Das Konzept auf der Sporgasse wird nicht funktionieren

bak_logo-klvon Franz Cizerle
Es ist erstaunlich, mit welcher Arroganz an der Sporgasse gebastelt wird. Da wird ein Gebäude vom OB Wolff für unser Geld gekauft, und wir wissen nicht einmal für wieviel! Es wurden Gutachten angefordert, die Zinsen müssen laufend bezahlt werden, Investoren vorgeführt, in nichtöffentlichen Sitzungen Ergebnisse präsentiert, die sich als Luftnummern herausstellen usw. usw. Die Stadt gebärdet sich als Immobilienmakler und hat eigene Unternehmen etc. Dabei sagt das Subsidiaritätsprinzip eindeutig aus, dass alles, was Privatunternehmen besser erledigen können, das auch tun müssen.
Feudalherrschaft überall und der Gemeinderat mit seinem Vorsitzenden gibt unser Geld aus, ohne rot zu werden. Wenn die Stadt für über 30 Millionen Euro Grundstücke (die uns demnach gehören) besitzt, sind wir nicht mehr weit vom kommunistischen System entfernt.

Warum das Konzept auf der Sporgasse nicht funktionieren wird? Das hat einen essentiellen Grund des Überlebens. Da in der Privatwirtschaft nur der Kunde alle Rechnungen und Gehälter bezahlt, sind die Pächter oder Eigentümer darauf angewiesen, dass sie genügend Kunden an den Standort bekommen, damit sie auch überleben können. Im Gegensatz zu den Verwaltungen, die sich beim Steuerzahler bedienen und ohne jegliche Haftung oder Verantwortung das Geld auch „vernichten“ können. Das perfide dabei – der Gemeinderat macht mit!

Bereits am 02.März 2000 war in der Presse und ist heute noch im www.bak-bretten.de folgendes nachzulesen:
“Metzger verweist auf die Verhandlungen mit verschiedenen Investoren. Sie alle hätten es konkret auf den Punkt gebracht: „ Wenn wir auf dem Parkplatz Sporgasse realisieren, reicht das vorhandene Straßennetz nicht aus, um die von uns benötigte Frequenz aufzunehmen.”
Mit wieviel Häme und tumultartigen Ausbrüchen die qualifizierten Vorträge von Herrn Christian Klotz aus Bad Reichenhall im Jahre 1997 oder Newport Vorschläge vom Juli 2010 begleitet wurden, so zeigt sich im Nachhinein, wie weltfremd unsere Volksvertreter den Tellerrand meiden.

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4 Antworten zu Das Konzept auf der Sporgasse wird nicht funktionieren

  1. BTC sagt:

    Nicht Unfähigkeit der Verwaltungen und des öffentlichen Sektors ist das Problem bei Stuttgart 21, sondern politische Korruption zwischen Politik und Wirtschaft:
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=7013

  2. G. H. sagt:

    Das Konzept „Sporgasse“ sollte man begraben. Städtische Baudenkmäler, die als Fremdkörper empfunden werden, gibt es ja zuhauf.

    Natur in die Innenstadt und keine weitere Bebauung!

    Die Kernstadt braucht eine städtebauliche Aufwertung – wenn es dafür nicht schon zu spät ist – im Einrichten einer innerstädtischen Grünzone mit Flächen, Beeten und Ruhezonen für Spaziergänger, zum Verweilen und Kinder zum Spielen. An eine pflegeleichte Bepflanzung der Grünzone wegen der Folgekosten muss gedacht werden.

    Nicht zuletzt hat eine Stadtverwaltung selbst Vorbild für ihr eigenes ökologisches Flächenmanagement zu sein, indem Grünflächen eine qualitative Neubewertung erfahren müssen. 🙂

  3. Matz sagt:

    die Sporgasse ist das Stuttgart 21 von Bretten!
    Oder: wäre Bretten etwas größer, hätten wir auch ein Flughafenproblem!
    Das Lachen bleibt einem bei dem zugegebenermaßen etwas überzogenen Vergleich aber schnell im Halse stecken, denn es sind exakt die gleichen Gründe für das Versagen der Verwaltungen, ob in Bretten, Stuttgart oder Berlin. Inkompetenz gepaart mit Größenwahn, bei gleichzeitigem Fehlen eines Korrektivs, sprich Kontrolle. Zudem fehlt jegliche Haftung bei den „Entscheidern“, was (leichtfertige) Entscheidungen natürlich begünstigt.
    Anstatt Wissen um Fakten und Zusammenhänge die bei privaten Investoren überlebenswichtig sind, tritt hier das kommunale Glaubensbekenntnis: „wir glauben, dass diese Investition erfolgreich sein könnte“, „wir sind überzeugt, dass wir hiermit in die Zukunft unserer Stadt investieren“ und ähnliche Phrasen, die jeder halbwegs informierte Bürger inzwischen auswendig herbeten kann.
    Es gibt nur eine Lösung: Politiker sind von der Projektierung und Durchführung von Investitionen, die mit Steuergeld finanziert werden, grundsätzlich auszuschließen!

  4. ghg sagt:

    Herrn Franz Cizerle,

    die Planung Sporgassen-Projekt ist so verblüffend substanzlos, weil sie einfallslos und inhaltslos bleibt und inzwischen in der Öffentlichkeit zur Lachnummer verkommt.

    Zur Sinnfreiheit:
    Kein Problem ist so groß oder kompliziert, dass man nicht davor weglaufen könnte! 🙂

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