“ war, dass „die Engpässe in den Bereichen Schulschwimmen und Vereinsschwimmen beseitigt“ werden würden. Verwundert konnte man die Aussage eines Stadtwerke-Mitarbeiters vernehmen, der aufzählte, welche Umland-Gemeinden bereits ihr Schulschwimmen in Bretten abhalten. Muß Bretten also Plätze für Umlandgemeinden vorhalten und was, wenn weitere Schulen Interesse am Schulschwimmen in Bretten bekunden, folgt dann eine nochmalige Erweiterung?

Diese „Nebensächlichkeiten“ spielten an diesem Informationsabend jedoch keine Rolle: von den Besuchern wurden in der sich anschließenden Fragerunde, hauptsächlich Detailfragen zur konkreten Ausgestaltung einzelner Bereiche gestellt.

Lediglich ein Bürger interessierte sich für die Finanzierung der Erweiterung: woher kommt das Geld, das die Stadtwerke Bretten hier investieren? Es gibt zwar einen Zuschuß von 4 Millionen Euro aus der Stadtkasse, aber den Rest müssten dann doch die Kunden der Stadtwerke über den Preis für Strom/Gas/Wasser bezahlen? Woher sonst sollten die Stadtwerke dieses Geld nehmen? Zahlen also Brettener Bürger die Erweiterung mit, auch wenn sie das Hallenbad nicht benutzten, auch für auswärtige Besucher?

Dem widersprach Stadtwerkechef Kleck, die Ausgaben würden über die Gewinne der Stadtwerke erwirtschaftet, die auch im Umkreis von Bretten, Kunden mit Strom beliefern würden.
Auf weitere Nachfrage, warum man ein solches Projekt nicht einem privaten Investor übertrage, erhielt der Fragesteller die Antwort, die Stadtwerke GmbH sei doch eine private Firma (Anm.: die Stadtwerke GmbH sind eine 100 prozentige Tochter der Stadt!), zudem gäbe es Beispiele, wo dies nicht funktioniert habe.(Backnang)

Eine Antwort aus der „unteren Schublade“ und einen für mich persönlich sehr unsachlich wirkenden Einwurf erlaubte sich dazu OB Wolff: der Fragesteller könne ja den Stromanbieter wechseln, falls er das Projekt nicht mit unterstützen wolle!

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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2 Antworten zu Informations-Abend zum Hallenbad-Umbau

  1. Matz sagt:

    siehe dazu auch die SWR-Meldung vom 9.1.2013, also wenige Tage nach der beschließenden GR-Sitzung, in der OB Wolff mit der Aussage zitiert wird: nehme Bretten mit der Sanierung den Konkurrenzkampf mit dem Karlsruher Europabad und der neuen Badewelt in Sinsheim auf. Davon stand in den Unterlagen zur Erweiterung des Hallenbades nichts! Oder diese Absicht wurde dem Gemeinderat einmal mehr „nichtöffentlich“ mitgeteilt und von ihm gebilligt.
    Ein Prestigeobjekt einer „weit über dem Durchschnitt“ verschuldeten Stadt, das nenne ich verantwortungslos!

  2. G. H. sagt:

    Brettener Nachrichten am 27. Februar 2013
    Stadt kann kräftig investieren

    …“Weitere vier Millionen werden mittelfristig an Zuschüssen an die Stadtwerke fließen, die das Hallenbad sanieren.“…

    Zum letzten Absatz des obigen Berichts:

    Wenn der Fragesteller den Stromanbieter wechseln kann, falls er das Projekt nicht unterstützen will, so muss er als Brettener Bürger durch städtische Steuern, Abgaben und Gebühren zweifelsohne dazu beitragen, dass den Stadtwerken Bretten mittelfristig vier Millionen EURO an Zuschüssen von der Stadt Bretten zufließen. Also, er kann sich von seinen städtischen Zahlungsverpflichtungen nicht befreien.

    Das müsste ein Oberbürgermeister als Stadtverwaltungschef und als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stadtwerke Bretten GmbH wissen! Insofern ist sein Einwand voll neben der Sache!

    Die Brettener Bäderwelt – ein Fass ohne Boden!

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