Naturzerstörung in Bretten

Leserbriefvon Ed Padberg
Ich schreibe diesen Kommentar, weil es einige Dinge in und um Bretten gibt, die mich sehr bekümmern; ich kann mir schlecht vorstellen, daß ich der einzige bin und denke, es ist dringend nötig, den zuständigen Damen und Herren auf den Zahn zu fühlen.
Meinem Kommentar möchte ich diese Textpassage der BAK-Seite voranstellen:
Die Deutsche Umwelthilfe e.V. hat mit der Ernennung Bretten’s zur „Naturschutzkommune 2007“ das lang ersehnte Feigenblatt für die beispiellose Naturzerstörung im Rüdtwald geliefert.
Quelle: http://www.bak-bretten.de/texte/wp/2007/11/23/bretten-die-bundeshauptstadt-im-naturschutz-und-die-duh/ – 23.11.2007
Es hat sich seit 2007 offensichtlich nichts geändert, vor allem nicht die menschliche Einsicht in die Notwendigkeit erträglicher Luft und unversehrter Natur im Brettener Industriegürtel

Die beispiellose Naturzerstörung geht in vollem Gang weiter:

– Hinter dem Krankenhaus Bretten wurde eine wunderbare Baumreihe vollkommen zerstört und abgesägt.
– Vor dem Aalkistensee von Kleinvillars kommend wurden mehrere alte Bäume zerstört, die Stümpfe der Riesen sind dort noch zu bewundern: Was jahrzehntelange niemand störte, wird in Minuten kaputtgemacht.
– Auch am Weckerlesbrünnle wurden mehrere Baumriesen mutwillig zerstört und abgesägt.
– Hinzu kommt das ehemalige Wäldle am Steiner Pfad und – die Sünde an der Natur schlechthin – die maßlose Zerstörung des Rüdtwaldes.

Es ist deutlich wahrnehmbar, wie die Luft in und um Bretten immer schlechter wird, verursacht zum einen durch immer mehr Verkehr und immer mehr Industrie, zum andern durch immer weniger Bäume, die die Luft filtern könnten. Wer sich einmal Gedanken gemacht hat, wieviel Luft ein Baumriese filtert, hackt ihn nicht einfach ab – > http://tiny.cc/tnsdbw

In Bretten jedoch scheinen Größenwahnsinnige an den Hebeln der Macht zu sitzen, die sich über alles jahrzehntelang Gewachsene und Lebendige hinwegsetzen in einem schlafwandlersichen Irrglauben, daß alles schon gutgehen wird.

Liebe Damen und Herren im Gemeinderat, liebe Entscheidungsträgerinnen und -träger:
Demut ist das Gebot der Stunde, Demut und Achtung vor der Natur; ansonsten werden wir die barbarische Zerstörung natürlicher Lebensräume nicht überleben!
Die Indianer wußten das: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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10 Antworten zu Naturzerstörung in Bretten

  1. johbec sagt:

    Tja,“ghg“, so kann man sich irren, wobei ich allerdings nicht beurteilen kann, ob jener von Ihnen genannter Herr Gauck es schlechter oder sagen wir einfach auch so bequem gehalten hätte was die Verfahrensweise anbelangt im Sinne der Kostenersparnis. Im negativen Sinn für die Umwelt und das menschliche Individium ist hier allerdings von meiner Seite aus gesehen gemeint.

  2. ghg sagt:

    @ johbec am 30. April, 2013

    „Baumsachverständiger Joachim Gauch“

    Ich bin froh, dass es sich hier um den Baumpfleger Joachim Gauch handelt!
    Ich hatte Joachim Gauck gelesen?

  3. johbec sagt:

    „Ergänzung“ zum Thema:
    Entwurzelung und verbrannte Erde – Teil5 – Bretten – und ein neuer Fall – Weckerlesbrünnle

    Auf meine Anfrage ob es den wirklich unbedingt notwendig war die Pappeln komplett zu entfernen erhielt ich die tel. Auskunft, daß diese notwendig gewesen wäre da einige krank gewesen wären. Auf eine weitere Nachfrage hin, ob denn alle krank gewesen wären, erhielt ich die Antwort daß der totale Kahlschlag auch auf Grund des „Totholzes“ notwendig geworden wäre und es keine andere Möglichkeit gegeben hätte, im Übrigen sei dies im Blättle angekündigt worden.

    Nachfolgend die schriftliche Antwort von:
    —————————————
    Tiefbau / Technische Dienste
    An: johbec@t-online.de mit Anhang: Pappeln Weckerle…:

    Amt Technik und Umwelt Tiefbau / Technische Dienste Bretten, den 25.04.13

    Stellungnahme Pappeln am Weckerlesbrünnle

    Die an diesem Standort gefällten Pappeln wurden in den vergangenen Jahren immer wieder in Pflegegänge einbezogen.
    Die Pappeln hatten, entsprechend ihrem Alter, mit dem Größenwachstum bereits abgeschlossen. Der natürliche Alterungsprozess brachte immer wieder abgestorbene Äste als Totholz hervor. Dieses Totholz brach oftmals im Ganzen aus den Kronen.
    Die exponierte Lage mit starkem Wind, verursachte darüber hinaus immer wieder an- bzw. abgebrochene Äste.
    Bei Rückschnitten im Kronenbereich neigt die Pappel oftmals zu schnellem Pilzbefall und fault in der Folge an den Schnittstellen stark ein.
    Durch den starken Durchtrieb von neu aufgesetzten Schossern, die innerhalb von zwei bis drei Jahren so groß werden, dass sie ausbrechen können, ergibt sich eine erneute Gefahrenquelle.

    Pappeln vertragen entsprechend ihrer physikalischen Eigenschaften den Rückschnitt in der Krone sehr schlecht.
    Durch die Größe und den schwer anzufahrenden Standort war eine wirtschaftliche Pflege, entsprechend den Verkehrsverhältnissen durch Fußgänger, nicht möglich.

    Baumsachverständiger Joachim Gauch
    ———————————
    … eigentlich bräuchte man hier nichts mehr zu kommentieren, … oder … vielleicht doch noch soviel: wo ein Wille ist ist auch ein Weg, es sei denn man möchte Diesen Weg nicht gehen, denn es kostet ja womöglich Energie – geistige – aber für Diese Form der Energie ist man noch nicht soweit „Diese“ zu investieren.

  4. h - z sagt:

    @ Matz am 12. August, 2012
    @ Harald am 11. August, 2012

    Die Untaten des Waldvernichters Metzger und seiner ergebenen vom Brettener Wahlvolk gewählten Mehrheitsbeschaffer konnten eine Auszeichnung der Deutschen Umwelthilfe e.V. im Jahr 2007 erringen:

    Bundeshauptstadt im Naturschutz

    Sie erhielten diesen nichtssagenden Titel u.a. für ihr angebliches Engagement bei der Förderung einer naturverträglichen Land- und Waldnutzung sowie bei einem vorbildlichen Biotopschutz.

    Was dazu verholfen haben musste, ist in den beiden oben stehenden Kommentaren von Harald und von Matz anzuklicken.

    Dabei wurde aus Erhaltung der Natur ihre totale Vernichtung. Ein ehrenwertes kommunalpolitisches Ziel, dem unbedingt zuletzt in Bretten, Baugebiet Brunnenstube, nachgeeifert wurde.

  5. Matz sagt:

    Bilder von den Untaten des Waldvernichters Metzger gibt es zuhauf bei Flickr

  6. ghg sagt:

    @ Harald

    Leider fehlen Fotos und Text von den Vernichtungen – totalem Kahlschlag – sämtlicher Platanen in der Bahnhofstraße in Bretten.
    Unfassbar – jedoch mehrheitlich durch den Brettener Gemeinderat oder den Alleingang von Metzger kommunalpolitisch vertretbar in die Wege geleitet.

  7. ghg sagt:

    @ Harald am 11. August, 2012

    Für die Entwurzelung und verbrannte Erde auf der Gemarkung Bretten stimmten mehrheitlich die von den Brettener Wählern in den Gemeinderat gewählten Stadträte bei den jeweiligen Kommunalwahlen – alle fünf Jahre! 🙂

    Insoweit ist all dies demokratisch und rechtlich legitimiert! 🙂

    Genau diese Beschlussfolgen von den verantwortungsbefreiten Ja-Sagern des kommunalpolitischen Systems und dessen Taktik verhelfen zu derartigen beklagenswerten Zuständen. 🙁

    Warum also überhaupt diese Aufgeregtheiten, wenn politisches System und die damit einhergehende Taktik bestens funktionieren? 🙁

  8. Harald sagt:

    Über die Waldzerstörung gibt es bei YouTube auch Videos:

    Entwurzelung und verbrannte Erde – Brettener Stadtwald
    http://youtu.be/4zXo3QH-JTo

    Entwurzelung und verbrannte Erde – Teil4 – Gondelsheim – Schloßwald
    http://youtu.be/tUHMzxDNlhM

    Entwurzelung und verbrannte Erde – Teil1 – Heidelberg
    http://youtu.be/WhNOMa6VqdQ

    Entwurzelung und verbrannte Erde – Teil5 – Bretten – Brunnenstube
    http://youtu.be/IE_oe_V4fBk

    Luftbilder sollen Abholzung von Bayerns Wald belegen
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/wald-in-bayern-luftbilder-von-greenpeace-zeigen-zerstoerung-a-829749.html

  9. ghg sagt:

    „…es ist dringend nötig, den zuständigen Damen und Herren auf den Zahn zu fühlen.“…

    Zutreffend!

    Nur, wenn der Eindruck wächst, sie seien zahnlos, dann fehlt ihnen der kontrollierende kommunalpolitische Biss. Vergleichbar dem Spruch: Hunde, die bellen, beißen nicht!
    Sie wedeln maximal mit dem Schwanz! Handzahm!

  10. A. Terra sagt:

    In seltener Einmütigkeit hat der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 28.2.12 beschlossen, weitere zehn Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche zu vernichten!
    Obwohl in den Sitzungsunterlagen darauf hingewiesen wird, dass das geplante Gewerbegebiet „Industriegebiet Gölshausen VII“ ein schutzbedürftiger Bereich für die Landwirtschaft ist, sollen beste Ackerböden einer fraglichen Nutzung geopfert werden. Dieser Vorschlag kam von der CDU-Fraktion!
    Seltsamerweise hat dazu ein Vertreter der Landwirte, der im Gemeinderat an vorderster Front sitzt, geschwiegen. Dabei ist doch inzwischen bekannt, dass der Deutsche Bauernverband sich mit einer Petition an den Bundestag gegen weiteren Flächenverbrauch wehrt, weil Land nicht vermehrbar ist.
    Der Bürger muss sich schon fragen, wie gut sich seine Volksvertreter informieren, bevor sie solchem Unsinn zustimmen.

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