Krankenhaus Bruchsal wirtschaftlich erfolgreich?

von G.H.
Zu BNN vom 24.Juli 2012, AUS DER REGION „Lob statt Kritik Krankenhaus Bruchsal wirtschaftlich erfolgreich“
„Scholz (CDU) erwähnte auch die Tagesklinik an der psychsomatischen Klinik, die 2011 sehr gute Zahlen vorzuweisen habe.“
Welche?
Ursula Wacker (SPD) unterstrich mit Blick auf die aktuell nicht berauschenden Zahlen in Bretten und den Beschluss für einen Neubau den Willen des Kreistages, die medizinische Versorgung der Bürger sicherstellen zu wollen.
Schlechte Zahlen – auch weiterhin – aber trotzdem Neubau in Bretten?

Roth (Freie Wähler) sagte, man sei sehr zufrieden mit der Arbeit der Holding,“ weil es sonst ein unbeherrschbares Fiasko gegeben hätte.
Mehr eine Kaffeesatzleserei als eine kritische Analyse!

Birgit Rösner machte für die Grünen deutlich, wie wichtig eine abgestimmte Kooperation zwischen den beiden Kreiskliniken ist.
Und wie funktioniert sie?

Hüttner (FDP) äußerte „Magendrücken“ bezüglich des Hauses in Bretten und regt an, das Projekt nicht über Schulden, sondern die Kreisumlage zu finanzieren.
Übrigens: Bei Magendrücken kann ein Arzt helfen.

Bemessungsgrundlage für die Kreisumlage ist die Steuerkraft der Kreisgemeinden. Der Klinikneubau wird bei der Finanzierung über die Kreisumlage eine Schieflage bei den Kreisgemeinden oder beim Landkreis selbst verursachen. Investitionsmaßnahmen müssen über Darlehen finanziert werden. Wie soll das alles ohne Eigenmittel überhaupt finanziell gestemmt werden? Denn die Ertragskraft des Verwaltungshaushaltes ist so weit zu stärken, dass die Verschuldung nicht weiter ansteigt. Bloß davon ist der Landkreis Karlsruhe – selbst nach Aussage des Landrats zukünftig zu weit entfernt.

Volkstümliche Zusammenfassung
Früher ließen sich die Bürger von solchen Sprüchen sogar noch beeindrucken. Und heute wird darüber nicht nur an den Stammtischen gelacht.Oder noch schlimmer, da wird die Faust – ob unserer gewählten Kreis-Entscheidungsträger – in der Tasche geballt…

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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10 Antworten zu Krankenhaus Bruchsal wirtschaftlich erfolgreich?

  1. ghg sagt:

    @ Matz am 5. September 2012

    Die berufliche Perspektive von Frau Jansen?

    Susanne Jansen verlässt die Holding zum Jahresende 2012. Bis dahin wird sie für die Kliniken in Bretten und Bruchsal tätig sein.

    Die medizinische Geschäfsführerin Andrea Grebe hat um einen Auflösungsvertrag zum 1. März 2013 gebeten.

  2. ghg sagt:

    Die Patientenakten wurden im Keller eines Gebäudes im Bruchsaler Gewerbegebiet ausgelagert. Warum dorthin?
    Vor dem Gebäudeeingang hätte der allein arbeitende Fahrer hunderte Patientenakten in offene Transportbehälter getürmt.

    1. Total abzulehnen ist das Aufstellen von Transportbehältern, die sich – wie hier im Bruchsaler Gewerbegebiet – in frei zugänglichen Bereichen befinden.

    2. Es ist ein Entsorger zu bevorzugen, der eine Vernichtung vor Ort durchführen und das geschredderte Material abtransportieren muss.

    3. Im beklagenswerten Bruchsaler Fall konnte die Krankenhausleitung durch einen zu beteiligenden Hausmeister eine ordnungsgemäße Entsorgung vor Ort leicht überwachen lassen. Warum ist das nicht erfolgt?

    4. Dabei musste sichergestellt werden, dass die Patientendokumentationen Unbefugten nicht zur Kenntnis gelangen.

  3. G. H. sagt:

    BNN am 9. November 2012

    „Neuer Skandal um Krankenhausakten“

    Mehrere hundert Aktenordner wurden gestohlen.

    Der Fahrer wird seine Arbeitsweise – wie bisher – praktiziert haben. Bis hierher war wohl noch nie etwas passiert. Der Fahrer musste von seiner zertifizierten Fachfirma klar eingewiesen werden, die das wahrscheinlich nie durchgeführt hatte.

    Das Bruchsaler Krankenhaus musste beim Abtransport sensibler datengeschützter Unterlagen mindestens einen Mitarbeiter der Registratur und/oder einen Hausmeister zur Überwachung der Verladeaktion beauftragen.

    Organisationsfehler sowie Organisationsverschulden, die derartige Folgen nach sich ziehen, sind unentschuldbar.

  4. ghg sagt:

    Es sind nicht nur die oben stehenden Aussagen von Mitgliedern der Karlsruher Kreistagsfraktionen zu bewundern!

    Bereits viel früher hat sich zu den Defiziten der beiden Kreiskliniken das jetzige Kreistagsmitglied Metzger als Oberbürgermeister hervorgetan in:

    Hat die Geburtshilfe eine Chance?
    BNN 1. August 2008
    Letzter Satz

    „Er sieht inzwischen das Defizit der Kreiskliniken als hausgemacht an, weil es wie bei der Geburtshilfe keine Vollkostenrechnung gebe.“

    Lesenswert sind die entsprechenden Kommentare, die aussagen, dass eine Person in herausgehobener Position unbedingt dann ihren Mund zu halten hat, wenn sie nicht die geringste Ahnung von der Thematik besitzt. Jedoch musste sie verbal und öffentlich das rauslassen, was krankenhausbezogen völligen Unsinn bedeutet.
    🙂

  5. h - z sagt:

    Beim Vergleich zwischen den Krankenhäusern in Bruchsal (750 Beschäftigte) und Friedrichshafen (1033 Beschäftigte) ist die Differenz von 283 Arbeitnehmern = ./. 27,4 Prozent auffallend, dass beide Krankenhäuser ihr Personal nach dem öffentlichen Tarifvertrag bezahlen.

    Ungefähr 70 Prozent der Krankenhauskosten entfallen auf Personalkosten. Umso erklärungsbedürftiger ist, warum das Krankenhaus Bruchsal diesen erheblichen Kostenvorteil bisher nicht für positive Jahresabschlüsse nutzen konnte. Denn die bundeseinheitliche Vorgabe von festen Preisen bei Fallpauschalen gilt für beide Häuser gleichermaßen.

    Die Nachfrage nach Krankenhausleistungen wird durch die Indikationsstellung beeinflusst. Sie erfordert eine zunehmende Spezialisierung und bewegt sich in größerer Komplexität.

    Diese verlangen von Krankenhäusern eine exakte Steuerung und Koordination, die ich dem Management der beiden Kreiskrankenhäuser im Landkreis Karlsruhe abspreche.

    Dort besteht meines Erachtens das Dilemma

    – in Strukturen von gestern zu arbeiten
    – mit Methoden von heute
    – an Strategien von morgen

    Und die mit zu wenig Vorwissen (Vorkenntnissen) im Krankenhausmanagement ausgestatteten Aufsichts- und Kreisräte tragen unnötigerweise zu diesem Dilemma und zu unser allem finanziellen Nachteil als Kreisbürger und Kreis-Steuerzahler für den stetigen Ausgleich von Kreiskrankenhausverlusten bei. Auszumachen u.a. an den oben stehenden Aussagen der Karlsruher Kreistagsfraktionen.
    🙁

  6. ghg sagt:

    @ Matz, s.o.

    Wenn Ineffiktivität in der öffentlichen Verwaltung inherent ist und inherent u.a. auch „angeboren“ genannt werden kann, dann bedeutet es, dass die dort Beschäftigten ihre Aufgaben nicht richtig erledigen können, weil sie „angeboren“ dazu nicht in der Lage sind – und was daher schon schlimm genug ist.

    Wenn diese dann noch obendrein die richtigen Dinge tun müssten, dann würden sie sogar Effizienz schaffen: Nicht auszudenken, weil es zu Überforderungen führen würde! 🙁

  7. Matz sagt:

    warum, sehr verehrter ghg, sollte sich Frau Jansen mit jemandem unterhalten, der’s besser kann als sie? Bekommt sie dadurch mehr Gehalt, oder wird befördert? Hat Leistung und fachliches Können überhaupt einen Einfluss auf die berufliche Perspektive von Frau Jansen?
    Eine völlig andere Situation tut sich bei den Tages- und Übernachtungs- Geldern auf: die gibt’s auch ohne Leistung, weshalb sie gerade von Aufsichts- und Kreis-Räten gerne und oft genommen werden!
    Deshalb, lieber ghg, werden Defizite niemals der Vergangenheit angehören, sondern umgekehrt proportional der Eignung des Personals steigen. Ineffektivität ist der öffentlichen Verwaltung inherent!

  8. ghg sagt:

    Frau Regionaldirektorin Susanne Jansen – zuständig für die Kliniken Bretten und Bruchsal – sollte sich mal unterhalten mit dem GF des Klinikums Friedrichshafen, Johannes Weindel.

    Diese schreibt seit fünf Jahren schwarze Zahlen und ist mit Bruchsal fast vergleichbar. Beide haben 370 Betten, nur Bruchsal ist ein Haus der Grund- und Regelversorgung und Friedrichshafen ein Haus der Zentralversorgung. Bruchsal hat 750 Mitarbeiter, Friedrichshafen 1033 Beschäftigte.

    Bruchsal hält sich trotz roter Zahlen für wirtschaftlich erfolgreich und befindet sich mit rund 60 Prozent der Krankenhäuser im „Musterländle“ in bester Gesellschaft.

    Unbedingt nach Friedrichshafen mitzunehmen sind alle Aufsichts- sowie Kreisräte, die sich in Friedrichshafen die erforderlichen Sachkenntnisse vermitteln lassen müssen. All dies kann verbunden werden mit einer Sonder-Bahn- oder Busfahrt an den schönen Bodensee, das Schwäbische Meer. Und zusätzlich fallen noch einige Tagesgelder und evtl. sogar Übernachtungsgelder an.

    Was kann man nicht alles tun, um sich sachkundig zu machen, damit die jahrelangen Defizite endgültig der Vergangenheit angehören und sich nicht ständig wiederholen.
    🙂

  9. h - z sagt:

    WOCHENBLATT Bruchsal & Region 1. August 2012

    „Der Landrat sagt auch, dass der Klinikstandort Bruchsal ihm Freude bereite. Wie ist die wirtschaftliche Situation in der Fürst-Stirum-Klinik?

    Jansen: Die Fürst-Stirum-Klinik erwirtschaftet ein sehr gutes operatives Plus. Es ist zwar nicht so, dass die Investitionen refinanziert werden – der Landkreis unterstützt mit derzeit 2,9 Millionen jährlich – aber wenn man bedenkt, dass das Krankenhaus auch schon sechs Millionen Minus geschrieben hat, entwickelt sich die Klinik sehr positiv.“ …

    Warum wird dieses aktuelle sehr gute operative Plus von der Regionaldirektorin verschwiegen?

    Wenn es bis zum Jahresende 2012 so bleibt, dann wird das Krankenhaus für 2012 schwarze Zahlen schreiben. Denn es wird dann ein Gewinn aus den Einnahmen der operativen Geschäftstätigkeit (Kerngeschäft) abzüglich aller Ausgaben ermittelt – ebenso „entwickelt sich die Klinik sehr positiv“.

    Andernfalls hat man dem Leser etwas vorgemacht!

  10. G. H. sagt:

    Verbale Streicheleinheiten der Fraktionen statt sachlich (fachlich) fundierter Kritik, die man sich erarbeiten muss, bevor man den Mund aufmacht.

    Denn andernfalls hat man im Kreistag nichts zur Krankenhauspolitik zu sagen.

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